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SoVD-Umfrage: Hohe Mieten belasten Menschen in Berlin und Brandenburg

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Foto: Sozialverband Deutschland

BERLIN (kobinet)

Eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD) Berlin-Brandenburg zeigt, dass 54 Prozent der befragten Berliner*innen und 47 Prozent der Brandenburger*innen ihre Miete im Verhältnis zur Wohnung für zu hoch halten. Bezahlbares Wohnen sei in beiden Bundesländern eine zentrale soziale Frage, so der Verband.

„Para Sport“ beim sportpolitischen Frühstück der SPD-Bundestagsfraktion

Bundestag im Herbst
Bundestag im Herbst
Foto: Irina Tischer

BERLIN (kobinet)

Beim sportpolitischen Frühstück „Para Sport“ der SPD-Bundestagsfraktion war der Deutsche Behindertensportverband (DBS) zu Gast in Berlin. Bei diesem Anlass sprach Lukas Niedenzu, stellvertretener DBS-Sportdirektor, über die Entwicklung des paralympischen Sports – und platzierte dabei eine zentrale Forderung des Verbandes: die Förderung auf Augenhöhe für den Para Sport. „Vier Menschen, die Höchstleistungen erbringen, Grenzen verschieben und ihre ganz eigenen Erfolgsgeschichten schreiben. Vier Geschichten von mehr als 200 Athletinnen und Athleten, die Deutschland bei den Paralympischen Spielen vertreten, die erzählen, was den Para Sport ausmacht.“ – Lukas Niedenzu zeigte den Teilnehmern des sportpolitischen Frühstücks verschiedene Postkarten-Motive mit Geschichten von Athleten, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie zeigen sportliche Leistungen auf höchstem Niveau – auf Augenhöhe. Sie zeigen Athlet*innen, die um Hundertstelsekunden kämpfen, weite Wege gehen und sich allen Herausforderungen stellen. Gleichzeitig machte Niedenzu deutlich: „Dafür braucht es Förderung auf Augenhöhe.“Um das zu erreichen, seien aktuell insbesondere zwei Bedarfe von entscheidender Bedeutung: Ein Ausbau der Duale Karriere Individualförderung (DK-I) als zentrales Förderinstrument für Athletinnen und Athleten mit Behinderung.

Fachkräftemangel in NRW-Eingliederungshilfe: 56.500 neue Kräfte bis 2030 nötig

Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
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Foto: Gemeinfrei, public domain

DÜSSELDORF (kobinet)

Der Fach- und Arbeitskräftemangel ist die zentrale Herausforderung für die Eingliederungshilfe in Nordrhein-Westfalen. Das geht aus einer Studie des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) hervor, die das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) am 30. Oktober 2026 veröffentlicht hat. Bis 2030 wird demnach ein Einstellungsbedarf von rund 56.500 Personen in diesem Bereich erwartet. Grundlage für den Personalbedarf sind arbeitsmarktbedingte Lücken, eine steigende Zahl von Leistungsberechtigten sowie das altersbedingte Ausscheiden von Beschäftigten. Die Studie bestätigt damit die Ergebnisse einer Befragung unter Leistungserbringern: Mehr als 80 Prozent geben an, von Personalmangel betroffen zu sein. Besonders stark steigt der Bedarf bei der Schulbegleitung und der Assistenz außerhalb Besonderer Wohnformen.

Trotz gesetzlicher Vorschriften viele Internetseiten nicht barrierefrei

Titelbild der tagesschau
Titelbild der tagesschau
Foto: ARD tagesschau

München (kobinet)

„Die meisten Webseiten verfehlen die gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststandards der Barrierefreiheit. Das zeigt eine Analyse von BR Data. Die Folge: Menschen mit Behinderung können digitale Angebote oftmals kaum oder gar nicht nutzen.“ So heißt es in einem Bericht der tagesschau zum Stand der digitalen Barrierefreiheit in Deutschland, wo das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz seit Ende Juni 2025 in Kraft ist und Webseiten von öffentlichen Stellen schon längst barrierefrei sein müssten.

Link zum Bericht der tagesschau vom 29. Oktober 2026

Netzwerk fordert bessere Gewaltschutz-Zugänge für Frauen mit Behinderungen

Frau mit blondem langen Haaren und einer roten Jacke sitzt an einem langen Tisch auf dessen Gegenseite weitere Personen zu erkennen sind
Netzwerk-Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann beim Austausch im Ministerium zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes
Foto: NetzwerkBuero

DÜSSELDORF (kobinet)

Rund 61 Prozent der landesgeförderten Frauenhäuser in Nordrhein-Westfalen melden Bedarf an einem barrierefreien Umbau. Das zeigt die im Oktober vorgestellte Kienbaum-Ausgangsanalyse zur Gewalthilfe. Auch fehlende Möglichkeiten zur aufsuchenden Beratung und fehlendes Fachwissen erschweren Frauen mit Behinderungen den Zugang zu Hilfe. Anlässlich der Anhörung am 5. November im Ausschuss für Gleichstellung und Frauen des Landtags NRW fordert das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW, dass Gewalthilfe für betroffene Frauen und Mädchen funktionieren muss. „Gewalt-Hilfe muss für Frauen und Mädchen mit Behinderungen funktionieren!“, betont Claudia Seipelt-Holtmann, Sprecherin des Netzwerks Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW.

