Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet)
Überall hat man den Himmel über sich.
Berlin (kobinet)
Überall hat man den Himmel über sich.
DÜSSELDORF (kobinet)
Die Ankündigung von Gesundheitsminister Carsten Linnemann, eine weitere „Strukturkommission Pflege“ einzuberufen, ist nach der Einschätzung des Sozialverbands VdK in Nordrhein-Westfalen ein klares Signal des Aufschiebens. „Die Konzepte zur Reform der Pflege und Pflegeversicherung liegen längst auf dem Tisch – was fehlt, ist der politische Wille, sie endlich umzusetzen“, betont VdK-NRW-Präsident Horst Vöge. „Statt die dringend notwendigen Maßnahmen weiter zu verzögern, muss die Politik jetzt handeln.“ Gegenüber der FAZ räumte Linnemann ein, dass unser Pflegesystem nicht zukunftsfest ist. Doch die Krise ist keine ferne Drohung – sie ist längst Realität. Pflegekräfte sind am Limit, Angehörige überlastet, und die Qualität der Versorgung leidet. Schon heute fehlen zehntausende Fachkräfte, und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt rasant. Aktuellen Hochrechnungen zufolge auf 7,5 Millionen bis 2050.
Berlin (kobinet)
Wie immer war die Tagesordnung bei der hybrid durchgeführten Mitgliederverssammlung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), die am 10. und 11. September 2026 in den neuen Räumen der von der ISL getragenen Bürogemeinschaft in Berlin-Mitte stattfand, umfangreich. Von den Berichten aus den Zentren für selbstbestimmt Leben (ZsL), über Diskussionen zu aktuellen Gesetzgebungsverfahren, wie das Behindertengleichstellungsgesetz, bis hin zur geplanten Reform der Eingliederungshilfe gab es viel zu besprechen. Dabei wurde turnusgemäß auch der neue Vorstand der ISL gewählt. „Neu begrüßen können wir Juliane Harms, die beim Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben (bifos) arbeitet. Sie rückt für Horst Frehe in den Vorstand. Wiedergewählt wurden Jenny Bießmann vom Verein aktiv und selbstbestimmt (akse) und Uwe Frewert vom Verein Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN). Der erweiterte Vorstand wurde wieder ins Leben gerufen und ist durch Heiner Popken vom Zentrum für selbstbestimmtes Leben (ZSL) Nord . und Florian Sanden von Europäischen Netzwerk zum selbstbestimmten Leben (ENIL) besetzt. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Euch und danken Horst Frehe für den jahrelangen Einsatz für die ISL und das Selbstbestimmte Leben. Zudem freuen wir uns sehr, dass der Verein jumemb von jungen Menschen mit Behinderung unser neues Mitglied ist. Die Unterstützung der jungen Selbstvertreter*innen ist sehr wichtig für uns“, heißt es auf Facebook vonseiten der ISL.
Düsseldorf / Wehrheim (kobinet)
Für Uwe Heineker hat das Lesen von Stellenanzeigen der Sozialwirtschaft mittlerweile einen hohen Unterhaltungswert. Der Landesverband der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen (NRW) sucht aktuell eine neue Landesgeschäftsführung. Diese hat sich der selbst behinderte gelernte Sozialarbeiter Uwe Heineker genauer angeschaut und sich dazu unter Hinzuziehung der Künstlichen Intelligenz seine Gedanken gemacht, die in der folgenden Kolumne für die kobinet-nachrichten gipfelten.
