Protest, wo es weh tut

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Berlin (kobinet) Protest in Neukölln – da, wo es weh tut. Das ist die Überschrift eines Berichts, den kobinet heute von der Blockade-Aktion am Rathaus des Bezirks Neukölln von Berlin erhielt. Die Info über den Protest des Berliner Bündnisses für ein selbstbestimmtes Leben machte auch auf der Veranstaltung am Brandenburger Tor die Runde, wo die Aktion in Gesprächen des Berliner kobinet-Korrespondenten mit Betroffenen lebhaft begrüßt wurde: 

Während am heutigen europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am Brandenburger Tor eine bundesweite Kundgebung mit Sprechern der Bundestagsfraktionen und Redebeiträgen der großen Verbände stattfand, mussten einige schwerbehinderte Berliner da, wo es weh tut, protestieren – in Neukölln. Das Bündnis für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen hatte etwa 20 Menschen im Rollstuhl und noch einmal soviel Unterstützer zusammengerufen, die den Eingang zum Rathaus Neukölln blockierten. Sie wollten den Sozialstadtrat und die Amtsleitung zur Rede stellen.

Denn wer in Neukölln auf umfangreiche Unterstützung angewiesen ist und zu deren Finanzierung Sozialhilfe beantragt, hat dort schlechte Karten (kobinet 2.5.2014).

Der Sozialstadtrat Bernd Sczepanski war vor Ort und kam mit dem Gruppenleiter des Sozialamtes Novak zu den Protestierenden. Er reagierte kooperativ und machte es möglich, in einem Saal des Rathauses in der großen Runde der Blockierer über eine Stunde sich einzelne Fälle von Anwesenden schildern zu lassen und zu diskutieren. Die Protestierenden forderten eine Zusage, sich in der Runde der Betroffenen bald wieder zu treffen und zu sehen, welche konkreten Fortschritte erzielt wurden. Mitte Juni soll es dieses Gespräch geben.

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