Abgehängt durch Digitalisierung? Informations- und Diskussionsveranstaltung in Marburg

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Foto: Susanne Göbel

Marburg (kobinet)

„Abgehängt durch Digitalisierung?“ So lautet der Titel einer Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Roland Schäfer, die am 5. November 2026 um 19:00 Uhr im Technologie und Tagungszentrum (TTZ) in Marburg stattfindet. „Wer bei seiner Bank oder Sparkasse eine Papierüberweisung nutzt, zahlt ein vielfaches an Gebühr als beim sogenannten ‚Online-Banking‘. Termine beim Job-Center sollen nur noch über eine App im Handy vergeben werden. Bekannte Systemfehler in der RMV App werden zuweilen mit Straf-Fahrpreisen belegt, wenn damit das digitale Ticket nicht (richtig) vorgezeigt werden kann Wer eine telefonische Hotline anwählt, wird dort häufig mit einer sogenannten ‚KI‘ konfrontiert und kann oft kaum an einen Menschen gelangen. Häufig werden Anrufende auf Hotlines auch auf die Internetseiten der jeweiligen Betreiber verwiesen, die angeblich ‚leicht‘ erreichbar sein sollen. Digitalisierung wird vom Helfer zum Glaubenspostulat, das scheinbar alles besser macht. Auf der Strecke bleibt die analoge Alternative – die benötigt wird, damit Menschen nicht vom gesellschaftlichen Leben und von privaten und öffentlichen Dienstleistungen abgehängt werden. Insbesondere für Menschen mit Behinderungen ist ein Recht auf analoge Teilhabe von enormer Bedeutung“, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung.

„Ich bestimme. Ich begleite. Bis zuletzt!“ – mehr als 100 Teilnehmende beim Fachtag in Lingen

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Foto: ht

Lingen (kobinet)

Wie können Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt über ihre letzte Lebensphase ent-scheiden? Wie können sie andere Menschen beim Sterben begleiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der inklusive Fachtag „Ich bestimme. Ich begleite. Bis zuletzt!“ am 28. Oktober 2026 im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen. Die Veranstaltung war mit mehr als 100 Teilnehmenden ausgebucht und machte deutlich: Der Wunsch nach Selbstbestimmung und guter Begleitung am Lebensende betrifft alle Menschen. Zielgruppen waren Bewohnerinnen und Bewohner, Fachpersonen und Ehrenamtliche aus der Eingliederungshilfe sowie weitere interessierte Menschen mit und ohne Behinderungen. Im Mittelpunkt des Fachtages standen die Themen Selbstbestimmung, Teilhabe und eine würdige hospizlich-palliative Be-gleitung am Lebensende.

Inklusive TV-Sendung NA (JA) GENAU in KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Junge Frau mit Brille sowie glatt nach hinten gekämmten Haar und einem kleinem Mikrofon in der Hand
Antonia Bögner in der KZ-Gedenkstätte
Foto: Ernst Tradinik

MAUTHAUSEN (kobinet)

Die inklusive TV-Sendung NA (JA) GENAU hat einen Beitrag über einen Besuch in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen veröffentlicht. Ursprünglich sollte ein Beitrag über eine inklusive Erinnerungslesung entstehen, die jedoch kurzfristig abgesagt wurde. Stattdessen fuhr das Team um Antonia Bögner und Ernst Tradinik nach Mauthausen und sprach mit der pädagogischen Leiterin der Gedenkstätte, Gudrun Blohberger. Die 28-minütige Sendung in HD ist in der OKTOthek mit deutschen und englischen Untertiteln sowie auf YouTube verfügbar. Im Gespräch ging es auch um den Umgang mit Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus.

VdK NRW kritisiert geplante Pflege-Einsparungen von Linnemann

Logo VdK Nordrhein-Westfalen
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Foto: VdK Nordrhein-Westfalen

DÜSSELDORF (kobinet)

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen kritisiert die von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann am 29. Oktober 2026 angekündigten Pläne, etwa zehn Prozent in der Pflegeversicherung einzusparen. Eine eingesetzte Kommission soll bis Ende Januar Reformvorschläge vorlegen. Der VdK-Präsident Horst Vöge warnte, Kürzungen dürften nicht zulasten Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen gehen. Die Kommission habe seiner Ansicht nach nur eine Alibifunktion und diene vor allem dazu, Einsparungen für den Bundeshaushalt zu ermöglichen. „Wir brauchen eine strukturelle Reform der Pflegeversicherung, kein Kürzungskonzept“, so Vöge. Die bisherigen Maßnahmen seien unzureichend. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen trügen bereits heute eine enorme finanzielle, körperliche und psychische Belastung. Weitere Einschnitte würden ihre Situation zusätzlich verschärfen.

Das hat nichts mit Inklusion zu tun: Protest von Assistenznutzenden in Bremen gegen Kürzungen der Eingliederungshilfe

Plakat zur Protestaktion am 29. Oktober 2026 in Bremen
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Foto: privat

Bremen (kobinet)

„Das hat nichts mehr mit Inklusion zu tun, sondern wir werden wieder auf Heime verwiesen. Der Bund will sich vornehmen, dass er selber sagt: was ist für uns angemessen und was für uns zumutbar ist“, so hat Horst Frehe von der Bremer Assistenzgenossenschaft in der Nachrichtentensendung buten un binnen auf den Punkt gebracht, was über 150 Demonstrierende behinderte Menschen und ihre Assistent*innen am 29. Oktober 2026 vor den Bremer Dom zum Protest gegen die derzeitigen Pläne zur Reform der Eingliederungshilfe getrieben hat. Die Demonstrierenden fordern u.a., dass sich das Land Bremen gegen die geplanten Einschränkungen der Eingliederungshilfe im Bundesrat stellt. Und dies nicht ganz ohne Erfolg: „Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration unterstützt grundsätzlich die Forderung der Assistenznehmer:innen, dass das Selbstbestimmungsrecht von Menschen mit Behinderungen durch bundesgesetzliche Änderungen nicht eingeschränkt werden darf“, wird die Sozialbehörde im Fernsehbericht zum Protest von Radio Bremen zitiert.