MÜNSTER (kobinet)
Das LWL-Inklusionsamt hat 2025 in 35,7 Prozent der streitigen Kündigungsschutzverfahren den Arbeitsplatz schwerbehinderter Menschen erhalten. Insgesamt gingen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) knapp 2.700 Anträge von Arbeitgebern auf Zustimmung zu einer Kündigung ein, darunter knapp 1.800 Fälle, in denen sich Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in nicht einigten. In diesen Fällen gelang es den LWL-Fachkräften, 630 Kündigungen zu verhindern. LWL-Sozialdezernent Takis Mehmet Ali erklärte, die Sicherung bestehender Arbeitsverhältnisse sei die Kernaufgabe des Inklusionsamts: „Bei diesen streitigen Fällen gelang es dem LWL in 35,7 Prozent der Kündigungsschutzverfahren, den Arbeitsplatz zu erhalten. Das war möglich, weil unsere Fachkräfte die Unternehmen beraten haben, unsere Fachdienste dabei geholfen haben, die Arbeitsplätze so umzugestalten, dass die Arbeitnehmer:innen mit Behinderung hier weiter arbeiten konnten oder die Arbeitgeber:innen eine Förderung erhalten haben.“ Zusätzlich hat das LWL-Inklusionsamt 2025 knapp 3.400 Schwerbehindertenvertreter, Personalräte und Personalverantwortliche in 189 Seminaren und Informationsveranstaltungen zu Fragen des Schwerbehindertenrechts geschult. Auch dabei stand der Erhalt von Arbeitsplätzen im Mittelpunkt.
Bad Schwartau (kobinet)
Am18. September 2026 wird Bad Schwartau für einen Tag zum Treffpunkt für gelebte Inklusion in Ostholstein. Von 13:00 bis 18:00 Uhr lädt der 3. Ostholsteiner Tag der Inklusion (OTI) in und rund um die Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule (ESG) zum Mitmachen, Ausprobieren, Informieren und Begegnen ein. Menschen unterschiedlichen Alters, mit und ohne Behinderung, erwartet ein vielfältiges Programm aus Sport, Kultur, Aktionen und Austausch. Darauf hat Martina Scheel die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht. Nach Neustadt in Holstein in 2024 und Oldenburg in Holstein in 2025 ist Bad Schwartau die dritte Station des Ostholsteiner Tag der Inklusion. Bevor am Nachmittag das „Event für ALLE“ beginnt, kommen von 10 bis 12 Uhr im direkt benachbarten Jugendtreff „Alte Zwölf“ Menschen zusammen, die sich beruflich oder ehrenamtlich für Inklusion einsetzen. Das Netzwerktreffen bietet Gelegenheit, sich kennenzulernen, auszutauschen und neue Verbindungen zu knüpfen.
MÜNSTER (kobinet)
Die Sozialstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat rund 725.000 Euro für drei soziale Projekte bewilligt. Der Aufsichtsrat der LWL-Sozialstiftung beschloss die Förderung im Rahmen der neuen Sonderförderung „Mobilitätsentwicklung für Menschen mit Behinderung“. Werner Wolff, Vorsitzender des Aufsichtsrates der LWL-Sozialstiftung, betonte: „Selbstbestimmte Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Mit unserer Sonderförderung unterstützen wir innovative und nachhaltige Lösungen, die konkrete Barrieren im Alltag abbauen und Menschen mit Behinderung neue Möglichkeiten eröffnen.“ Die Projekte entfalten ihre Wirkung sowohl regional in Westfalen-Lippe als auch bundesweit.
Hannover (kobinet)
Nach der Wahl ist vor der Wahl. Während nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor allem nach Mecklenburg-Vorpommern und Berlin geblickt wird, wo am 20. September 2026 die Landesparlamente gewählt werden, finden in Niedersachsen bereits an diesem Sonntag, den 13. September 2026, die Kommunalwahlen statt. Auch dabei geht es entscheidend darum, demokratische Mehrheiten zu sichern, weshalb die LIGA Selbstvertretung im Vorfeld der Wahl dazu aufruft, das Wahlrecht zu nutzen und vor allem demokratische Parteien zu wählen, die für Vielfalt und Inklusion stehen.
FRECHEN (kobinet)
Das deutsche Para Schwimm-Team bleibt bei den Europameisterschaften in der Türkei weiter im Edelmetall-Fieber: Verena Schott, die sich an den ersten drei Tagen bereits drei Medaillen sicherte, legte am Donnerstag nach und gewann Silber (400 Meter Freistil) und Bronze (50 Meter Schmetterling) – fünf Medaillen bei fünf Starts! Das dritte Edelmetall im dritten Rennen gab es zudem für Tanja Scholz und Josia Topf: Die Doppel-Europameisterin gewann Silber auf den 50 Meter Rücken, Josia Topf schwamm auf dieser Strecke zu Bronze.
