Reportage über Texte für alle

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: Mensch zuerst

Mainz (kobinet) "Texte für alle - Das Konzept Leichte Sprache" lautet der Titel einer 27minütigen Rundfunkreportage von Silvia Plahl, die heute um 8.30 Uhr in SWR2 Wissen im zweiten Programm des Südwestrundfunks ausgestrahlt wurde. Darauf hat Hans-Peter Terno die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht. Die Sendung und das Manuskript hat der SWR zum Hören und Lesen ins Internet eingestellt.

Link zum Audiobeitrag

Link zum geschriebenen Manuskript der Reportage

Lesermeinungen zu “Reportage über Texte für alle” (2)

Von behindertenrecht

Zitat :
Man muss die Welt nicht verstehen,mann muss sich nur in ihr zurechtfinden .
Albert Einstein
Zitat Ende

Von Gisela Maubach

Folgt man dem Link zum Manuskript, findet man zur Idee für die "Leichte Sprache" folgende aussagekräftige Feststellung:

"Nur wer sie versteht, kann sich informieren und am gesellschaftlichen Leben teilhaben."

Wie wahr, denn es spiegelt genau die derzeitige behindertenpolitische Entwicklung wider.
Menschen, die nicht wenigstens die leichte Sprache verstehen, werden von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben konsequent ausgeschlossen - eben weil sie zu (!) behindert sind und Vertrauenspersonen als "Selbstvertreter" nicht beteiligt werden.

Und wenn nun sogar innerhalb dieses Beitrages bestätigt wird, dass für die Teilhabe (!) am gesellschaftlichen Leben (!) das Verstehen von leichter Sprache vorausgesetzt wird, dann wird in erschreckender Weise deutlich, welch hohe Barrieren in den Köpfen noch überwunden werden müssen, um ein Bewusstsein für den in der UN-Konvention formulierten Begriff "Vielfalt" zu schaffen.

Es wird offensichtlich noch ein weiter Weg, bis realisiert wird, dass man das Verstehen von leichter Sprache nicht voraussetzen kann, damit wirklich alle (!) Menschen mit Behinderung beim Wort "ALLE" inkludiert sind.

Die Aussage, dass nur wer die leichte Sprache versteht, am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann, finde ich daher höchst bedenklich, denn sollen diejenigen Menschen, die selbst die leichteste Sprache nicht verstehen können, wirklich ausgeschlossen bleiben?

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