Link zum Fernsehbericht von buten un binnen von Radio Bremen vom 29. Oktober 2026 – der Bericht über den Protest beginnt ab Minute 6:05

Im Folgenden dokumentieren die kobinet-nachrichten die Rede von Horst Frehe bei der Kundgebung.

Elterngeld-Reform: Paritätischer begrüßt Anreize für Väter

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Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Foto: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.

BERLIN (kobinet)

Der Paritätische Gesamtverband begrüßt die von der Bundesregierung angekündigten Änderungen beim Elterngeld. Wie Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, am 29. Oktober 2026 erklärte, bleibt das Basiselterngeld bei 14 Monaten, wenn beide Elternteile mindestens vier Monate nehmen. Eine zuvor diskutierte Kürzung auf zwölf Monate sei damit vom Tisch. Erstmals seit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 sollen Mindest- und Höchstbetrag angehoben werden. Das geplante 4-6-4-Modell sieht vier reservierte Monate je Elternteil und sechs frei aufteilbare Monate vor. In den reservierten Monaten sollen künftig 80 statt bisher 65 Prozent des ausfallenden Nettoeinkommens ersetzt werden. Bisher blieben meist Frauen zu Hause, wenn es um Sorgearbeit gehe, und trügen die damit verbundenen Lohneinbußen, so Rock. Mit der höheren Ersatzrate für Väter rechne sich der Weg zu mehr Gleichstellung auch am Küchentisch. Ziel bleibe, dass sich beide Eltern die Zeit nach der Geburt gleichmäßig teilen, sagte Rock. Dafür brauche es zudem eine bezahlte Freistellung für den zweiten Elternteil in den ersten zehn Tagen nach der Geburt. Dann beginne das Familienleben von Anfang an wirklich gemeinsam.

Kürzung durch die Hintertür

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Logo Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Foto: Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

BERLIN (kobinet)

Die Diakonie Deutschland begrüßt ausdrücklich, dass Eltern nach den Plänen der Bundesregierung auch künftig 14 Monate Elterngeld erhalten können. „Hier auf zwölf Monate zu kürzen, wäre der völlig falsche Weg gewesen“, erklärt Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. „Es ist gut, dass die Bundesregierung das eingesehen hat.“ Allerdings sieht die Diakonie die Gefahr „einer Kürzung durch die Hintertür“. Denn der Gesetzesentwurf erhält zwar die 14 Monate, verteilt sie aber neu: sechs flexible Monate und je vier Monate pro Elternteil. Bisher waren es zwölf Monate und zwei Monate für das zweite Elternteil. Das bedeutet: Nimmt nur ein Elternteil seinen Anspruch auf Elternzeit wahr, verkürzt sich die Gesamtdauer auf zehn Monate. „Eine gerechte Aufteilung der Care-Arbeit ist ein wichtiges Ziel. Aber damit entstehen Härten für Familien, in denen der zweite Elternteil seine Monate aus finanziellen Gründen nicht nutzen kann. Die finanzielle Absicherung endet dann bereits mit dem zehnten Lebensmonat des Kindes.

Willis Nachtrag zu „Umgebracht werden“: Schockverzögerung

Hans-Willi Weis in nachdenklicher Pose, weiß gekleidet mit weißer Baskenmütze
Hans-Willi Weis in nachdenklicher Pose, weiß gekleidet mit weißer Baskenmütze
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet)

Der Schock tritt häufig zeitverzögert ein nach einem schlimmen Erlebnis oder der Nachricht von einem solchen. Als ich jetzt in meiner Kolumne „Umgebracht werden“ vom November 2023 noch einmal lese, was ich über meine Tante Annie geschrieben habe, an die ich mich als eine Familienangehörige während meiner Kindheit und Jugend später gern erinnert habe, sagt mir meine Schwester, dass ich ein nicht unwesentliches Detail ihres traurigen Schicksals in der Nazi-Zeit gar nicht erwähnt habe.

Inklusive Lösung braucht Verbindlichkeit statt Experimente

Logo Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)
Logo Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)
Foto: Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)

DÜSSELDORF (kobinet)

Das Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (1. KJHSRG) sieht statt der versprochenen „Inklusiven Lösung“ nur eine freiwillige Testphase ohne festen Zeitplan vor. Für die Bildungsassistenz sind künftig vorrangig Gruppenangebote vorgesehen – individuelle Bedarfe drohen nicht ausreichend gedeckt zu werden. Der bvkm fordert Nachbesserungen und warnt: Inklusion darf kein Sparmodell sein.

Uwe Heineker kritisiert hochprofessionelle Zementierung und Perfektionierung der Aussonderung

Uwe Heineker
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Foto: privat

Wehrheim (kobinet)

Uwe Heineker engagiert sich schon seit Beginn der 1970er Jahre in der Behindertenbewegung und hat sich vor allem für die Verbesserung der Rechte behinderter Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen und für den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt eingesetzt. Im Interview mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul führt er u.a. aus, dass er kaum Verbesserungen in all diesen Jahren in diesem Bereich gesehen hat. Vielmehr beobachtet er eine „hochprofessionelle Zementierung und Perfektionierung der Aussonderung“. Über seine Einschätzung der Entwicklung angesichts der aktuellen Diskussion über einen Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen, aber auch um sein Buch mit dem Titel „2031 Deutschland, die Welt blickt auf dich! Anklage-Protokoll des eklatanten Völkerrechtsbruchs“ geht es im aktuellen kobinet-Interview mit Uwe Heineker.