FRECHEN (kobinet)
Deutschlands Sitzvolleyball-Nationalmannschaften dürfen sich auf ein sportliches Highlight im eigenen Land freuen: Vom 21. bis 28. August 2027 finden die Europameisterschaften in Leipzig statt. Erstmals werden jeweils zwölf Herren- und zwölf Damenteams um die kontinentalen Titel kämpfen. Damit wird die Messestadt Gastgeber der größten Europameisterschaft in der Geschichte des europäischen Sitzvolleyballs. Gleichzeitig besitzt das Turnier enorme sportliche Relevanz, denn der Weg zu den Paralympischen Spielen 2028 in Los Angeles führt über Leipzig. Zwölf Jahre nach den Europameisterschaften 2015 in Warendorf kehrt die europäische Elite damit nach Deutschland zurück.
Hannover / Magdeburg (kobinet)
Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt befürchtet der Bundesvorstand der AG Selbst Aktiv von Menschen mit Behinderungen in der SPD eine massive Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen aus der Gesellschaft. „Die AfD erklärt in ihrem Programm Inklusion zum ‚gescheiterten Experiment‘: Das gefährdet den sozialen Zusammenhalt und die Grundlagen unserer Demokratie“, erklärte Karl Finke, Co-Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. Alle demokratischen Kräfte in Politik und Gesellschaft seien jetzt gefordert und müssten diesem rückwärtsgewandten Bildungsverständnis deutlich widersprechen.
Mainz (kobinet)
Mit einem pfiffigen Spot auf YouTube wirbt die heute show des ZDF für ihr neues Angebot mit Audiodeskription. Auf den Spot, der auf rege Zugriffszahlen stößt, hat Christiane Möller vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht.
Link zum Spot auf YouTube zur Audideskription der heute show
BERLIN (kobinet)
Am Sonnabend lädt der SCL Sportclub der Lebenshilfe wieder in der Zeit von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr zum großen inklusiven Sportfest in das Laufstadion im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in der Cantianstraße ein. Von Torwandschießen und Basketball über Mini-Hürdenlauf und Kugelstoßen bis zur Kettlebell-Challenge ist für viele Interessen etwas dabei. Erwartet werden mehr als 1.000 Sportler aus Berlin, anderen Bundesländern und dem Ausland. Im Mittelpunkt stehen Sport, Spiel und Spaß ohne Leistungsdruck – ob mit oder ohne Behinderung.
Dresden / Zwickau (kobinet)
Das Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen (ZsL Sachsen) ruft zur Unterstützung seiner Petition „Sachsen: Keine Kürzungen bei der Eingliederungshilfe und sozialen Teilhabe“ auf. Die Petition wurde vom Sächsischen Landtag veröffentlicht und kann derzeit öffentlich mitgezeichnet werden. „Menschenrechte, Selbstbestimmung und Teilhabe dürfen nicht von der jeweiligen Haushaltslage abhängig gemacht werden“, erklärte Manuel Schramm, Vorsitzender des ZsL Sachsen und Petent. Individuelle Rechte dürften nicht dem Spardruck zum Opfer fallen
SENFTENBERG (kobinet)
Das Lausitzer Seenland baut sein barrierefreies und inklusives Freizeitangebot weiter aus. Mit den Sensory Bags und dem akustischen Leitsystem Piepsy stehen Gästen ab sofort zwei weitere Angebote zur Verfügung, die unterschiedliche Bedürfnisse aufgreifen und einen möglichst selbstbestimmten, entspannten und sicheren Aufenthalt in der Reiseregion ermöglichen. Die Angebote können kostenfrei in den beteiligten Touristinformationen der Region ausgeliehen werden. Damit richtet sich das Angebot an alle Menschen, die ihren Aufenthalt bewusster, entspannter oder selbstständiger gestalten möchten. Die Touristinformationen Senftenberg, Großräschen, Hoyerswerda sowie am Bärwalder See selbst sind alle barrierefrei zugänglich und nach den Kriterien von „Reisen für Alle“ zertifiziert.
Berlin (kobinet)
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) und Rheinland-Pfalz arbeiten künftig enger beim Schutz vor Diskriminierung zusammen. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend von Rheinland-Pfalz, und Ferda Ataman, die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, unterzeichneten dazu am 9. September 2026 eine Vereinbarung über das gemeinsame Engagement für Antidiskriminierung. Damit trat Rheinland-Pfalz als elftes Bundesland dem „Bündnis gegen Diskriminierung“ bei.
