Mit Empathie und Ökonomie

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Dagmar Rahne und Andrea Schatz
Dagmar Rahne und Andrea Schatz
Bild: Daniela von Raffay

Von Daniela von Raffay und Andrea Schatz

Thermalbad Wiesenbad (kobinet) Eine gelungene Mischung aus Therapie, Empathie und Ökonomie gelang in Sachsen im Erzgebirge. Gestern, am 1. Februar 2015, fand die Auftaktveranstaltung zu 60 Jahre Polio in Thermalbad Wiesenbad statt. Die Ärzte Dr. Margritta Frohberg, Chefärztin, Prof. Dr. Wolf Arnold, Sohn von Prof. Arno Arnold, dem Begründer des Sanatoriums und OMR Chefarzt i.R. Hans-Joachim Buschbeck berichteten von Anfängen und Gegenwart der Geschichte im Kampf gegen die Polioerkrankung. Zauberworte wie "üben, üben, üben" sind uns Polionauten in Fleisch und Blut übergegangen.

Der ehemalige Geschäftsführer Klaus Leibiger veranschaulichte, wie die Kurklinik vor und nach der Wendezeit im Lauf der Jahrzehnte mit insgesamt 55 Millionen Euro aufgebaut und erweitert werden konnte.

Großen Anteil an dem nunmehr sechs Jahrzehnte währenden Erfolg der Kurklinik hat das gesamte Personal, das Teamgeist, große Herzlichkeit und menschliche Wärme ausstrahlt. Als Vertreterin von uns Poliopatienten, die wir aus allen Himmelsrichtungen von Bayern bis zur Ostsee extra angereist waren, sprach Dagmar Rahne aus Schöneiche bei Berlin, Patientin der ersten Stunde. Anschaulich und mitreißend erheiterte sie uns mit Anekdoten vom "dreckigen Ärmel", einer der damaligen Stammkneipen, von Tanztherapie, Kenny-Packungen, den dampfenden Wolldecken, vom Klappschen Kriechen und dem belebenden Thermalwasser. Drei Generationen von Poliobetroffenen ist Thermalbad Wiesenbad zur zweiten Heimat geworden.

Lesermeinungen zu “Mit Empathie und Ökonomie” (2)

Von lehmä

Mal was ganz anderes; vielleicht schaut jemand über seinen Tellerrand: Am 28. Februar hat die finnische Rockband „Pertti Kurikan Nimipäivät“ (PKN) die diesjährige Ausscheidung zur Teilnahme am Eurovision Songkontest in Wien am 23 Mai gewonnen. Nix Besonderes: die Musiker sind eine normale behinderte Punkband.- Trotz alledem und alledem täuscht auch dies nicht über die desolaten Zustände Behinderter In Deutschland und „anderswo“ hinweg.

Von Daniela von Raffay

Thermalbad Wiesenbad ist für Polionauten und auch für andre Rollifahrer mit neuromuskulären Behinderungen ideal. Ein kleiner übersichtlicher Kurbetrieb, mit Stammpersonal und sehr viel Stammpublikum. Man trifft oft die gleichen Leute und kann sich Bundesweit vernetzen und austauschen. Viele Leute verabreden sich im Vorfeld, so gibts z.B. diejenigen, die die Weihnachtszeit bzw. den Winter bevorzugen. Andre wiederum kommen lieber im Sommer usw. Bin selbst seit Jahren dort und sehr zufrieden. Bei Kritik bzw. Unzufriedenheit mit bestimmten Dingen, reagiert die Klinikleitung und versucht, allen gerecht zu werden. Natürlich gibts gewisse ökonomische Zwänge, wie beispielsweise Ausflüge für Rollifahrer, die wenn sie ohne eigenen Pkw anreisen, oft auf dem Gelände festsitzen. Es gibt da die Möglichkeit Fahrgemeinschaften zu bilden, um auf privatem Wege (Taxiunternhmen) mal raus zu kommen, um dem unvermeidlichen Kurkoller zu entfliehen..

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