Online-Stammtisch zum Leben mit persönlicher Assistenz

Das akse-Team
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Foto: akse

Berlin (kobinet)

Am 2. November 2026 ist es wieder soweit. Der in Berlin ansässige Verein aktiv und selbstbestimmt (akse) lädt zum Online-Stammtisch zum Thema persönliche Assistenz für die Zeit von 19:00 und 20.30 Uhr ein. „Wir bieten euch dieses Mal wieder einen offenen Raum für eure Themen rund um die persönliche Assistenz, Personalführung und alles, was euch diesbezüglich bewegt“, heißt es in der Ankündigung im Newsletter von akse.

Link zu weiteren Infos und zu den Zugangsdaten auf der Internetseite von akse

Diskriminierung im Gesundheitswesen: Fachtag am 5. November 2026 in Leipzig

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Foto: ht

Leipzig (kobinet)

Am 5. November 2026 veranstaltet das Netzwerk für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen (nadis) in Leipzig einen Fachtag unter dem Motto „Wir behandeln das – Diskriminierung im Gesundheitswesen ansprechen und handeln“. Die Veranstaltung findet von 13 bis 18 Uhr im KUBUS des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in der Permoserstraße 15 in Leipzig statt. In fachlichen Vorträgen und vertiefenden Workshops tauschen sich die Teilnehmenden über unterschiedliche Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitswesen aus.

Auch Beamte müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen

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Foto: VdK Nordrhein-Westfalen

DÜSSELDORF (kobinet)

Der Sozialverband VdK NRW begrüßt das Ziel der DGB-Rentenkommission, die Alterssicherung gerechter zu gestalten und Altersarmut wirksam zu bekämpfen. Auch der VdK fordert, dass die gesetzliche Rente den Lebensstandard im Alter sichert. Aus Sicht des Verbandes greift der Vorschlag jedoch zu kurz, wenn die Einbeziehung aller Erwerbstätigen nicht konsequent berücksichtigt wird. „Wir brauchen eine breitere Beitragsbasis. Deshalb müssen künftig neben Selbstständigen und Abgeordneten auch Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Sie fehlen in der Vorschlagsliste“, betont VdK-Präsident Horst Vöge. Zudem fordert der VdK NRW, den Grundsatz „Reha vor Rente“ effektiver umzusetzen und den Reha-Deckel ersatzlos abzuschaffen. „Versicherte müssen frühzeitig die Rehabilitation erhalten, die sie benötigen, um ihre Gesundheit und Erwerbsfähigkeit möglichst lange zu erhalten. Finanzielle Begrenzungen dürfen notwendige Reha-Maßnahmen nicht verhindern“, erklärt Horst Vöge.

Gesundes Arbeiten bis zur Rente muss Vorrang vor höheren Altersgrenzen haben

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Foto: VdK Deutschland

BERLIN (kobinet)

Am 28. Oktober 2026 hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den ausführlichen Bericht seiner Rentenkommission veröffentlicht. Mit ihren Empfehlungen setzt die Kommission einen Kontrapunkt zur aktuellen Debatte um höhere Altersgrenzen. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland und Mitglied der Kommission, widerspricht der geplanten Politik der Bundesregierung. Diese arbeitet daran, den frühestmöglichen Rentenbeginn von 63 auf 64 Jahre anzuheben, die Rente für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen und die Regelaltersgrenze sowie die Rente wegen Schwerbehinderung an die Lebenserwartung zu koppeln.

Veranstaltung: Gemeinsam eine Petition für inklusive Bildung in Thüringen schreiben

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Erfurt (kobinet)

Ein Kind möchte mit den anderen lernen. Ein Jugendlicher hat Pläne für seine Ausbildung. Eine Familie wünscht sich, dass ihr Kind die Unterstützung bekommt, die es braucht. Doch auf dem Weg stehen Hürden, die Kraft kosten und Chancen verbauen. Was muss sich ändern? Und wer könnte das besser beschreiben als die Menschen, die diese Hürden selbst erleben? Unter dem Motto „Nichts über uns ohne uns!“ laden die Vereine InsGesamT und AktivLebenKonzept am 30. Oktober 2026 um 15:00 Uhr in Erfurt zu einem ersten gemeinsamen Treffen ein. Ziel ist, eine Petition für inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Thüringen zu erarbeiten. Dabei geht es um Schule, Ausbildung und den Einstieg ins Berufsleben. Im Mittelpunkt stehen die Stimmen der Kinder und Jugendlichen selbst. Ebenso eingeladen sind Eltern, Angehörige, engagierte Menschen und Fachleute. Alle sollen von Anfang an mitreden und mitgestalten können.

DGB-Rentenkommission legt Abschlussbericht mit Reformvorschlägen vor

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Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Foto: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.

BERLIN (kobinet)

Am 28. Oktober 2026 hat die DGB-Rentenkommission ihren Abschlussbericht vorgestellt. Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes und Mitglied der Kommission, äußerte sich dazu in einem Statement.