BERLIN (kobinet)
Der geplante Haushalt des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes den Erfordernissen für eine zukunftsgerichtete Kinder- und Jugendpolitik nicht gerecht. „Der Haushaltsentwurf des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend bleibt insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Die geplanten Einsparungen zum Vorjahresansatz um rund 1,2 Milliarden Euro werden in mehreren Bereichen für Familien und Kinder zu Einschränkungen führen. So werden die vorgesehenen Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss und die geplante ersatzlose Streichung des Kindersofortzuschlags insbesondere die Situation vieler von Armut betroffener Familien und ihrer Kinder verschlechtern. Zusammen mit den im Haushalt des Bundesbauministeriums geplanten Einschnitten beim Wohngeld wird sich nach Einschätzung des Deutschen Kinderhilfswerkes die Kinderarmut in Deutschland dadurch weiter verschärfen.
Berlin (kobinet)
Der Berliner Verein aktiv und selbstbestimmt (akse) feiert heute sein 10jähriges Bestehen. Seit zehn Jahren unterstützt der mittlerweile in der Bürogemeinschaft mit der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) und anderen Selbstbestimmt Leben Organisationen in Berlin-Mitte ansässige und von behinderten Menschen betriebene Verein behinderte Menschen und ihre Angehörigen in vielen Fragen des Lebens mit Behinderung. Vor allem für Menschen, die Fragen zur Persönlichen Assistenz, zu Persönlichen Budgets und der Selbstorganisation von Assistent*innen haben, ist akse seit nunmehr zehn Jahren eine gute Adresse. Auf dem Programm steht heute eine von Raul Krauthausen moderierte Podiumsdiskussion mit dem akse-Team. Es gibt aber auch eine von Laura Mench moderierte offene Bühne mit externen Beiträgen, leckeres Essen, die Live-Band Jobirem sowie Karaoke und Party mit einem DJ.
BERLIN (kobinet)
Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) hat eine Ombudsstelle für Menschen mit Behinderungen eingerichtet. Die Anlaufstelle soll Betroffene, Angehörige sowie Fachpersonal bei Fragen und Anliegen zur Barrierefreiheit in der Schlafmedizin unterstützen. Die Betreuung übernimmt Nina Schweppe, Inhaberin von BEB-Schweppe. Die Arbeit der Ombudsstelle wurde am 10. September 2026 aufgenommen. Hintergrund der Einrichtung ist, dass Menschen mit Behinderungen im schlafmedizinischen Versorgungsalltag auf spezifische Hürden stoßen – etwa beim physischen Zugang zu Schlaflaboren, bei der verständlichen Aufklärung oder der individuellen Anpassung von Diagnose- und Therapieverfahren. Auch Behandelnde, Pflegende und Angehörige sehen sich häufig mit unbeantworteten Fragen konfrontiert, was zu Benachteiligungen in Diagnostik, Behandlung und Therapie führt. Die Ombudsstelle versteht sich als zentrale Vertrauensstelle. Ihre Kernaufgaben umfassen die Entgegennahme und Bearbeitung von Fragen und Anliegen, die Identifizierung von infrastrukturellen, kommunikativen und organisatorischen Barrieren sowie die gezielte Einbindung der Perspektiven von Menschen mit Behinderungen in die Weiterentwicklung von Versorgungsstandards. Zudem soll sie alle Beteiligten für die Belange von Patient*innen mit besonderen Herausforderungen sensibilisieren.
BERLIN (kobinet)
Der Bundeshaushalt 2027 sieht Ausgaben von rund 555 Milliarden Euro vor, finanziert unter anderem durch fast 120 Milliarden Euro neue Schulden. Geplant sind Investitionen in Künstliche Intelligenz, Rechenzentren, Forschung, Schienen, Brücken, Krankenhäuser und Schulen. Verena Bentele, die Präsidentin des Sozialverbands VdK, kritisiert, der Sozialstaat werde dabei als Sparschwein behandelt. „Zukunftsinvestitionen dürfen nicht gegen soziale Sicherheit ausgespielt werden. In Menschen zu investieren heißt, auf Deutschlands Zukunft zu setzen. Ein Haushalt, der Milliarden für Beton und Rechenzentren einplant, aber bei Rente, Pflege und Gesundheit spart, verliert das Vertrauen der Menschen“, sagte Bentele anlässlich der Haushaltsdebatten in dieser Woche.
