Veröffentlicht am 19.10.2026 17:08 von Ursula Rebenstorf in der Kategorie Nachricht
Donnersmarck-Stiftung heute Foto: Fürst Donnersmark Stiftung
Berlin (kobinet)
Anlässlich ihres Jubiläumsjahres lädt die Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin zu einem besonderen Spaziergang ein: Eine neue Audiotour führt in neun Stationen durch den Berliner Stadtteil Frohnau – und zugleich durch 110 Jahre Geschichte von Menschen mit Behinderung. Die Tour ist seit diesem Herbst kostenlos online abrufbar.
Veröffentlicht am 19.10.2026 11:21 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
ZSL Nord Foto: ZsL Nord
Kiel (kobinet)
Frauen mit Behinderungen erleben Benachteiligung oft auf mehreren Ebenen zugleich: als Frau und als Mensch mit Behinderung. Genau hier setzt das Projekt „Starke Frauen. Starke Stimmen. – Empowerment gegen Mehrfachdiskriminierung von Frauen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen“ des Zentrums für selbstbestimmtes Leben Norddeutschland (ZSL Nord) an. Das Angebot richtet sich an Frauen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen in Schleswig-Holstein. In einer festen Gruppe können sich die Teilnehmerinnen auf Augenhöhe austauschen, ihre eigenen Stärken entdecken und lernen, sich gegen Diskriminierung zu wehren. Vorerfahrung ist nicht nötig, nur Lust auf Austausch. Das Projekt arbeitet nach dem Peer-Ansatz „Nichts über uns ohne uns“ und wird von einer Frau mit eigener Behinderung geleitet, wie es vom ZsL Nord heißt, das darauf hinweist, dass Anmeldungen noch möglich sind.
Veröffentlicht am 19.10.2026 10:05 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Gewandhaus Leipzig Foto: H. Smikac
LEIPZIG (kobinet)
Am 5. November 2026 veranstaltet das Netzwerk für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen (nadis) einen Fachtag unter dem Motto „Wir behandeln das – Diskriminierung im Gesundheitswesen ansprechen und handeln“. „Wir freuen uns, dass das Thema Diskriminierung im Gesundheitswesen die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Der Ansturm auf die Plätze unseres Fachtags zeigt uns, dass wir ein für viele Menschen wichtiges Thema angehen,“ so Janek Lassau vom beim Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. Wer sich für das Thema interessiert sich jetzt noch anmeldet, kommt auf eine Warteliste und bekommt Bescheid, sollten noch Plätze frei werden.
Veröffentlicht am 19.10.2026 09:17 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
sovd Foto: Sozialverband Deutschland
HANNOVER (kobinet)
Anlässlich des „Tags der nicht sichtbaren Behinderungen“ am 20. Oktober 2026 fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen mehr Unterstützung für Betroffene. Rund 360.000 Menschen im Land haben laut SoVD eine schwere, nicht auf den ersten Blick erkennbare Behinderung – etwa durch Diabetes, Autismus, psychische Erkrankungen, chronische Schmerzen oder Suchtproblematiken. Gerade diese Personen erlebten eine doppelte Diskriminierung, so der Verband. „Betroffene müssen nicht nur mit den Folgen ihrer Erkrankung umgehen, sondern auch damit, dass andere diese nicht erkennen oder nicht ernst nehmen“, sagt Dirk Kortylak, Vorstand des SoVD in Niedersachsen. Solche Situationen entstünden bei der Arbeit, in der Freizeit und bei der medizinischen Versorgung. „Oft fehlt es in der Gesellschaft an Verständnis und Betroffene haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Deshalb muss sich strukturell unbedingt etwas ändern“, betont Kortylak.
Veröffentlicht am 19.10.2026 07:45 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
261019_Ahrens_Alex Foto: Mediengarten
Wien (kobinet)
„Alexander Ahrens ist Behindertenbeauftragter und Behindertenvertrauensperson an der Medizinischen Universität Wien und stammt aus der ehemaligen DDR. In dieser Sendung spricht er über sein Leben, seinen Beruf und die Gründe, warum er nach Wien gekommen ist. Das Leben ist für den ausgebildeten Filmwissenschaftler wie eine Kamerafahrt. Diese führte ihn von Deutschland nach Wien. Aufgewachsen ist der Rollstuhlfahrer in der ehemaligen DDR“, heißt es im Bericht des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS von Katharina Müllebner über die neueste Ausgabe der Sendung PERSPEKTIVENWECHSEL, bei der Alexander Ahrens zu Gast ist, der auch einige Jahre bei der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) gearbeitet hat.
