Über 100.000 unterstützen Petition für Recht auf Sparen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild zur Petition von Constantin Grosch
Bild zur Petition von Constantin Grosch
Bild: change.org

Hamm (kobinet) Die Petition von Constantin Grosch für ein "Recht auf Sparen und gleiches Einkommen auch für Menschen mit Behinderungen" wird mittlerweile von über 100.000 Menschen unterstützt. Am 18. März übergibt Constantin Grosch die Petition offiziell an die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Ulla Schmidt in Berlin.

"Die große Unterstützung der Petition freut mich sehr und zeigt, dass es sich bei der genannten Problematik keinesfalls um Einzelschicksale handelt und auch viele (noch) nicht Betroffene umtreibt", schreibt Constantin Grosch. Die Petition des Jurastudenten aus Hameln, der Persönliche Assistenz nutzt, hat in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit erreicht. Angesichts des von der Koalition versprochenen Bundesteilhabegesetzes kommt die Übergabe der Petition an die Bundestagsvizepräsidentin genau zur rechten Zeit, denn derzeit laufen erste Diskussionen, wie ein Bundesteilhabegesetz ausgestaltet und ob damit auch die Anrechnung des Einkommens und Vermögens auf Leistungen für behinderte Menschen endlich abgeschafft werden kann.

Link zur Petition

Link zur Kampagne für gesetzliche Regelungen zur sozialen Teilhabe

Hintergrund:

"Wie viel Geld darf ich sparen?" Diese Frage werden sich wohl die wenigsten Menschen bisher gestellt haben. Warum auch?, fragt Constantin Grosch in seiner Petition und führt aus: "Für Menschen mit Behinderungen ist das anders. Wer trotz Behinderung erfolgreich einer Arbeit nachgeht und gar beruflich Karriere machen möchte, hat in Deutschland dazu eigentlich keinen Grund. Die Anstrengungen, die eine höher qualifizierte Berufsausbildung und Erwerbsarbeit mit sich bringen, zahlen sich selbst dann nicht aus, wenn der Karriereerfolg sich tatsächlich einstellt. In Deutschland werden voll berufstätige Menschen ohne eigenes Verschulden daran gehindert, zu sparen. Wir dürfen nicht mehr als 2.600 Euro auf dem Konto haben! Danach wird alles abkassiert. Anlegen einer Altersvorsorge? Unmöglich. Rücklagen für Reparaturen, Ausfälle und Notfälle bilden? Nicht erlaubt. Geld für einen Autokauf ansparen? Fehlanzeige. Eine Erbschaft annehmen? Wozu? Die große Liebe heiraten? Besser nicht."

"Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung auf intensive Unterstützung durch z.B. persönliche Assistenz angewiesen sind, werden dadurch arm gehalten. Ein weitestgehend “normales” Leben und gesellschaftliche Teilhabe wird so unterbunden. Aber wie sieht das finanziell denn aus? Da die Inanspruchnahme einer persönlichen Assistenz, ohne die die meisten Menschen mit Behinderung nicht (über-)leben könnten, unter die Sozialhilfe fällt, gelten für diese auch die entsprechenden Regelungen. Behinderte zahlen die üblichen Steuern und Abgaben. Darüber hinaus zieht der Staat aber bis zu 40% des Einkommens zusätzlich ab. Sollte man trotzdem noch Geld sparen können, ist dies nicht gestattet. Mehr als 2.600 € darf ein Mensch mit Behinderungen, der auf intensive Hilfe angewiesen ist, nicht besitzen. Diese beiden Bestimmungen gelten auch für Ehepartner", schildert Constantin Grosch die derzeitige Situation.

Lesermeinungen zu “Über 100.000 unterstützen Petition für Recht auf Sparen” (1)

Von papacfish

Danke noch mal an Constantin. Da können wir alten Hasen uns mindestens eine Scheibe von abschneiden.

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