Empowerment-Schulung im Landtag

Veröffentlicht am von Christian Mayer

Gruppenbild im Landtag von NRW
Gruppenbild im Landtag von NRW
Bild: Dr. Helmut Loos, SPD

Düsseldorf (kobinet) Der zweite Empowerment Schulungskurs unter dem Motto "Stärker werden und etwas verändern!" für behinderte Menschen aus Nordrhein-Westfalen hat heute mit einem Besuch des nordrhein-westfälischen Landtags begonnen. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Karl-Wilhelm Rahe von der SPD stellten die TeilnehmerInnen des Schulungskurses ihre Projekte vor und lernten wie die Arbeit im Landtag funktioniert. Im Landtag trafen sie auch kurz Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Beim zweiten der insgesamt vier Schulungswochenenden steht die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Mittelpunkt. Wie kommuniziere ich mit PolitikerInnen, wie erarbeite ich Presseerklärungen oder wie führe ich Verhandlungen, um etwas im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention zu erreichen. Dies sind nur einige Fragen, die an diesem Wochenende in Düsseldorf behandelt werden. "Ich freue mich, dass wir mit unserer 'bunten' Truppe die Möglichkeit hatten, die Arbeit im Landtag kennen zu lernen und dabei auch kurz mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zusammen zu treffen", erklärte Ottmar Miles-Paul, der den Schulungskurs zusammen mit den Empowerment Trainerinnen Ines Spilker und Kerstin Wöbbeking leitet.

Bei der gemeinsamen Fachtagung der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung und des Deutschen Instituts für Menschenrechte zur Auswertung der Empfehlungen des UN-Fachausschusses zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die am Mittwoch in Berlin stattfand, standen auch die Themen Partizipation und Empowerment auf der Tagesordnung. Dabei wurde deutlich, dass es für eine echte Partizipation auch entsprechende Schulungen und Unterstützungen geben muss, damit behinderte Menschen das know how und nötige Selbstvertrauen erwerben können, um ihre Interessen effektiv vertreten zu können. Der Schulungskurs in Düsseldorf, der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales modellhaft gefördert und von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) durchgeführt wird, soll dazu einen kleinen Beitrag leisten. So haben sich die TeilnehmerInnen des Kurses konkrete Projekte zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorgenommen, die sie im Laufe der Schulung voran treiben.

Lesermeinungen zu “Empowerment-Schulung im Landtag” (1)

Von Gisela Maubach

Es ist lobenswert, wenn das BMAS einen Schulungskurs in Düsseldorf fördert, "damit behinderte Menschen das know how und nötige Selbstvertrauen erwerben können, um ihre Interessen effektiv vertreten zu können."

Der nordrhein-westfälische Landtag möge sich aber bitte auch dazu äußern, wie man zukünftig mit der momentanen Einrichtungsgebundenheit von Eingliederungshilfe umgehen will, wodurch Menschen, die zu behindert sind, um irgendein know how zur eigenen Interessenvertretung erwerben zu können, ihre Tage in großen Schwerstbehinderten-Gruppen verbringen müssen, wo die Betreuungsform nicht den persönlichen Bedarf deckt und wegen mangelndem Personalschlüssel sogar Gesundheitsschäden hingenommen werden.

Wenn immer wieder die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention als Ziel genannt wird, muss auch dieser Personenkreis endlich mit einbezogen werden, denn Vielfalt bedeutet, dass nicht jede/r in der Lage ist, "stärker zu werden"!

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