Veröffentlicht am 19.10.2026 07:01 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen
MÜNCHEN (kobinet)
Der Landesverband Bayern der Gehörlosen e. V. (LVBYGL) hat seine Stellungnahme zum Fachgespräch „Gebärdensprachverbot in bayerischen Schulen aufarbeiten“ beim Bayerischen Landtag eingereicht. Darin dokumentiert der Verband die Erfahrungen von über 140 gehörlosen Menschen aus ganz Bayern, die schriftlich oder per Video in Deutscher Gebärdensprache (DGS) ihre Erlebnisse schilderten. Die Berichte zeigen, dass das Verbot der Gebärdensprache mit Gewalt durchgesetzt wurde – etwa durch Schläge mit Stock und Lineal, Ohrfeigen, Einsperren oder Essensentzug. Dies geschah an Schulen in ganz Bayern und hält in seinen Folgen bis heute an. Zeugnisse belegen zudem, wie stark die Sprechnote über den Bildungsweg entschied.
Veröffentlicht am 19.10.2026 06:31 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
260911_Petition_EGH_Sachsen Foto: ZsL Sachsen
Dresden (kobinet)
Das Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen (ZsL Sachsen) hat mit seiner Petition „Sachsen: Keine Kürzungen bei der Eingliederungshilfe und sozialen Teilhabe“ das erforderliche Quorum von 2.500 Mitzeichnungen erreicht. Bereits vor Beendigung der Petition unterstützten 2.559 Menschen die Forderungen des Vereins, wie dieser in einer Presseinformation mitteilte. Für das ZsL Sachsen ist dies ein wichtiger Zwischenerfolg und zugleich ein deutliches Signal an die sächsische Landespolitik. „Wir freuen uns riesig über diesen gemeinsamen Erfolg. Ich möchte mich bei allen bedanken, die unsere Petition unterschrieben, geteilt und unterstützt haben. Die vielen Mitzeichnungen zeigen, wie sehr die Zukunft der Eingliederungshilfe die Menschen bewegt. Aber das erreichte Quorum ist erst ein Zwischenschritt. Unser nächstes Ziel ist eine öffentliche Anhörung im Sächsischen Landtag. Denn wir wollen nicht nur Unterschriften sammeln, sondern mit unseren Forderungen auch politisch etwas bewegen“, erklärte Manuel Schramm, Vorsitzender des ZsL Sachsen.
Veröffentlicht am 19.10.2026 05:25 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung
261018_351_Sonntag_Outing Foto: IGEL-Media
Bad Segeberg / Halle (kobinet)
„Outing im Rampenlicht – Wenn Stars sich zeigen, fassen viele andere Mut“, so lautet der Titel der aktuellen Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) am 18. Oktober 2026 ausgestrahlt wurde. Im monatlichen Sonntags trifft IGEL-Talk sprechen Jennifer Sonntag und Sascha Lang dieses Mal unter anderem darüber, was es in uns bewegt, wenn Stars offen über eine Behinderung oder Erkrankung sprechen. „In Episode 351 widmen sich Jennifer Sonntag und Sascha Lang der Kraft solcher persönlichen Einblicke“, heißt es in der Ankündigung der bereits 351. Episodes des IGEL-Podcast. Aufhänger ist vor allem der Song von Danger Dan mit dem Titel „Dass es hier so schön ist„.
Veröffentlicht am 18.10.2026 23:51 von Hans-Willi Weis in der Kategorie Meinung
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün. Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet)
Nicht um eine machistisch-sexistische Anspielung handelt es sich hier. Vielmehr um einen philosophisch-spirituellen Fingerzeig, der unsere Aufmerksamkeit auf etwas „Geringfügiges“ hinweisen möchte. Ein möglicherweise „Rettendes“ in noch so dunklen Zeitläuften, gesellschaftlich und politisch. Etwas, das nicht durch Hyperaktivität erzwungen werden kann, sondern das gerade dann geschehen oder eintreten kann, sobald wir auch im Alltag mit unserer Rastlosigkeit innehalten.
Veröffentlicht am 18.10.2026 11:15 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
261017_bifos_Tagung_Kassel Foto: Nancy Frind
Kaseel (kobinet)
„Wir brauchen Räume, um uns auszutauschen und wieder Kraft für unser Engagement für Menschenrechte und Inklusion zu tanken.“ Das war eine Aussage, die immer wieder von Teilnehmenden der Tagung „Nicht neutral! Haltung zeigen und Inklusion verteidigen“ zu hören war. Die vom Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbestbestimmten Leben Behinderter (bifos) und dem Projekt Aktiv Teilhabe Gestalten des Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) am 16. und 17. Oktober 2026 im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen durchgeführte Veranstaltung brachte viele Aktive aus der Behindertenbewegung zusammen. Auch wenn der Schock bei vielen Teilnehmenden nach der Landtagswahl und der Wahl von AfD-Vertretern zum Landtagspräsident und Landtagsvizepräsident in Sachsen-Anhalt noch groß war, war bei der Tagung ein klares Bekenntnis zum weiteren und konsequenten Engagement für die Verteidigung der Demokratie und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu vernehmen.