Aus dem Ruderboot und von der Piste zur Bahn-WM

Sportlere in blauem Sportdress auf einem Rennrad  auf der Rennbahn in einer Halle
Para-Radsportler Jakob Klinge auf der Bahn
Foto: Oliver Kremer / DBS

FRECHEN (kobinet)

Die Para-Radsport-Elite kämpft ab heute bis zum 1. November bei der Bahn-WM im niederländischen Apeldoorn um die letzten Weltmeistertitel des Jahres. Bundestrainer Gregor Lang schickt eine achtköpfige deutsche Auswahl ins Velodrom Omnisport – und blickt gespannt auf die neu formierten Tandems um Ex-Ruderer Marc Lembeck mit Pilot Robert Förstemann sowie Nachwuchstalent Maya Fügenschuh, die bei den Paralympics im März noch auf der Alpin-Piste unterwegs war. Die deutsche Mannschaft buhlt im Feld von rund 240 Sportlerinnen und Sportler aus 46 Nationen um die begehrten Regenbogentrikots und um vordere Plätze.

Vorschläge aus der Behindertenbewegung für die Entwicklung einer Altenrechtskonvention der Vereinten Nationen

Dinah Radtke, Theresia Degener und Sigrid Arnade im Video für die UN
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Foto: H.-Günter Heiden

Erlangen / Genf (kobinet)

Bei den Vereinten Nationen in Genf findet derzeit vom 26. – 30. Oktober 2026 der zweite Beratungszyklus für die Entwicklung einer Menschenrechtskonvention für die Rechte älterer Menschen statt. In die Beratungen dieses auch aus Sicht behinderter Menschen wichtigen Prozesses haben sich auch menschenrechtserfahrene Akteur*innen der Behindertenbewegung eingeklinkt. Prof. Dr. Theresia Degener, Dr. Sigrid Arnade und Dinah Radtke haben im Vorfeld der derzeitigen Beratungen ein Videostatement zu einzelnen Fragen der Konventionsentwicklung entwickelt und für die Ausstrahlung in Genf eingereicht, das nun auch – leider nur in englischer Sprache – auf dem YouTube-Kanal der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) eingestellt wurde. U.a. fordern die deutschen Vertreter*innen über ihre Dachorganisation Disabled Persons International eine Abkehr vom medizinisch orientierten Modell des Alters hin zu einer menschenrechtsbasierten Orientierung. Zudem plädieren sie auch für die Verankerung angemessener Vorkehrungen zur Überwindung von Diskriminierungen älterer Menschen.

Link zum YouTube-Video mit dem Statement von Prof. Dr. Theresia Degener, Dr. Sigrid Arnade und Dinah Radtke

Lebenslauf bringt rund 22.000 Euro zusammen

Großer Anzahl von Läufererinnen und Läufern, darunter auch Sportler mit Rollstuhl, die alle eine Startnummer tragen
Teilnehmende der Laufveranstaltung
Foto: lebenshilfe-fs

FREISING (kobinet)

Fast 66 Marathonstrecken – so weit reichte die gemeinsame Leistung der 310 Läuferinnen und Läufer beim 14. Lebenslauf der Stiftung Lebenshilfe Freising. Am Kichweihsonntag drehten sie insgesamt 2.139 Runden entlang der Moosachwiesen. Die zurückgelegte Strecke von 2.780,7 Kilometern ist nicht nur sportlich beachtlich: Durch das Engagement der Teilnehmenden und ihrer Sponsoren kommen voraussichtlich rund 22.000 Euro für die Arbeit der Stiftung Lebenshilfe Freising zusammen. Das Motto „Gemeinsam bewegen wir mehr“ wurde damit eindrucksvoll mit Leben gefüllt. Die Einnahmen unterstützen die Einrichtungen und Projekte der Lebenshilfe Freising und kommen damit Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Region zugute.

TLMB kritisiert mangelnde Barrierefreiheit am „Zukunftsbahnhof“ Themar

Zeichnung einer Frau im Rollstuhl, die vor drei Stufen stehen bleibenmuss
Zeichnung einer Frau im Rollstuhl, die vor drei Stufen stehen bleibenmuss
Foto: Lebenshilfe Bremen /Stefan Albers

ERFURT (kobinet)

Der Thüringer Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen (TLMB), Dennis Petschner, kritisiert die unzureichende Barrierefreiheit am kürzlich wiedereröffneten Bahnhof in Themar (Landkreis Hildburghausen). Trotz eines Projektumfangs von 6,2 Millionen Euro, davon rund 658.000 Euro aus Landesmitteln, sei nur ein Bahnsteig stufenlos erreichbar, erklärte Petschner am 28. Oktober 2026. Die übrigen Gleise seien weiterhin ausschließlich über Treppenanlagen im neuen Personentunnel zugänglich. „Ein Bahnhof ist erst zukunftsfähig, wenn er für alle Menschen gleichermaßen nutzbar ist“, betonte Petschner. Die Begründung, der Verzicht auf Aufzüge oder Rampen sei aufgrund geringerer Fahrgastzahlen und wirtschaftlicher Abwägungen notwendig, sei nicht hinnehmbar. „Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht, fest verankert in der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie darf niemals unter Haushaltsvorbehalt gestellt oder als optionaler Luxus behandelt werden, der erst ab einer bestimmten Passagierquote gewährt wird“, sagte der Landesbeauftragte.

