Profis solidarisch mit Behindertensportlern

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

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Bild: Partner für Berlin

Berlin (kobinet) Immer mehr Berliner Bundesliga-Vereine solidarisieren sich mit dem Behindertensport, unterstützen die „Wir wollen die Spiele"-Kampagne und laden paralympische Sportarten zu Demonstrationsspielen ein, informiert der Behinderten-Sportverband Berlin. „Ohne die Paralympischen Spiele geht nichts. Seit1996 hat das IOC festgelegt, nur gemeinsame Bewerbung von Olympischen und Paralympischen Spielen. Das heißt z. B. auch, Sportstätten schaffen, die zugänglich sind. Der Sport ist hier Inklusionsmotor", so Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes in einem Interview mit dem rbb Inforadio.

Den Anfang der Einladungen machten am letzten Freitag die Eishockeyspieler der Berliner Eisbären bei ihrem Bundesliga-Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine. In einer Drittelpause hatte das Sledge-Eishockey-Team des ECC PREUSSEN die Möglichkeit, in der gefüllten O2 World dem Publikum das rasante Eishockey mit dem „Schlitten" (Sledge) zu demonstrieren. „Selbst die Fankurve der Eisbären waren von unserer Vorstellung so fasziniert, dass sie auf ihr Pausenbier verzichtet haben, und in der Halle geblieben sind", so Ingo Kaleschke, Mannschaftsführer des SledgeTeamBerlin und Fachwart Sledge-Eishockey beim Behinderten-Sportverband Berlin. „Für uns war es einfach genial, in einer vollbesetzten Halle unsere für Berlin neue Sportart zu zeigen. Dann wurden wir auch noch als Vertreter des BSB für den Amateursportpreis 2015 nominiert. Jetzt muss nur noch der Nachwuchs zu uns zum Training kommen, dann ist alles perfekt".

Selten hat der Behindertensport die Gelegenheit seine Sportarten vor derart großem Publikum zu zeigen. Weiter geht es dann am 4. Februar mit den Sitzvolleyballern. Dazu Klaas Brose, Geschäftsführer des Behinderten-Sportverbandes Berlin: „Es ist uns eine Ehre, dass das Sitzvolleyball-Team des SCC-Berlin auf Einladung des amtierenden Deutschen Meisters, den Berlin Recycling Volleys, beim Bundesligaspiel gegen den TV Rottenburg in der Netzpause den Volleyball Fans zeigen kann, dass Volleyball im Sitzen auch rasant, spannend und körperbetont ist". Das Bundesligaspiel, bei dem mit Berlin der Tabellen-Zweite auf den Tabellen-Sechsten aus Rottenburg trifft, beginnt um 19:30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle am Falkplatz.

Am 15. Februar mischt sich dann der Behinderten-Sportverband Berlin in die Diskussion Pro und Contra Olympia/Paralympics Bewerbung 2024/2028 ein. Gemäß dem Motto „Wir wollen die Spiele" stellt sich der Behindertensport Berlins der öffentlichen Diskussion. Im Glashaus der Arena Treptow wird ab 14:00 Uhr in einer Podiumsdebatte das Für und Wider ausgetauscht.

BSB-Präsident Dr. Ehrhart Körting, Isko Steffan, Vize-Präsident LSB, Kirsten Bruhn, vielfache Paralympics-Medaillengewinnerin, Oliver Klar, Jugendwart BSB, Henry John, Sportlehrer Toulouse-Lautrec-Schule und weitere Gäste werden u. a. diskutieren, ob die Paralympics Berlin noch lebenswerter für Menschen mit Behinderung machen können, und ob das Ziel, so die neueste Kampagnenaussage der Befürworter, Berlin zur an Barrieren ärmsten Stadt Europas zu machen, erreicht werden kann.

Dazu meint DSB-Präsident Beucher in „Vis a vis" beim rbb Inforadio: „Man muss auch einmal sehen, was für tolle Sportstätten in Berlin durch die frühere, wenn auch vergebliche Bewerbung entstanden sind. Wir machen nicht umsonst in Berlin seit vielen, vielen Jahren die Internationalen Deutschen Schwimm-Meisterschaften für Menschen mit Behinderung, wo Teilnehmerfelder sind, die knapp hinter denen der Paralympics liegen. Und das in einer erstklassigen Location, mit weitestgehend barrierefreien Sportstätten. Das finden sie in dieser Größenordnung an kaum einer anderen Stelle."

Lesermeinungen zu “Profis solidarisch mit Behindertensportlern” (1)

Von Gerti

Wo wird's meiste Geld gleichsam zum Fenster rausgeworfen? Beim (Leistungs)Sport.
Komisch, dass sich die Profis nur für leistungsorientierte Behinderte zu interessieren scheinen.
Auf diese Weise werden die Schwerstbehinderten erneut ignoriert.
An Stelle, dass sich die Sportler_innen mal für Schwerstbehinderte stark machen, die nie oder nur selten die Anstalten, in denen sie verwahrt sind, verlassen (dürfen) und nur selten verlassen können, hofieren sich hier gegenseitig diejenigen, die von Hause aus priviligiert werden und priviligiert sind. Unglaublich. Eine Frechheit, die sondersgleichen sucht.
Sport war, ist und bleibt Luxus. Und Luxus ist vom Staat und von der Industrie nicht zu finanzieren. (Wobei die Wortwahl 'ist zu' als Imperativ von mir verwendet wird.)
Die Olympiade und Paralympics dienen nur und nur der Gewinnsteigerung der Privatunternehmen. Wenn nun auch noch politisch linksorientierte Behinderte dem teuren Rummel Olympiade und Paralympics zujubeln, dann haben diese Linken offensichtlich nicht verstanden oder wollen es nicht verstehen, DASS der teure Sportrummel nichts mit Freundschaftsspielen gemein hat, sondern dass sich hier wieder einmal die Privatunternehmen an den Steuereuronen der Bevölkerung satt bedienen. Der Staat macht vor den Privatunternehmen auch noch Kotau. So reichen cdu und die linke einander die Hand und machen einen auf unverbrüchliche Freundschaft. Eine Freundschaft, wo jeder der Freunde in den Augen Dollar- und Euro-Zeichen hat. Gebt das Geld lieber für sinnvolle, statt sinnentleerte Dinge aus.

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