Veröffentlicht am 18.10.2026 08:01 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
David_waltraud_Schaukel Foto: Susanne Göbel
Neunkirchen (kobinet)
Ein ganz herzliches Happy Birthday richtet die Redaktion der kobinet-nachrichten heute an Waltraud David, die viele Jahre im Vorstand des Netzwerk People First Deutschland mitgewirkt und die damalige Entwicklung der Selbstvertretungsbewegung von Menschen mit Lernschwierigkeiten entscheidend mitgeprägt hat. Diejenigen, die an den Sommercamps für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, die von 2006 bis 2020 im jährlichen Wechsel zwischen Duderstadt und Graz stattfanden, dabei waren, denen dürfte die humorvolle Saarländerin mit ihrem „losen Mundwerk“ und ihren engagierten Beiträgen für die Selbstbestimmung behinderter Menschen ebenfalls noch gut in Erinnerung sein. Heute kann die 1946 geborene und in Neunkirchen lebende Saarländerin ihren 80. Geburtstag feiern.
Veröffentlicht am 18.10.2026 07:10 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Symbol Fragezeichen Foto: ht
BERLIN (kobinet)
Für viele Eltern und Pflegeeltern von Kindern mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ist die Beantragung von Leistungen der Eingliederungshilfe bei Jugend- und Sozialämtern häufig ein langer und anstrengender Weg. Mit der vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderten bundesweiten quantitativen Online-Umfrage im Projekt Jugendämter kompetent und inklusiv (Jakomi) möchten wir von Eltern wissen, was sie brauchen, damit sich der Kontakt mit Ämtern verbessert. Die Ergebnisse helfen dabei, Empfehlungen für die zukünftige Unterstützung von Familien und die Arbeit der Ämter zu entwickeln. Zur Onlinebefragung geht es unter folgendem Link: moweb surveys.
Veröffentlicht am 18.10.2026 07:00 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
place-name sign Foto: geralt
HAMBURG (kobinet)
Ab Oktober 2026 erweitert der Bundesverband Burnout und Depression e.V. sein Angebot an lösungsorientierten Selbsthilfegruppen um einen neuen Standort in Hamburg-Bramfeld. Das „Andere Burnout Café“ (ABC) bietet einen geschützten Raum für Menschen, die von Burnout, Depression oder anderen psychischen Belastungen betroffen sind. Die Treffen finden ab dem 21. Oktober 2026 regelmäßig am dritten Mittwoch im Monat von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr in den Räumlichkeiten des LIFE HAMBURG Campus, Werner-Otto-Straße 21-27, 22179 Hamburg, statt.
Veröffentlicht am 17.10.2026 07:30 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Bei der Verleihung des MSD Gesundheitspreises Foto: Evangelische Stiftung Alsterdorf
HAMBURG (kobinet)
Das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf (EKA) hat für sein Projekt BESSER den MSD-Gesundheitspreis 2026 erhalten. Das Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekt richtet sich an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Leonie Ruhwinkel, Jurymitglied und Head of Market Access bei MSD Sharp & Dohme GmbH, würdigte in ihrer Laudatio bei der Preisverleihung in München am 16. Oktober den „innovativen und zugleich hochrelevanten Versorgungsansatz“ von BESSER. Das Projekt stehe beispielhaft für eine Gesundheitsversorgung, die niemanden zurücklasse, und zeige, „wie Innovation, Teilhabe und wissenschaftliche Evidenz zusammenwirken können, um die Gesundheit einer besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppe nachhaltig zu verbessern“. Zudem lobte sie das „herausragende Engagement und diesen wegweisenden Beitrag zu mehr gesundheitlicher Chancengerechtigkeit“.
Veröffentlicht am 17.10.2026 07:20 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Doctor and patient interaction in a hospital room, promoting healthcare support. Foto: Tima Miroshnichenko
WITTEN (kobinet)
Forschende des Lehrstuhls für Versorgungsforschung der Universität Witten/Herdecke (UW/H) haben eine Handreichung entwickelt, die Hospize und Palliativeinrichtungen dabei unterstützt, besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse schwerkranker Menschen einzugehen. Anlass ist die Beobachtung, dass aktuelle Defizite bei der Berücksichtigung dieser Bedürfnisse bestehen, etwa bei Patient:innen mit geringen Deutschkenntnissen oder gleichgeschlechtlichen Partner:innen, die nicht automatisch als Angehörige anerkannt werden.