Berlin (kobinet)
Wer Diskriminierung erlebt, braucht nach Ansicht des Bündnis AGG Reform Jetzt! Zeit. Zeit, um das Erlebte einzuordnen. Zeit, um Beratung zu finden. Und Zeit, um zu entscheiden, ob und wie die eigenen Rechte geltend gemacht werden sollen. Für bestimmte Ansprüche sieht das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bislang eine Frist von nur zwei Monaten vor. Der aktuelle Gesetzentwurf zur Reform des AGG, der derzeit im Bundestag beraten wird, soll diese Frist auf vier Monate verlängern. Doch auch das reicht nach Ansicht des Bündnisses nicht aus. Wenn das AGG jetzt nach 20 Jahren reformiert wird, muss die Reform Menschen tatsächlich dabei helfen, ihre Rechte durchzusetzen. Deshalb fordert das Bündnis AGG Reform Jetzt! in einer Petition deutlich längere und realistische Fristen.
Magdeburg (kobinet)
Seit September gibt es den Kalender „Handicaps“ 2027 von Phil Hubbe.
Auch ein Buch ist erschienen.
BERLIN (kobinet)
Der Deutsche Caritasverband mahnt vor dem Abschluss der Haushaltsberatungen im Bundestag, die drängenden sozialen Fragen durch klare Priorisierungen im Bundeshaushalt 2027 zu beantworten. Anlässlich der Generaldebatte betont Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa, der Haushalt müsse in Zeiten knapper Kassen und kumulierter Krisen überzeugende Antworten auf die Sorgen der Menschen geben. Neben Klimaschutz und der Resilienz des Sozialstaats sei es unerlässlich, das Miteinander von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte zu stärken. „Der Haushalt 2027 muss sicherstellen, dass sich die Menschen auf innere, äußere und soziale Sicherheit gleichermaßen verlassen können“, so Welskop-Deffaa.
Berlin (kobinet)
Zum schlechten Abschneiden bei Pisa fällt nach Informationen des Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen Hartmut Stäker als Erstes ein, dass die Inklusion schuld sei. Dies sagte der Präsident des Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes auf die Frage nach den Ursachen der Misere am 9. September 2026 auf radioeins. Er mache damit Schüler mit Behinderungen zu Sündenböcken für die Probleme des Schulsystems. Dabei lernen überhaupt nur in wenigen Klassen Kinder mit Behinderungen, kritisiert der Berliner Landesbeirat. Uwe Wegener, stellvertretender Vorsitzender des Landesbeirats für Menschen mit Behinderungen von Berlin, sagte dazu: „Wir weisen diese Diskriminierung aufs Schärfste zurück. Nicht Kinder mit Behinderungen sind das Problem, sondern schlechte Bedingungen an vielen Schulen: zu wenig Personal, zu große Klassen sowie fehlende Schulbegleiter/Schulbegleiterinnen und Inklusionslehrer/Inklusionslehrerinnen.“
Berlin (kobinet)
Der Sozialverband VdK Saarland hat im Geschäftsjahr 2025 für seine Mitglieder knapp 5,2 Millionen Euro an Nachzahlungen und Rentenansprüchen erstritten. Insgesamt wurden 4.489 Verfahren abgeschlossen, darunter 1.410 Anträge, 2.264 Widersprüche und 783 Klagen sowie 32 Berufungen. Im Durchschnitt war fast jeder zweite Widerspruch und jede zweite Klage erfolgreich. Die bearbeiteten Fälle betrafen vor allem die Bereiche Schwerbehinderung und gesetzliche Rentenversicherung, gefolgt von Pflege- und Krankenversicherung. Im Bereich Schwerbehinderung führten jeder zweite Widerspruch und fast drei Viertel der Klagen zum Erfolg. Bei der Krankenversicherung waren es jeder zweite Widerspruch und fast jede zweite Klage. Die Nachzahlungen umfassten unter anderem Krankengeld, Erwerbsminderungsrente oder Witwen- und Waisenrente. Die zwölf hauptamtlichen VdK-Juristen und ehrenamtlichen Mitarbeiter führten rund 14.000 Beratungsgespräche durch.
