Flussblindheit kann besiegt werden

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Kongolesischer Junge bekommt Tablette gegen Flussblindheit
Kongolesischer Junge bekommt Tablette gegen Flussblindheit
Bild: CBM/Bugbee

Bensheim (kobinet) Eine der häufigsten Ursachen für Blindheit weltweit kann besiegt werden: Mindestens 18 Millionen Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Flussblindheit (Onchozerkose) infiziert. Unbehandelt erblinden immer noch viele Betroffene. Zum heutigen Weltgesundheitstag am 7. April macht die Christoffel-Blindenmission (CBM) darauf aufmerksam, dass dieser Kampf gewonnen werden kann. CBM-Direktor Dr. Rainer Brockhaus: „In Kolumbien und Ecuador haben wir die Flussblindheit bereits erfolgreich eliminiert. Weitere Länder müssen jetzt folgen. Wir arbeiten intensiv mit Regierungen, Unternehmen und Partnern daran, dass es in zwei Jahrzehnten keine Neuinfektionen durch Flussblindheit mehr geben wird.“

Regelmäßig einmal im Jahr eingenommen bietet das Medikament Mectizan Schutz gegen die Erkrankung. Rund 15-20 Jahre muss die Behandlung fortgesetzt werden, um die Übertragung zu verhindern und Augenlicht dauerhaft zu retten. Die CBM unterstützt die Verteilung der Tabletten an rund 16 Millionen Menschen jährlich. Vor allem in Afrika, wo die meisten Infizierten leben, setzt sich die CBM dafür ein, dass auch Menschen in besonders abgelegenen und von Armut und Krisen geprägten Gegenden erreicht werden.

Bereits seit über 25 Jahren werden die Tabletten kostenlos vom Arzneimittelhersteller MSD Sharp & Dohme über ein Mectizan-Spendenprogramm zur Verfügung gestellt. Denn leisten können sich die Betroffenen das Medikament nicht. Die Flussblindheit zählt zu den sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten. Damit gehört sie zu den Krankheiten, die besonders arme und vernachlässigte Menschen in Entwicklungsländern betreffen, wo es an Geld und ärztlicher Versorgung mangelt.

Verbreitet ist die Flussblindheit in der Nähe schnell fließender Gewässer, was der Krankheit ihren Namen gab. Denn dort lebt der Überträger der Krankheit: die Kriebelmücke. Durch einen Stich gelangt ein parasitärer Wurm in den menschlichen Körper. Dort vermehrt er sich und verbreitet mikroskopisch kleine Würmer, die zu unerträglichem Juckreiz und schweren Hautveränderungen führen. Wandern die Würmer bis zum Auge, sind Entzündungen und fast immer Blindheit die Folge.

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