Veröffentlicht am 17.10.2026 07:10 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Symbol Ausrufezeichen Foto: Kooperation Behinderter im Internet e.V./Tom Kallmeyer (Creative Commons BY-SA 4.0)
DRESDEN (kobinet)
Der Deutsche Caritasverband e.V. (DCV) sieht in der Verteidigung der demokratischen Ordnung das Fundament für sein sozialpolitisches Engagement. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, zu der seit Dienstag 200 Vertreter von Diözesan- und Ortscaritasverbänden, Caritas-Fachverbänden, Vereinigungen, Orden und großen Trägern aus ganz Deutschland in Dresden zusammengekommen sind, bekennt sich die Caritas zu ihrer politischen Verantwortung angesichts der extremistischen Bedrohung unserer Demokratie. „Wir sind als größter Wohlfahrtsverband gefordert, politisch Flagge zu zeigen. Demokratie ist nicht das Sahnehäubchen, für das wir uns dann einsetzen, wenn die Grundbedürfnisse unserer Klientinnen und Klienten befriedigt sind. Demokratie ist das Fundament. Sie sichert die gleichberechtigte Partizipation der vielen, sie ermöglicht Freiheit und Mitgestaltung. Unser Grundgesetz zu schützen ist Basisarbeit der Caritas“, so Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa in ihrer Grundsatzrede.
Veröffentlicht am 17.10.2026 07:00 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Logo des Netzwerkes Foto: Starke.Frauen.Machen.
BIELEFELD (kobinet)
Das Bundesnetzwerk der Frauenbeauftragten in Einrichtungen „Starke.Frauen.Machen. e.V.“ veranstaltet am 25. und 26. November 2026 eine Online-Fachtagung zum Thema „Gegen Gewalt und für Empowerment“. Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen thematisiert die Tagung Gewaltschutz und Empowerment speziell für Frauen mit Behinderungen, die besonders in Einrichtungen von Gewalt betroffen sind. Die Fachtagung richtet sich an Frauenbeauftragte, Unterstützerinnen, Verbände und weitere Interessierte. Am 25. November referieren Expertinnen aus verschiedenen Bereichen über die Verbesserung des Gewaltschutzes. Am Folgetag, dem 26. November, steht ein Mitmach-Programm auf dem Plan, das sich insbesondere an Frauenbeauftragte richtet. Es umfasst Informationen zur Zusammenarbeit mit Beratungsstellen sowie einen Schnupper-Wendo-Kurs. Alle Interessierten sind zur Teilnahme eingeladen.
Das mittelhessische Lahnstädtchen Marburg wird gelegentlich einseitig mit dem dreist sexistischen Volksporno „Das Wirtshaus an der Lahn“ in Verbindung gebracht – Kostprobe „Frau Wirtin hatte nen Galan, der nähert sich ihr stets von hinten an …“. Alles andere als eine rühmliche Visitenkarte also, einerseits. Andererseits hat sich Marburg an der Lahn aber auch einen höchst ehrenwerten Ruf erworben und zwar als Teil der Topografie behindertenemanzipatorisch bedeutsamer Orte innerhalb Deutschlands. Den einer behindertenfreundlichen Stadt für Blinde und Sehbehinderte nämlich. – Der Kobinet-Autor Hans-Willi Weis, promovierter Philosoph und Kulturwissenschaftler, im Alter von neun Jahren an Retinitis Pigmentosa erkrankt und seit über zwei Jahrzehnten vollständig erblindet – andernorts nennt man Leute wie ihn gerne „Vorzeige-Intellektuelle“ und schmückt sich mit ihnen – hat in den 1970er Jahren in Marburg studiert und an diese politisch bewegte, aber auch experimentierfreudige Zeit erinnern die heiter melancholischen Betrachtungen seines „Memoir“ (wie diese literarische Form biografischen Erzählens mittlerweile durchweg genannt wird).
Veröffentlicht am 16.10.2026 14:01 von Stephan Laux in der Kategorie Kolumne
Close-up of a blue directional sign for accessible parking amidst urban greenery. Foto: Caleb Oquendo
Villmar-Weyer (kobinet)
Am kommenden Mittwoch ist Stephan Laux zu einer öffentlichen Sitzung eingeladen. Der Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales ist ein Gremium der Gemeindevertretung seines Heimatortes und soll über die Genehmigung einer Satzung eines Beirates für Menschen mit Behinderungen und Senior*innen abstimmen.
Stephan Laux wird eher selten um Impulse zum Thema Inklusion und UN‑BRK gebeten. Weder in der allgemeinen Öffentlichkeit noch innerhalb der behindertenpolitischen Szene. Er wurde noch nie von Ottmar Miles Paul, vom Bifos-Institut und schon gar nicht von der Aktion Mensch gebeten, seine Meinung vor anderen Menschen kundzutun. Eigentlich auch nicht von den Kobinet-Nachrichten. Und dennoch tut er es immer wieder uneingeladen.