Zehn Athleten für die Wahl „Special Olympics Sportler*in des Jahres 2026“ nominiert

Plakat mit zehn Portraits und den jeweiligen Namen auf verschieden braunem mit glitzereffekten durhcsetzten Hintergrund Hintergrund
Die Vorschläge für die Wahl der Sportlerinnen und Sportler des Jahres
Foto: Telekom / SOD

BERLIN (kobinet)

Auf Initiative der Deutschen Telekom wird auch 2026 ein / eine Athlet / Athletin von Special Olympics Deutschland im Rahmen der Wahl „Sportler des Jahres“ ausgezeichnet. Bei der Premiere im vergangenen Jahr wurde Short Track Athletin Sophie Dziadek als erste Special Olympics Sportlerin des Jahres geehrt. Wer die Auszeichnung in diesem Jahr erhält, entscheidet eine prominent besetzte Jury. Die Jury stimmt vom 26. Oktober bis zum 7. November 2026 über die Nominierten ab. Die Auszeichnung wird am 20. Dezember 2026 im Rahmen der Gala „Sportler des Jahres“ in Baden-Baden verliehen. Weitere Einzelheiten über diese Sportlerinnen und Sportler sind auf dieser Internetseite zu erfahren.

Pfleger wegen Missbrauchs vor Gericht

Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Bayreuth (kobinet)

Behinderte Menschen sind in höherem Maße von Gewalt und Missbrauch betroffen, das haben verschiedene Studien gezeigt. Und viel zu oft werden diese Taten nicht geahndet. Nun wird einem ZEIT-Bericht zufolge ab dem 7. Dezember 2026 gegen einen Pfleger wegen des sexuellen Missbrauchs von 24 behinderten Menschen, darunter auch Kinder, in Bayreuth vor dem Landgericht verhandelt. „Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-Jährigen neben sexuellem Missbrauch von Kindern, Kranken und Hilfsbedürftigen auch Herstellung und Besitz kinderpornographischer Inhalte sowie Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen vor“, heißt es dazu u.a. im Bericht vom 26. Oktober 2026 in DIE ZEIT.

Link zum Bericht der ZEIT

Weg zur Barrierefreiheit beginnt in Kassel mit einem ersten Klick

Bild von der Vorstellung des Wegweisers
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Foto: kassel.de

Kassel (kobinet)

„Mehr Selbstbestimmung im Alltag: Der neue digitale Wegweiser für Menschen mit Hilfebedarf macht Informationen zur Barrierefreiheit von mehr als 100 öffentlich zugänglichen Gebäuden in der Kasseler Innenstadt online verfügbar. Ob Eingänge, Türbreiten, Stufen, Aufzüge oder barrierefreie Toiletten, die Angaben helfen Menschen mit Behinderung, Seniorinnen und Senioren sowie Familien mit Kinderwagen, ihren Alltag besser und eigenständiger zu planen“, heißt es in einem Facebook-Post von kassel.de.

Lesung und Diskussion: Frech + Frei: 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung mit Udo Sierck in Mannheim

Plakat zur Lesung von Udo Sierck am 4.11.2026 um 18:00 Uhr in Mannheim
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Foto: AG Barrierefreiheit Rhein-Neckar

Mannheim (kobinet)

Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar lädt für den 4. November 2026 um 18:00 Uhr zu einer Buchvorstellung und Diskussion über Behindertenrechte mit dem Aktivisten und Autor Udo Sierck in das Mannheimer Stadthaus in N1 ein. Die kostenfreie Veranstaltung findet im Raum 52/53 auf der Empore statt. Einlass ist ab 17:30 Uhr. Udo Sierck stellt sein 2025 erschienenes Buch „Frech und frei: 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung“ vor. „Behindertsein ist schön!“, „Lieber lebendig als normal!“ oder „Nichts über uns – ohne uns!“ – diese Ausrufe sind kennzeichnend für ein starkes Selbstbewusstsein behinderter Menschen. Doch der Aufbruch vom dankbaren Objekt der Fürsorge zum Ziel der Autonomie und Selbstbestimmung erforderte Kämpfe, die in Vergessenheit zu geraten drohen, schreibt der Verlag Assoziation A in seiner Ankündigung zum Buch.

Vortrag zur Ausstellung Im Gedenken der Kinder in Kassel

Lisa Caspari
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Foto: Gedenkstätte Hadamar

Kassel (kobinet)

„Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – die Geschichte der ‚Kinderfachabteilung‘ Kalmenhof und die Entwicklung eines Gedenk- und Lernortes“, so lautet der Titel eines Vortrags von Lisa Caspari von der Gedenkstätte Hadamar, der heute am 28. Oktober 2026 um 19.00 Uhr in den Räumen des Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) im Ständehaus, Ständeplatz 6–10, in 34117 Kassel im Rahmenprogramm der Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“ gehalten wird. Die Ausstellung ist dort noch bis Freitag, 13. November 2026, im Ständehaus in Kassel jeweils von Montag bis Donnerstag von 10:00 –16:00 Uhr sowie Freitag von 10:00 –14:00 Uhr kostenfrei zugänglich.

Möglichkeiten von KI-Gehirn-Chips bei Querschnittlähmung

Symbol Fragezeichen
Symbol Fragezeichen
Foto: ht

München (kobinet)

Immer wieder gibt es Entwicklung oder Überlegungen, wie Einschränkungen durch neue Hilfmittel oder Technologien gemindert werden könnten. „Was bringt ein in das Gehirn implantierter Chip Menschen mit Querschnittlähmung mehr an Lebensqualität und Mobilität?“ Dieser Frage ist der Bayerische Rundfunk in einem gut fünfminütigen Fernsehbericht nachgegangen, auf den Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.

