Schnelle Entschädigung für ehemalige Heimkinder mit Behinderung nötig

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: kobinet/omp

Berlin (kobinet) Die Piraten im Abgeordnetenhaus von Berlin fordern eine schnelle Entschädigung für ehemalige Heimkinder mit Behinderung. Der sozialpolitische Sprecher der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus Alexander Spies bezeichnet es als skandalös, dass der Berliner Senat einen entsprechenden Heimkinderfonds ablehnt.

Auf der Arbeits- und Sozialministerkonferenz im November 2014 habe sich das Land Berlin gegen einen Entschädigungsfonds für ehemalige Heimkinder mit Behinderungen ausgesprochen. Nach den Gründen befragt, habe die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales nur unzureichend geantwortet, kritisiert Alexander Spies. Er erklärte: "Es ist skandalös, dass der Senat einen Heimkinderfonds ablehnt. Während nichtbehinderte, ehemalige Kinder, die Gewalt in den Heimen erlebt haben, Entschädigungsleistungen bekommen, gehen Menschen mit Behinderungen in der gleichen Situation weiterhin leer aus. Dabei stehen die anderen Verantwortungsträger schon in den Startlöchern. Der Bundestag hat Gelder bewilligt, und auch die Kirchen sind bereit in einen Fonds einzuzahlen."

Auf Nachfrage der Piratenfraktion habe der Senat jedoch Zweifel geäußert, dass ein Fonds geeignet ist, das erfahrene Leid und Unrecht auszugleichen. "Wieso aber bei ehemaligen Heimkindern mit Behinderungen anders verfahren, als bei Nichtbehinderten?" Diese Frage könne nach Ansicht der Piraten auch der Berliner Senat nicht plausibel beantworten. Eine Sonderlösung in ferner Zukunft entspreche nicht dem Gleichstellungsprinzip. Ein Entschädigungsfonds könnte die Betroffenen schnell und unbürokratisch entschädigen. "Stattdessen prüft Berlin andere Lösungen und verliert dabei Zeit - Zeit die die teilweise hochbetagten Betroffenen nicht haben", so Alexander Spies.