In seiner neuen Kolumne probt er deshalb seine Rede, die er in der hessischen Provinz vor 8 Zuhörenden halten will:
Logo Deutsches Institut für Menschenrechte Foto: Von Institut für Menschenrechte – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
Berlin (kobinet)
Am 31. Oktober 2026 endet die sechsjährige gemeinsame Leitung der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) durch Britta Schlegel. Sie verlässt das Deutsche Institut für Menschenrechte und wechselt beruflich. Die Stelle als Co-Leitung soll noch im Oktober öffentlich ausgeschrieben werden, um die Doppelspitze neben Leander Palleit zügig nachzubesetzen.
Veröffentlicht am 16.10.2026 07:31 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Mehr als 100 Sportlerinnen und Sportler aus 27 Teams zeigten an den Tischtennisplatten in Vohburg ihr sportliches Können Foto: Lebenshilfe Bayern – Andreas Schmittner
ERLANGEN (kobinet)
Die Herren der Mainfränkischen Werkstätten bleiben an der Spitze! Das Team aus Würzburg eroberte im Finale 2026 erneut den Meistertitel im landesweiten Tischtennisturnier der Lebenshilfe Bayern. Bei den Damen erkämpfte sich das Team aus Gremsdorf den Titel 2026. Das Finalturnier 2026 fand am 10. Oktober in der Agnes-Bernauer-Halle in 85088 Vohburg statt. Mit dabei waren über 100 engagierte Spielerinnen und Spieler aus ganz Bayern.
Veröffentlicht am 16.10.2026 07:20 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Logo des Deutschen Bahnkunden-Verband Foto: DBV
Berlin (kobinet)
Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) zieht anlässlich der InnoTrans 2026 in Berlin ein gemischtes Fazit zur Barrierefreiheit im Schienenverkehr. Zwar werde Barrierefreiheit bei der Entwicklung von Fahrzeugen und technischen Systemen wie Buchungs- und Informationsangeboten zunehmend berücksichtigt, so Klaus Honold, Bundesvorstand für barrierefreie Mobilität beim DBV. Gleichzeitig bestünden im Alltag weiterhin erhebliche Defizite.
Veröffentlicht am 16.10.2026 07:16 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Zeichnung einer jungen Frau mt gelber Armbinde und Taststock Foto: Pixabay/OpenClipart-Vectors
HAMBURG (kobinet)
Anlässlich des Tags des weißen Stockes fordert der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH) die Einrichtung eines Bachelor-Studiengangs „Rehabilitation bei Beeinträchtigung des Sehens und Blindheit“. Damit unterstützt der Verein die Forderung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) und wendet sich an den Hamburger Senat, zeitnah Gespräche mit den beteiligten Einrichtungen aufzunehmen und konkrete Schritte einzuleiten.
Veröffentlicht am 16.10.2026 07:10 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Logo VdK Deutschland Foto: VdK Deutschland
BERLIN (kobinet)
Der Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung prognostiziert, dass die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im kommenden Jahr voraussichtlich stabil bleiben. Im Vorjahr 2025 sah die Prognose zunächst ebenfalls gut aus, doch die Zusatzbeiträge wurden unterjährig stark erhöht. Anlässlich dieser Bekanntgabe äußerte sich der Sozialverband VdK kritisch. VdK-Präsidentin Verena Bentele erklärte: „Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz hat zunächst scheinbar seine Aufgabe erfüllt. Die Beiträge steigen nicht. Eine stabile Finanzierung der GKV sieht aber anders aus. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wäre wichtig, dass die Beiträge endlich wieder sinken. Die Zusatzbeiträge kommen für die Versicherten schließlich noch obendrauf. Seit Jahren bewegen sie sich auf einem hohen Niveau. Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen brauchen dringend Entlastung. Ziel muss jetzt sein, die Ausgaben der GKV mit den Einnahmen wieder in Einklang zu bringen.“
Veröffentlicht am 16.10.2026 07:01 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Symbol Ausrufezeichen Foto: ht
MÜNCHEN (kobinet)
Das Kompetenzzentrum Gebärdensprache Bayern e. V. (KOGEBA) hat am 14. Oktober 2026 eine landesweite Fach- und Anlaufstelle für Gebärdensprache in Bayern eröffnet. Die Fachstelle soll Politik, Ministerien, Behörden, Kommunen und öffentliche Einrichtungen in Fragen der Deutschen Gebärdensprache (DGS), sprachlicher Barrierefreiheit, barrierefreier Kommunikation sowie der politischen Mitbestimmung und Teilhabe Tauber Menschen fachlich beraten und unterstützen.
Veröffentlicht am 16.10.2026 05:10 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
261016_museumsatlas Foto: MuseumsAtlas
Berlin (kobinet)
Ob ein Museumsbesuch gelingt, entscheidet sich oft an Details: eine Stufe am Eingang, ein fehlender Aufzug, kein barrierefreies WC. Diese Angaben sind auf vielen Museumswebsites schwer zu finden. MuseumsAtlas.com trägt sie für jedes Museum zusammen, einheitlich, vergleichbar und kostenlos. Auf der Themenseite „Barrierefreie Museen“ wählen Besucherinnen und Besucher aus, was sie brauchen, und sehen nur Museen, die alle gewählten Punkte erfüllen.