BERLIN (kobinet)
Anlässlich des heutigen bundesweiten Warntags weist das Deutsche Institut für Menschenrechte darauf hin, dass Menschen mit Behinderungen im Zivil- und Katastrophenschutz dringend stärker berücksichtigt werden müssen. In Notlagen und Katastrophen ist ihr Sterberisiko bis zu viermal höher als das von Menschen ohne Behinderungen. „Barrierefreie Infrastruktur und Kommunikation sind im Katastrophenfall entscheidend. Ob Warnungen nicht nur akustisch, sondern auch optisch erfolgen, Fluchtwege oder Schutzräume barrierefrei zugänglich sind oder Informationen in Leichter Sprache zur Verfügung stehen, beeinflusst maßgeblich die Überlebenschancen von Menschen mit Behinderungen“, erklärt Britta Schlegel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte.
MÜNCHEN (kobinet)
Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Haushaltslöcher wieder einmal auf Kosten der Sozialversicherten gestopft werden. Gegen diese unsozialen Reformen geht der Sozialverband VdK Bayern am Donnerstag, 17. September auf die Straße. Der Auftakt ist um 14.00 Uhr auf dem Königsplatz in München. Wesentliche VdK-Kritikpunkte an den Plänen sind die Gesundheits-, Pflege- und Rentenpolitik. Der anschließende Protestmarsch geht bis zum Siegestor, vorbei an der VdK-Landesgeschäftsstelle in der Schellingstraße. Aus ganz Bayern reisen VdK-Mitglieder und ehrenamtlich Engagierte zur Demonstration an. Der Verband rechnet mit mindestens 2000 Teilnehmenden.
Marburg (kobinet)
Der Zugang zur Fachberatung bei geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt ist für Frauen und Mädchen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen häufig noch immer mit zahlreichen Hürden verbunden. Um dies zu ändern, setzt sich der Frauennotruf Marburg e.V. bereits seit vielen Jahren intensiv dafür ein, die Unterstützung von Beginn an möglichst barrierefrei und zugänglich zu gestalten.
Dresden (kobinet)
Die Historikerin Alina Sonnefeld stellt ihre Masterarbeit vor, die sich auf den Roman „Dezemberfahrt“ von Matthias Vernaldi bezieht, in dem es um die Erfahrungen eines Menschen mit Behinderung in der DDR geht. Die Veranstaltung findet am 22. September 2026 um 17:00 Uhr in den Räumen des Verband der Körperbehinderten der Stadt Dresden, Strehlener Straße 24 Erdgeschoss links, in 01069 Dresden statt und kann auch online verfolgt werden, wie es in der Ankündigung heißt.
BERLIN (kobinet)
Anlässlich der aktuellen Ergebnisse der PISA-Studie fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Sofortmaßnahmen zur Verringerung sozialer Ungleichheiten und zur Bekämpfung von Kinder- und Familienarmut. Die Studie zeigt, dass der Bildungserfolg in Deutschland nie zuvor so stark vom Elternhaus abhing wie heute. Von 100 Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien schaffen es demnach nur zwei in den Spitzenbereich der Kompetenzen, während dies bei Gleichaltrigen aus privilegierten Elternhäusern 25 – also zehnmal so vielen – gelingt. Kaum ein Land schneidet hier schlechter ab als Deutschland: In mehr als neun von zehn untersuchten Staaten gelingt es besser, den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft zu lösen. Besonders alarmierend sei, dass sich die herkunftsbedingten Unterschiede international zuletzt eher verringerten, in Deutschland seit 2015 jedoch wieder wuchsen.
KÖLN (kobinet)
Die Beratungsstelle „Selbstbestimmt Leben“ Behinderter Köln e.V. hat heute mehr als 37.000 Unterschriften einer Change.org-Petition an die Fraktionen des Kölner Rates übergeben. Die Petition „Stoppt die Streichung des Zentrums für selbstbestimmtes Leben (ZsL) Köln“ fordert die Rücknahme der geplanten Streichung der Fördergelder durch die Stadt Köln. Innerhalb einer Woche stieg die Zahl der Unterschriften von rund 2.500 auf über 37.000 – ausgelöst durch Proteste vor dem Kölner Rathaus am 2. September 2026.
