Wenig Neues in Sachen gesellschaftliche Teilhabe

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Logo: Daheim statt Heim
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Bild: BI Daheim statt Heim

Berlin (kobinet) Die Bundesinitiative Daheim statt Heim kritisiert, dass die angehenden Koalitionsparteien auf Bundesebene wenig Neues schaffen wollen, wenn es um die gesellschaftliche Teilhabe von älteren und behinderten Bürgerinnen und Bürgern geht.

"Ich habe die Befürchtung", so die Vorsitzende der Bundesinitiative Daheim statt Heim Silvia Schmidt, "dass die Interessen der pflegebedürftigen und behinderten Menschen in unserem Land unter die Räder kommen, da es wieder einmal nicht um innovative Lösungen und nachhaltige politische Konzepte für die Herausforderungen unseres Landes geht, sondern nur um blanke Parteipolitik."

Obwohl sich die Koalitionsarbeitsgruppe zu den Themen Arbeit und Soziales am 16. November mit der zukünftigen Behindertenpolitik und damit auch mit einem Bundesteilhabegesetz beschäftigt hat, gibt es anscheinend noch keine Einigung, wie ein zukünftiges Bundesteilhabegesetz genau aussehen soll. Auch von anderen behindertenpolitischen Themen ist bisher wenig an die Öffentlichkeit gedrungen, so dass sich bei vielen behinderten Menschen der Eindruck festsetzt, dass diese Themen für die zukünftige Koalition keine besondere Rolle spielen. Gestern wurde bekannt, dass es eine Einigung zwischen CDU/CSU und SPD in Sachen Gesundheits- und Pflegepolitik gibt. Demnach sollen die Beiträge für die Pflegeversicherung zum 1. Januar 2015 um 0,3 Prozent und später um weitere 0,2 Prozent steigen.

Überlegungen aus den Reihen der Koalitionsarbeitsgruppe Gesundheit, bestehende Krankenhäuser in Pflegeheime umzuwandeln, um die wirtschaftliche Lage des Sektors zu verbessern, tritt die Bundesinitiative Daheim statt Heim mit aller Schärfe entgegen. Die "Zahl unnötiger Operationen" solle verringert werden. Stattdessen werde die Zahl unnötiger Pflegeheime erhöht. Silvia Schmidt erklärte dazu: "Wir brauchen keine weiteren Pflegeheime. Ich bin schwer enttäuscht, dass die Politik bis heute nicht verstanden hat, menschenwürdige und nachhaltige Pflege zu organisieren.“

Lesermeinungen zu “Wenig Neues in Sachen gesellschaftliche Teilhabe” (2)

Von powerlot

Wir können nur für uns sprechen und für doch so einige Bekannte, die wir wir betroffen sind.

Es geht um die Situation Behinderter. Viel wird getönt von Inklusion, von Barrierefreiheit etc. Wir sind Betroffene, wir meinen: Das sind Lügen. Was wir erfahren mussten ist das krasse Gegenteil dieser oft vollmundig vorgetragenen Begriffe.

Ich als Pfleger einer Schwerstbehinderten seit über 14 Jahren und Unterzeichner dieses Schreibens habe ganz genau gerechnet. Genau Buch geführt und festgestellt: Seit 2000 fehlen uns über 27 % Einnahmen. Dazu kommt aber noch, dass hier die Teuerungsrate nicht mit einberechnet ist.
Zusatzkosten wie die Zuzahlungen zur Krankenkasse oder wie nun seit Neuestem die ( eingeführten ) Rundfunkbeiträge für Behinderte ( hierüber gibt es eine genaue Recherche von uns, wer die Verantwortlichen für diese neuerliche Abzocke waren, was schon erschreckend ist ! ) uvm. tragen ebenfalls mit bei, dass es Behinderten in diesem Land zusehens schlechter geht. Oder ist das nur bei uns der Fall ? Das kann nicht sein, denn wir haben auch andere in ähnlicher Situation befragt. Ein rabenschwarzes Ergebnis also !

Der Bürokratismus wächst, die Unverschämtheiten nehmen zu ! Noch so eine Erkenntnis.

Ein Beispiel, das uns nun wirklich beängstigt ist Folgendes:

http://fki-org.blogspot.de/2013/11/die-bereitschaft-der-behorden.html

Mit freundlichen Grüßen

Pflegender Angehöriger ° Lothar Schwarz ° Ettenheimerstr.9 ° D-77975 Ringsheim ° wir-pflegen-daheim.blogspot.de ° wp-Mitglied ° PID-Mitglied

Von behindertenrecht

Wie sollen behinderte Menschen gemeinsam mit nichtbehinderten Menschen ihr Leben leben, wenn nicht begonnen wird Sondereinrichtungen abzubauen ?
Sondereinrichtungen für die Nutzung durch nichtbehinderte Menschen öffnen ?
vgl. UN-BRK Art.2 Begrifftsbestimmung " Im Sinne dieses Übereinkommens bedeutet "Diskriminierung aufgrund von Behinderung " jede Unterscheidung , Ausschließung oder Beschränkung aufgrund von Behinderung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass das auf die Gleichberechtigung mit anderen gegründete Anerkennen, Genießen oder Ausüben aller Menschenrechte und Grundfreiheiten .... Sie umfaßt alle Formen der Diskrimnierung, einschließlich der Versagung angemessener Vorkehrungen . "
Gesetzesvorschläge für den Ausbau weiterer Sondereinrichtungen haben zwangsläufig zum Ziel und zur Folge, daß keine angemessenen Vorkehrungen für Inklusion getroffen werden und daher nicht im Sinne der UN-BRK .

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