Veröffentlicht am 15.10.2026 16:32 von Hubertus Thomasius in der Kategorie Nachricht
NinaSebracon Foto: BEB-Schweppe
Tostedt (kobinet)
Podiumsdiskussion zur zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmus Störung NON-24-Syndrom auf der Sebracon 2026
Seltene Erkrankungen stellen eine Herausforderung für Patient*Innen, Ärzt*Innen, Betreuende und Angehörige dar. Es ist wichtig, sie bekannt zu machen und sie öffentlich zu diskutieren.
Veröffentlicht am 15.10.2026 14:02 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Jürgen Linnemann im Rollstuhl Foto: privat
Münster (kobinet)
Eigentlich war für heute, den 15. Oktober 2026, eine Entscheidung im Hinblick auf die Klage von Jürgen Linnemann für die Zahlung des Mindestlohns in Werkstätten für behinderte Menschen erwartet worden. Das Arbeitsgericht Münster hat heute verkündet, dass das Verfahren fortgesetzt wird. Ein neuer Termin für die Verkündung der Entscheidung soll von Amts wegen anberaumt werden. Es werde mit einem Termin in ca. 6 bis 8 Wochen gerechnet. „Jürgen Linnemann arbeitet 24 Stunden pro Woche und bekommt 200 Euro im Monat. Jetzt kämpft er vor Gericht für den Mindestlohn“, heißt es in einem ausführlichen Bericht zur Klage des Mitarbeiters einer Werkstatt für behinderte Menschen in Nordrhein-Westfalen.
Veröffentlicht am 15.10.2026 08:03 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Logo des DBSV Foto: DBSV
Berlin (kobinet)
Anlässlich des heutigen Tags des weißen Stockes am 15. Oktober fordert der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) die Einführung eines Bachelor-Studiengangs „Rehabilitation bei Beeinträchtigung des Sehens und Blindheit“. Um diesen finanziell abzusichern und gemeinsam mit den Hochschulen umzusetzen, wird dringend die Unterstützung von Bund und Ländern gebraucht, heißt es in einer Presseinformation des DBSV.
Veröffentlicht am 15.10.2026 07:58 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Jürgen Linnemann mit Soraia Da Costa Batista bei Jan Böhmermann Foto: Die Neue Norm aus ZDF
Münster (kobinet)
Für Jürgen Linnemann sowie für die ca. 300.000 behinderten Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen weit unter dem Mindestlohn und ohne nennenswerte Vermittlungschancen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten, ist der heutige 15. Oktober 2026 ein spannender Tag. Das Arbeitsgericht in Münster will heute verkünden, ob es ein Urteil in Sachen Mindestlohn in Werkstätten gibt oder ob möglicherweise weiter verhandelt werden muss. „Jürgen Linnemann arbeitet pro Woche 24 Stunden in den Freckenhorster Werkstätten, am Ende des Monats werden ihm 195 Euro ausgezahlt. Das will der 57-Jährige ändern und klagt“, heißt es zum Hintergrund in der Neuen Westfälischen Zeitung zur anstehenden Entscheidung. Bei der Diskussion lohnt sich aber auch ein Blick auf die generellen Gehaltsunterschiede in Deutschland und der EU.
Veröffentlicht am 15.10.2026 07:31 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Logo Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. — ISL Foto: Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. — ISL
BERLIN (kobinet)
Ein Verbändebündnis aus Deutscher Behindertenrat, LIGA Selbst-Vertretung und Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege lehnt geplante Leistungskürzungen und Einschränkungen des Wunsch- und Wahlrechts in der Eingliederungshilfe ab. Anlass ist der Beschluss des Bundeskanzlers mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder vom 25. Juni 2026 sowie die Empfehlungen aus dem „Dialogprozess Eingliederungshilfe“, die zentrale Voraussetzungen für eine selbstbestimmte und personenzentrierte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen berühren. Maßstab jeder Reform müsse die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) sein, betont das Bündnis.
Veröffentlicht am 15.10.2026 07:21 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Simone Fischer mit der Kuppel des Bundestags im Hintergrund Foto: Simone Fischer
BERLIN (kobinet)
Anlässlich der gestrigen Einsetzung der Pflegestrukturkommission hat Simone Fischer, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, eine klare Position bezogen. Millionen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bräuchten Stabilität und Verlässlichkeit, so Fischer. Eine weitere Runde unverbindlicher Prüfaufträge sei unzumutbar. Fischer erwartet von der Kommission mutige Vorschläge statt Sparlisten. Dazu gehöre etwa die wirksame Begrenzung der Eigenanteile in der Pflege, die bereits im Koalitionsvertrag stehe. Es müsse endlich eine spürbare Entlastung folgen. Zielgenauigkeit und Eigenvorsorge dürften kein Deckmantel für Leistungskürzungen und mehr private Absicherung sein, betonte sie. Die Bundesregierung und Gesundheitsminister Karl-Josef Linnemann müssten die Ergebnisse der Kommission ernst nehmen. Ein Finanzierungsvorbehalt dürfe die nächste Reform nicht erneut ausbremsen, so Fischer. Der Zeitplan bis Juli 2027 sei eng. Parlament, Pflegefachpersonen, Pflegebedürftige und Angehörige müssten von Anfang an wirksam beteiligt werden. „Wer die Pflegezukunft gestaltet, darf nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden“, sagte Fischer.