Link zum Fernsehbericht des BR

Beratungen zur Entwicklung einer Menschenrechtskonvention für ältere Menschen in Genf

Flagge UN
Flagge UN
Foto: public domain

Genf (kobinet)

Vor fast 20 Jahren wurde die UN-Behindertenrechtskonvention am 13. Dezember 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Diese Menschenrechtskonvention, die von Deutschland ratifiziert wurde und am 26. März 2009 hierzulande in Kraft trat, hat vieles in Sachen Inklusion in Bewegung gebracht und macht deutlich, was noch zu tun ist. Besonders während der Corona-Zeit wurde deutlich, dass es auch konkrete Maßnahmen für den Schutz der Rechte von älteren Menschen braucht, eine Konvention über die Menschenrechte von älteren Menschen. Auch wenn Deutschland noch nicht als Treiber für eine solche Menschenrechtskonvention älterer Menschen bezeichnet werden kann, hat die Entwicklung einer solchen Menschenrechtskonvention für die Rechte älterer Menschen auf der Ebene der Vereinten Nationen konkrete Formen angenommen. Diese Woche, vom 26. bis 30. Oktober 2026, finden in Genf die Beratungen für eine solche Menschenrechtskonvention bei den Vereinten Nationen statt, die auch live im Internet über das UN-TV übertragen werden. Gerade auch für ältere Menschen mit Behinderungen ist dieser Prozess zur Stärkung ihrer Rechte wichtig.

Link zur Übertragung der Beratungen

Link zu Informationen zum Prozess der Entwicklung der Altenrechtskonvention

Ich möchte nach Hause

drei rote Ausrufezeichen
drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Hamburg (kobinet)

Mit 56 Jahren lebt Petra in einem Pflegeheim, vor allem, weil die höheren Kosten der ambulanten Pflege im Vergleich zu der Pflegeeinrichtung vom Sozialamt nicht übernommen werden. „Mit 56 Jahren ist Petra hier noch sehr jung. Das durchschnittliche Eintrittsalter in Pflegeheimein liegt in Deutschland bei über 80 Jahren“, berichtet Caren Miosga in der am 26. Oktober um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlten Dokumentation mit dem Titel „Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung“. Im Dialog mit der auf Assistenz angewiesenen Frau wird deutlich, dass sie ganz andere Wünsche hat. Dort heißt es u.a. im Gespräch von Caren Miosga mit ihr: „Petra hat Probleme mit dem Sprechen, doch sie möchte uns, das wird schnell deutlich, unbedingt erzählen, wie es ihr geht in ihrem neuen Zuhause. ‚Wie fühlen Sie sich hier?‘ ‚Ich möchte nach Hause.‘ ‚Sie möchten nach Hause. In Ihre Wohnung?‘ ‚Leider geht das jetzt nicht mehr.‘ ‚Verstehen Sie, warum das nicht mehr geht?‘ ‚Finanziell.‘ ‚Wenn es finanziell ginge, wenn Sie sich das wünschen könnten, wie wäre das?‘ ‚Ich möchte nach Hause …'“ Auch wenn in dieser Sendung und der anschließenden Diskussion in hart aber fair die Situation der pflegenden Angehörigen im Mittelpunkt stand, machte diese Filmsequenz deutlich, was viele derjenigen, die „gepflegt“ bzw. unterstützt werden, anhand der zum Teil miserablen Situation in Deutschland empfinden und sich wünschen.

Der inklusive Sport hat gewonnen

Junge Männer und Frauen in rotem oder weißen Sportdress mit Sportrollstühlen beim Basketballspiel
Beim Rollstuhlbasketball-Turnier in Achim
Foto: Frank Scheffka

ACHIM / BREMEN (kobinet)

Mit einem regelmäßigen Rollstuhlbasketball-Training im Bremer Stadtteil Vahr setzt sich der Martinsclub dafür ein, den Breitensport für Menschen mit Behinderung weiter zu öffnen. Aus Bremen, Osnabrück, Münster, Hannover und Hamburg waren die Sportlerinnen und Sportler angereist, um gemeinsam den „Weserpokal“ auszuspielen. In gemischten Teams gingen sie in der Sporthalle Am Arenkamp in Achum-Uphusen auf Körbejagd und boten ein tolles Spektakel. „Wir haben spannende Spiele gesehen, es war actionreich und hat großen Spaß gemacht“, findet auch Ines Herrmann, die das Rollstuhlbasketball-Angebot beim Martinsclub künftig koordiniert. „Teamgeist, Spaß und ein respektvolles, sportliches Miteinander waren allgegenwärtig. Es ging trotz sportlichem Ehrgeiz nicht ums Gewinnen, sondern um den gemeinsamen Spaß an der Sache – so soll es sein!“ Ermöglicht wurde das Turnier durch eine Kooperation zwischen dem Martinsclub und dem TSV Achim sowie durch eine private Spende. „Vielen Dank an alle Sportlerinnen und Sportler sowie an alle, die mitgeholfen haben, das Turnier organisatorisch und finanziell auf die Beine zu stellen“, ergänzt Herrmann.

UN-Behindertenrechtskonvention hat Menschenrechte mocdernisiert

Logo Fensterblick mit Theresia Degener
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Foto: KSL.NRW

Gelsenkirchen (kobinet)

„Die Menschenrechte, auch, wenn sie immer ein westlich dominiertes Projekt waren, immer auch in Kontext von Kolonialismus und Imperialismus, missbraucht und instrumentalisiert worden sind, haben doch die Menschheit vorangebracht. Sie kodifizieren die Idee des Humanismus. Und, dass sich hierauf fast alle Staaten im Rahmen der Vereinten Nationen geeinigt haben, ist humanistischer Fortschritt. Aber Inklusion im Kontext von Menschenrechten gedacht, ist die einzige Hoffnung. Etwas Besseres haben wir noch nicht gefunden. Inklusion ist ein Bestandteil der Menschenrechte, insbesondere durch die UN-Behindertenrechtskonvention geworden. Und das ist ja auch das großartige an der UN- Behindertenrechtskonvention: Dass sie die Menschenrechte modernisiert hat.“ Dieses Zitat von Prof. Theresia Degener wird in der Ankündigung des Interviews, das Wibke Roth vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben (KSL.NRW) mit der renommierten Juristen in der Reihe Fensterblick geführt hat.