FRECHEN (kobinet)
Am zweiten Wettkampftag der Europameisterschaften in der Türkei jubelte das deutsche Nationalteam im Para Schwimmen über Edelmetall en masse: Dreimal Gold für Gina Böttcher, Elena Semechin und Taliso Engel, zweimal Silber für Mira Jeanne Maack und Josia Topf sowie zweimal Bronze für Verena Schott und Philip Hebmüller. Hinzu kamen zwei vierte Plätze.
Nieder-Olm (kobinet)
Am 25. September 2026 findet von 17:00 bis ca. 19:30 Uhr in der Liesel-Metten-Schule, Maria-Montessori-Straße 2, in 55268 Nieder-Olm ein Infoabend zum inklusiven Wohnen in Nieder-Olm mit dem Titel „Zusammen wohnen – mit und ohne Behinderung“ statt. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird unter https://www.inklusives-rheinhessen.de/#anmeldung gebeten. „Viele junge Menschen träumen davon, von zu Hause auszuziehen: unabhängig von den Eltern leben, mit Freundinnen und Freunden zusammenwohnen, selbstständig werden. Für Menschen mit Behinderung ist das oft schwer. Häufig gibt es nur ein Wohnheim oder eine Wohngruppe – eine andere Möglichkeit fehlt. Das lässt sich ändern. Inklusives Wohnen heißt: Menschen mit und ohne Behinderung leben selbstbestimmt zusammen. Jede Person bekommt dabei die Unterstützung, die sie braucht. Das kann eine Wohngemeinschaft sein, eine Hausgemeinschaft mit eigenen Wohnungen im selben Haus oder eine aktive Nachbarschaft, in der man sich gegenseitig hilft. Beim Infoabend in Nieder-Olm zeigen wir, wie das geht – und wie so etwas auch bei uns in Rheinhessen entstehen kann“, heißt es in der Ankündigung.
FRECHEN (kobinet)
Das deutsche Para Radsport-Nationalteam reist mit fünf Medaillen von den Weltmeisterschaften im amerikanischen Huntsville nach Hause. Bei drückenden Temperaturen von bis zu 40 Grad an allen Wettkampftagen beendete das Aufgebot von Bundestrainer Gregor Lang die Titelkämpfe mit einmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze. Pierre Senska sprintete am letzten Wettkampftag auf Platz drei. Bei der WM in Huntsville kämpften rund 350 Athletinnen und Athleten aus 49 Nationen um die Medaillen. Neben der starken Konkurrenz entwickelte sich wie befürchtet die Hitze zu einem entscheidenden Faktor auf den Kursen. Im Zeitfahren trumpfte das deutsche Team auf: Dreiradfahrer Maximilian Jäger sorgte in dieser Disziplin für den einzigen deutschen WM-Titel und fährt mit dem begehrten Regenbogen-Trikot nach Hause. Darüber hinaus wurde Marie Quellhorst wie schon 2025 Vize-Weltmeisterin. Dreiradfahrerin Angelika Dreock-Käser holte ebenso Bronze wie WM-Debütant und Handbiker Daniel Ulmann. Die einzige deutsche Medaille im Straßenrennen steuerte Pierre Senska am Abschlusstag mit Rang drei in der C1-Klasse zur Bilanz bei.