Veröffentlicht am 15.10.2026 07:20 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Protest zur BGG-Reform am Paul-Löbe-Haus am 22. Juni 2026 Foto: laut-werden.de / Dennis Steinhilber / instagram.com/lautwerden
Berlin (kobinet)
Am 22. Juni 2026 protestierten behinderte Menschen vor der Bundestagsanhörung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz in Berlin. Seither ist nichts mehr bei diesem Gesetzgebungsverfahren, mit dem der Weg in eine barrierefreie Gesellschaft geebnet werden könnte, wenn der Gesetzentwurf nicht so schlecht wäre. „Die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Heubach klingt nicht erfreut. Die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes kommt nicht voran. Dabei hatte sich das Kabinett im Februar 2026 geeinigt, Anfang Mai beriet der Bundestag den Gesetzentwurf in erster Lesung. Seither ist wenig passiert“, heißt es nun in einem Bericht der Tageszeitung taz, der der Frage nachgeht, warum beim Behindertengleichstellungsgesetz derzeit nichts vorangeht. Dabei wurde auch bei den Verantwortlichen der CDU/CSU Bundestagsfraktion nachgefragt.
Veröffentlicht am 15.10.2026 07:15 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Blick auf ausgestellte Bilder Foto: ROBIN CONSULT_Lepsifoto
WIEN (kobinet)
Vom 14. Oktober 2026 bis zum 31. Oktober 2026 verwandeln Werke von Kindern aus schwierigen Lebenssituationen in der Republik Moldau sechs Wiener U-Bahn-Stationen in „Kleine Lichtquellen“. In der Wiener Opernpassage präsentierte das „Kinderland Moldova“ Kunstwerke von Kindern aus schwierigen Lebenssituationen im ländlichen Moldau. Die Arbeiten – umrahmt von Ausschnitten aus Pavel Brăilas diesjähriger Ringturmverhüllung „Your Happiness in Your Own Hands“ – sind in den sechs Showrooms in den U-Bahn-Stationen Karlsplatz, Volkstheater, Augarten, Universität/Schottentor und Altes Landgut zu sehen. Anwesend bei Eröffnung der Ausstellung waren die Botschafterin der Republik Moldau Victoria Roșa, Starkünstler Pavel Brăila, Manuel Gras (Red Carpet Art Award), Elena Busuioc (Künstlerin), sowie die Vertreter der Kinderland-Stiftung Georg Burger-Scheidlin, Maximilian Schönfeldt, Wolfgang Dibiasi und Richard Pichler und viele andere.
Veröffentlicht am 15.10.2026 07:11 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Nach rechte zeigende Pfeile in Schwarz, Rot und Gel. Darunter die Worte CDU/CSU Franktion im Deutschen Bundestag Foto: CDU/CSU Bundestagsfraktion
BERLIN (kobinet)
Anlässlich der Berufung der Expertenkommission für eine umfassende Pflegereform machte die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Simone Borchardt, deutlich, dass das Pflegeneuordnungsgesetz kein Schlusspunkt sein soll. In diesem Zusammenhang hob Borchardt hervor: „Wir dürfen die Pflegeversicherung nicht Jahr für Jahr mit höheren Beiträgen über Wasser halten, und auch Darlehen sind keine zukunftsweisende Politik. Wir müssen sie neu ordnen. Für uns als CDU/CSU-Bundestagsfraktion heißt das vor allem, die häusliche Pflege stärker in den Mittelpunkt zu rücken, denn Angehörige tragen einen erheblichen Teil der Versorgung in Deutschland.“
Veröffentlicht am 15.10.2026 07:01 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Siegfried Buser, der neu gewählte Bundesvorsitzende Foto: BDH
BONN (kobinet)
Siegfried Buser ist neuer Bundesvorsitzender des BDH Bundesverband Rehabilitation. Auf der Bundesdelegiertentagung am 11. und 12. Oktober 2026 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn wählten rund 200 Delegierte den Mediziner an die Spitze des gemeinnützigen Sozialverbandes und Klinikträgers für Neurorehabilitation. Er folgt auf Ilse Müller, die das Amt nach 20 Jahren nicht erneut antrat. Buser bringt langjährige Erfahrung als Oberarzt für Medizincontrolling und Leiter der Patientenaufnahme an der BDH-Klinik Elzach, als Notarzt und als bisheriges Vorstandsmitglied mit. „Die Rahmenbedingungen verändern sich massiv. Das stellt uns vor große Herausforderungen“, sagte er. In den kommenden Jahren müsse der BDH wichtige Entscheidungen über seine weitere Entwicklung treffen. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehört die Stärkung der sozialpolitischen Arbeit des Verbandes. Der BDH will damit die Interessen von Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen kontinuierlicher in Politik und Gesetzgebung einbringen.
