Qualifikation zur Deutschen Showdown Meisterschaft in Kassel

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild von der Tischballvorführung
Bild von der Tischballvorführung
Bild: kobinet/omp

Kassel (kobinet) Die Qualifikation zur Deutschen Showdown Meisterschaft findet erstmals in Kassel statt. 24 TeilnehmerInnen nehmen am kommenden Wochendende an der Süddeutschen Meisterschaft im Showdown in der nordhessischen Metropole statt.

Eine Tischballplatte, zwei Spieler, einen kleinen rasselnden Ball, Schläger und Dunkelbrillen, mehr braucht man für Showdown nicht. Seit fünf Jahren bietet die Behindertensportgemeinschaft BSG 1951 in Kassel die in Deutschland auch Tischball genannte Turniersportart für Blinde, Sehbehinderte und nicht behinderte Menschen an. Nachdem die Süddeutsche Meisterschaft vier Mal vom Standtort Frankfurt organisiert und durchgeführt wurde, findet sie dieses Jahr zum ersten Mal in Kassel statt.

Acht Frauen und 16 Männer qualifizierten sich an ihren Standorten und reisen aus Würzburg, Nürnberg, Stuttgart, Mainz, Frankfurt und Marburg am kommenden Wochenende vom 14.11. bis zum 15.11.2015 an. Dann findet die 5. Süddeutsche Meisterschaft in den Räumlichkeiten des Vereins zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) im Zentrum für selbstbestimmtes Leben, Samuel-Beckett-Anlage 6, Kassel statt. Auch an diesem Standort wurde vor einem Jahr mit Unterstützung der Trubestiftung eine Tischballplatte angeschafft, um das Freizeitangebot des Vereins zu erweitern. Viele Mitglieder und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Vereine unterstützen die Tischballgruppe Kassel bei der Organisation des Turniers.

"Spannende Spiele, einen fairen Umgang zwischen den Spielern und den sechs Schiedsrichtern und viel Spaß für die Zuschauer", wünscht sich Helmut Ernst, der 1. Vorsitzende der Behindertensportgemeinschaft für den Verlauf der Süddeutschen Meisterschaft. An den beiden Tagen werden 120 Spiele parallel auf vier Platten in vier Räumen gespielt bevor feststeht, wer in diesem Jahr Erster sein wird und welche neun Spieler bzw. Spielerinnen im nächsten Jahr nach Dortmund zur sechsten Deutschen Meisterschaft im Showdown fahren dürfen. Zur Zeit spielen Frauen und Männer noch gegeneinander bevor, wie international üblich, ab 2017 getrennt nach Geschlechtern gespielt wird.  

Deniz Kürtoglu (Showdown Standortvertreter in Kassel), der bereits an der WM 2013 in Slowenien und EM 2014 in Schweden teilgenommen hat, erhofft sich den Wanderpokal der Süddeutschen Meisterschaft, den er im letzten Jahr an den Frankfurter Robert Glojnerik abgeben musste, dieses Jahr wieder nach Kassel zu holen. Deniz Kürtoglu trainiert zusammen mit seinen Vereinskollegen Stefan Collet, Horst Griffaton und Birgit Riester, die ebenfalls bereits an mehreren Deutschen Meisterschaften erfolgreich teilgenommen haben und Christian Schäfer, dem Newcomer der Tischballabteilung der BSG Kassel, bis zu drei Mal die Woche drei Stunden lang Schnelligkeit, Technik und Ausdauer.

Showdown ist eine Art Tischtennis, welches für Blinde adaptiert wurde,  das aber auch von Sehenden oder Sehbehinderten wegen der Chancengleichheit mit Dunkelbrillen komplett nach Gehör gespielt wird. Gäste sind herzlich willkommen, werden aber gebeten, die Spielräume während eines laufenden Spieles nicht zu betreten oder zu verlassen und sich während der Ballwechsel absolut leise zu verhalten, damit die Spielenden den Ball hören können. Das Turnier geht am Samstag von 11.00 bis ca. 19.00 Uhr und am Sonntag von 9.30 bis ca. 14.00 Uhr.

Um den Ball gut zu orten, beugen sich die Spieler oft dicht über die ovale Spielplatte. In der Hand halten sie einen rechteckigen Holzschläger. Eine knapp 15 Zentimeter hohe Bande verhindert, dass der Ball über die Tischkante fällt. Das Besondere an dem Ball: Er ist mit kleinen Metallstücken gefüllt - und rasselt. Er ist deshalb für die Spieler gut zu hören. Im Unterschied zum Tischtennis wird der Ball allerdings flach gehalten und muss unter einem in der Mitte senkrecht stehenden Mittelbrett durchgespielt werden. Landet der Ball in der Tortasche, welche sich am Ende der Platte vor jedem Spieler befindet, bekommt der Gegner zwei Punkte gut geschrieben, verschiedene Regelverstöße führen zu einem Punkt für den Gegner. Ein Spiel wird über zwei Gewinnsätze gespielt, welche jeweils bis elf Punkte gehen und dauert im Durchschnitt 15 bis 20 Minuten. .

In Kassel wird regelmäßig freitags von 15-18 Uhr in der Sporthalle der BSG Kassel, Waldauer Fußweg 100, Haltestelle Fuldaseen Bus 25 und Mittwochs von 17-20 Uhr im ZSL, Samuel-Beckett-Anlage 6 (Haltestelle Friedenskirche Tram 4 und 8), gespielt. Wer beim Training zuschauen oder mitmachen möchte, kann sich bei Deniz Kürtoglu Tel.: 0157 79270611 anmelden.

Weitere Informationen über Showdown findet man unter www.showdown-germany.de

Die BSG Kassel ist seit 1951 ein Sportverein, in dem Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam Sportarten wie Tischtennis, Sportkegeln, Leichtathletik, Gymnastik, Wandern und Schwimmen betreiben. Aber auch die weniger bekannteren Behindertensportarten wie Rollstuhlbasketball, Rollstuhltanz, Blasrohrschießen, Sitzball, Fußballtennis und Blindentorball und Tischball sind sportlich interessant und machen darüber hinaus großen Spaß, heißt es in der Presseinformation des Vereins. Weitere Informationen gibt's unter www.bsg-kassel.de oder bei Helmut Ernst 0561/4009560.

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