Singen (kobinet)
Zu einer Auftaktveranstaltung für interessierte behinderte Menschen aus Baden-Württemberg zur eventuellen Gründung einer LIGA Selbstvertretung am 14. Oktober 2026 um 18.00 online via ZOOM lädt Britta Schade ein. Die LIGA Selbstvertretung ist die Politische Interessenvertretung der Selbstvertretungs-Organisationen behinderter Menschen in Deutschland (DPO Deutschland). Im Vorfeld des Welttages der Menschen mit Behinderungen haben sich am 2. Dezember 2015 elf bundesweit aktive Selbstvertretungs-Organisationen behinderter Menschen in Berlin zur „LIGA Selbstvertretung – DPO Deutschland“ zusammengeschlossen. Auf internationaler Ebene steht die Abkürzung DPO für „Disabled Persons Organizations“ und das unbedingte Prinzip der Selbstvertretung. Das gegründete Aktionsbündnis fordert, dass im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention behinderte Menschen und ihre Organisationen im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der Behindertenpolitik stehen müssen, im Bund wie auch auf Länderebene. http://liga-selbstvertretung.de. Eingeladen zu dem Treffen sind Selbstvertretungsorganisationen und alle Menschen die mit Behinderungen/chronischen Krankheiten in Baden-Württemberg leben und sich dort engagieren (wollen).
MÜNCHEN (kobinet)
Die siebenjährige Erla Schalamon wird am 15. September 2026 an der Alois-Kober-Grundschule in Kötz eingeschult. Erla ist stark sehbehindert und besucht als erstes Kind mit dieser Beeinträchtigung inklusiv die Regelschule. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) unterstützt die Familie bei diesem Schritt.
BERLIN (kobinet)
Anlässlich der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 fordert der Sozialverband VdK einen Kurswechsel in der Sozialpolitik. VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert, dass bundespolitische Themen wie Rente, Gesundheitsversorgung, Pflege und öffentliche Infrastruktur im Wahlkampf dominiert hätten, ohne dass die Bundesregierung überzeugende Lösungen für die Sorgen der Menschen vorlege. Stattdessen verbinden diese mit den Reformvorhaben der Regierung die Angst vor weiteren Kürzungen. Dies führe zu einem Vertrauensverlust, der extremen Kräften zugutekomme.
Erfurt (kobinet)
Am 5. September 2026 wurde Erfurt wieder bunt: Rund 5.500 Menschen gingen beim Christopher Street Day (CSD) gemeinsam auf die Straße. Unter dem Motto Empowerment und Resilienz wurde für Vielfalt, Zusammenhalt und ein selbstbestimmtes Leben ein Zeichen gesetzt. „Die Stimmung war dabei einfach genial – bunt, laut und voller positiver Energie. Auch ich durfte in diesem Jahr wieder einen eigenen Redebeitrag halten. Dabei war mir eine Botschaft besonders wichtig: Auch Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen sind vielfältig (Queer). Für mich gehört diese Vielfalt ganz selbstverständlich zu einer offenen und bunten Gesellschaft dazu“, berichtet Nancy Frind, die für die Behindertenbewegung beim Erfurter Christopher Street Day mitmischte.
BERLIN (kobinet)
Der heute veröffentlichte Streubomben-Monitor 2026 zeigt einen alarmierenden Anstieg der Opferzahlen durch Streumunition im Berichtszeitraum 2025. Von den insgesamt 1.063 Getöteten und Verletzten waren 87 Prozent Zivilistinnen und Zivilisten. Angriffe mit Streumunition wurden durch den Iran, Myanmar, Russland, Thailand und die Ukraine dokumentiert. Die höchste Zahl an Opfern verzeichnete die Ukraine. Die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI), die den Monitor mit herausgibt, fordert mehr finanzielle Unterstützung für die Opfer, Räumung und Gefahrenaufklärung.
BERLIN (kobinet)
Zum heutigen Tag der pflegenden Angehörigen fordert die Bundesvereinigung Lebenshilfe den Erhalt der Verhinderungspflege. Dazu erklärt Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Gesundheitsministerin: „Für pflegende Angehörige wäre es eine Katastrophe, wenn durch das geplante Pflegeneuordnungsgesetz die Verhinderungspflege wegfallen würde. Eltern, die ihr Kind mit Unterstützungsbedarf über viele Jahre pflegen, sind auf diese Leistung angewiesen. Die Familien brauchen in ihrem sehr belastenden Alltag auch mal eine Auszeit, in der sie die Pflege in vertrauenswürdige Hände geben können. Sonst bricht das Familiensystem irgendwann zwangsläufig zusammen. Und in der Regel sind es die Mütter, die ihre Berufstätigkeit einschränken und zu Hause die Pflege übernehmen. Daher muss die Verhinderungspflege unbedingt ohne Abstriche erhalten bleiben.“