Veröffentlicht am 14.10.2026 10:23 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Zirka 100 Teilnehmer kamen zur Fachtagung in Lobbach. Foto: Manfred Sauer Stiftung
LOBBACH (kobinet)
Knapp 100 Teilnehmende diskutierten bei der gemeinsamen Fachtagung der FGQ und der Manfred-Sauer-Stiftung über Sexualität, Nähe und Intimität nach einer Rückenmarksschädigung. Im Mittelpunkt standen neben medizinischen Erkenntnissen vor allem der offene Austausch, der Abbau von Vorurteilen und die Frage, wie sexuelle Selbstbestimmung gestärkt werden kann. Sexualität ist ein grundlegender Bestandteil menschlichen Lebens – auch nach Eintritt einer Querschnittlähmung. Dennoch sind Fragen zu Lust, Partnerschaft und Intimität im Alltag und in der Rehabilitation häufig mit Unsicherheiten und Tabus verbunden. Unter dem Titel „Let’s talk about Sex“ widmete sich die sechste gemeinsame Fachtagung der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland (FGQ) und der Manfred-Sauer-Stiftung am 10. und 11. Oktober 2026 diesem wichtigen Thema. Knapp 100 Menschen mit Querschnittlähmung, Angehörige und Fachpersonen kamen in Lobbach zusammen, um sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen.
„Der Thüringer Landtag hat beschlossen: Strafgefangene im Gefängnis bekommen für ihre Arbeit jetzt 3,37 Euro pro Stunde (nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts). Und was bekommt ein Mensch mit Behinderung, der 40 Stunden die Woche in einer deutschen ‚Werkstatt‘ schuftet? Durchschnittlich 1,35 Euro pro Stunde! (ca. 224 Euro im Monat)“, schreibt Uwe Heineker auf Facebook mit dem Hinweis auf eine am 15. Oktober 2026 anstehende Gerichtsentscheidung zum Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen. Am 8. Mai 2026 hat Jan Böhmermann im ZDF Magazin ROYALE das Thema der Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen aufgegriffen. Unter anderem war damals Jürgen Linnemann zu Gast in der Sendung, der mit Unterstützung der Gesellschaft für Freiheitsrechte den Klageweg für einen Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen gestartet hat. Das Arbeitsgericht in Münster will nun am 15. Oktober 2026 (9.00 Uhr) verkünden, „ob es ein Urteil gibt oder ob möglicherweise weiter verhandelt wird.
Veröffentlicht am 14.10.2026 08:29 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Bundestag im Herbst Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet)
Einen kritischen Blick haben eine Reihe von geladenen Sachverständigen bei der Bundestagsanhörung auf den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe am 12. Oktober 2026 geworfen. Unter anderem ging es auch darum, dass die Bildungsassistenz zukünftig vorwiegend als infrastrukturelles Angebot an Schulen bereitgestellt werden soll. Wer sich die gut eineinhalbständige Anhörung im Nachhinein noch anhören oder anschauen möchte, findet die Aufzeichnung und weitere Informationen zum Thema im Internetangebot des Bundestages.
Veröffentlicht am 14.10.2026 07:29 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
260911_Bauminkonf_Beauftragte Foto: Sandra Kissling-Thomas, Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
Berlin (kobinet)
Die Bauministerkonferenz hat am 10. und 11. September 2026 in Berlin einen Beschluss zur Stärkung des barrierefreien Bauens und Wohnens unter Tagesordnungspunkt 27 gefasst. Darin wird betont, Barrierefreiheit im Wohnungsbau von Anfang an zu berücksichtigen und die Belange von Menschen mit Behinderungen im Bau- und Wohnungswesen angemessen einzubeziehen. Darauf hat der Landesbeauftragte für Inklusion der Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen aufmerksam gemacht. Der Beschluss sieht vor, die Anforderungen an die Barrierefreiheit zu harmonisieren sowie Fördermöglichkeiten und Investitionsanreize für barrierefreie Wohnungen im Neubau und Bestand zu prüfen. Zudem ist eine stärkere Einbindung der Beauftragten von Bund und Ländern für die Belange von Menschen mit Behinderungen (KBB) in den fachlichen Austausch und bei geplanten Änderungen relevanter Bauvorschriften vorgesehen.