Link zum Interview mit Prof. Dr. Theresia Degener

Höhepunkt für Sportler mit und ohne Behinderung in Niedersachsen

Junger Mann mit weißem Trikot, blauer Hose und Startnummer holt mit einem kleinen Ball weit zum Wurf aus
Bei den Sportivationstage 2026 emngagiert dabei
Foto: BSN / Volker Minkus

HANNOVER (kobinet)

Die Sportivationstage des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN) standen erneut im Zeichen von Bewegung, Begegnung und gemeinsamer Freude am Sport. Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie Kinder ohne Behinderung kamen zusammen, um abwechslungsreiche und besondere Sportfeste in Aurich, Braunschweig, Hannover, Holzminden, Lingen, Osnabrück, Osterode am Harz, Rotenburg/Wümme und in Sandkrug zu erleben. Ein wichtiger Bestandteil war die Abnahme des Deutschen Sportabzeichens.

Podcast: Der Hund darf nicht rein

Zeichnung eines Mannes mit dunkler Brille, neben sich einen Führhund mit Geschirr
Zeichnung eines Mannes mit dunkler Brille, neben sich einen Führhund mit Geschirr
Foto: Aktion Mensch

Berlin (kobinet)

„‚Der Hund darf hier nicht rein‘ – diesen Satz kennen viele Führhundhaltende. Doch für Assistenzhunde gelten gesetzlich geregelte Zutrittsrechte. In der neuen Folge von ‚Fell und Führbügel‘, dem Führhunde-Podcast des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), erklärt Experte Johannes Sperling, wo der Zutritt mit Assistenzhund erlaubt ist, welche Ausnahmen es gibt und wie Führhundhaltende reagieren können, wenn ihnen der Zutritt verweigert wird. Gemeinsam mit Moderatorin Lisa Mümmler gibt er außerdem Tipps für den Umgang mit Konfliktsituationen“, wie es vonseiten des DBSV in der Ankündigung des Podcast heißt.

Link zur neuen Folge des Podcast „Fell und Führbügel“:

https://fell-und-fuehrbuegel.podigee.io/9-zutrittsrecht

Frauen mit Behinderungen nutzen Landeshaus NRW für politische Forderungen

Blick von schräg oben in einen Beratungssaal m it in Reihen stehenden Tischen an denen Frauen sitzen
Frauen des Netzwerks auf den Plätzen im Landeshaus Münster
Foto: Nena Aichholzer

MÜNSTER (kobinet)

Trotz Erkältungswelle, Streckensperrungen und Sturmschäden kamen am 24. Oktober fast 30 Frauen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen aus ganz Nordrhein-Westfalen im Landeshaus in Münster zusammen. Im Sitzungssaal der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe nutzten sie das Redepult und die Mikrofone, um eigene politische Anliegen vorzutragen. Unter dem Motto „Wir machen politische Räume zu unseren!“ erprobten die Teilnehmerinnen, wie es sich anfühlt, in einem großen politischen Gremium selbst das Wort zu ergreifen. Ein Höhepunkt des Plenums war das offene Mikrofon am Redepult. Viele Frauen nutzten die Möglichkeit, in bis zu drei Minuten ihre Themen zu benennen. Dazu gehörten Forderungen nach mehr Aktivität vor der anstehenden Landtagswahl, mehr Respekt in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, fehlende barrierefreie frauenärztliche Praxen in NRW sowie die Idee, Barrieren in den eigenen Stadtvierteln sichtbar zu machen und abzubauen.

Ich bin als Werkstattbeschäftigte gefangen in einem System und werde ausgenutzt und ausgebeutet

Logo: Die 12 rbb Bürgerrat
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Foto: rbb

Berlin (kobinet)

„Ich find das so furchtbar, ich bin gefangen in einem System, in bin Beschäftigte in so ner Werkstatt, ich bin gefangen, ich verstehe, was da abgeht, ich verstehe, dass ich ausgenutzt werde, wie ich ausgebeutet werde. (…) Wenn du einmal in so einer Werkstatt drinnen bist, kommst du meistens gar nicht mehr raus, weil der erste Arbeitsmarkt einen nicht mehr haben will. Und das ist die bittere Realität. Mein Fall ist sogar noch so furchtbar, ich kriege 200 Euro im Monat ausgezahlt. Das ist alles, was ich bekomme. Ich kriege keine Grundsicherung, keine Rente, weil dieses System so aufgebaut ist, dass ich von meinem Ehemann abhängig bin finanziell, weil er noch nicht behindert ist, im Gesundheitswesen arbeitet, knapp über Mindestlohn und mich versorgen muss. Das ist widerlich, das fühlt sich schrecklich an …“ So hat Sophie ihre Situation emotional sichtlich bewegt in der Sendung Die 12 – rbb Bürgerrat mit der Frage „Inklusion in Berlin & Brandenburg gescheitert“ geschildert. Die knapp einstündige Fernsehsendung kann in der Mediathek nachgeschaut werden.

Link zur Sendung Die 12 – rbb Bürgerrat vom 20. Oktober 2026