Auf dem Weg zum barrierefreien Musterländle?

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: ZsL Stuttgart

Stuttgart (kobinet) Das Stuttgarter Zentrum selbstbestimmtes Leben behnderter Menschen (ZsL) hatte vor kurzem zu einer Podiumsdiskussion zu behindertenpolitischen Themen im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg geladen. So einig in den Zielen, herrschte bei den KandidatInnen einem Bericht von Fabian Kübler vom ZsL jedoch große Unterschiede darin, wie beispielsweise das Ziel für ein barrierefreies Musterländle erreicht werden soll.

Vor allem im Bereich Bildung und Schulen gingen die Ansichten teilweise weit auseinander. So ist FDP-Kandidat und Stadtrat Michael Conz für die inklusive Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung, aber gleichzeitig setzte er sich dem Bericht von Fabian Kübler zufolge vehement für den Erhalt der Sonderschulen ein und warnte: "die Sonderschulen dürfen nicht langsam ausbluten". Hierfür erntete er heftige Kritik. Diese Denke zeige deutlich, dass wir die Barrieren in den Köpfen lösen müssen. Die Schulen müssten sich weiter öffnen, Lehrer besser ausgebildet und die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt gestellt werden.

Die Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt hat aus Sicht der Betroffenen im Publikum noch viel Verbesserungspotential. Dieser Meinung ist auch SPD-Kandidatin Elke Ahrens. Durch das neue Bundesteilhabegesetz ergäben sich aber viele neue Möglichkeiten. "Wir werden hier die Rahmenbedingungen verbessern."

Abschließend machten alle Kandidatinnen und Kandidaten nochmals deutlich, sich für mehr Barrierefreiheit und mehr Teilhabe einsetzen zu wollen. Sie forderten die Menschen mit Behinderungen auf, sich politisch mehr zu engagieren und die eigenen Belange deutlich zu vertreten. "Partizipation ist das Bohren dicker Bretter", sagte Muhterem Aras. Menschen mit Behinderungen seien die Experten wenn es darum gehe den Weg in eine barrierefreie Gesellschaft ohne Ausgrenzung zu gehen. "Helfen Sie mit! Dann können wir es vielleicht schaffen, ein Musterländle in Sachen Teilhabe zu werden", gab Elke Ahrens (SPD) den Anwesenden mit auf den Heimweg. Das Ziel ist benannt und muss nun von Kandidaten und Betroffenen gemeinsam angegangen werden. Kritische Begleitung durch das ZsL inklusive, das eine unabhängige Beratungsstelle von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige ist.

Lesermeinungen zu “Auf dem Weg zum barrierefreien Musterländle?” (1)

Von nurhessen

Barrierefreiheit in allen Ehren, aber macht „Barrierefreiheit“ ein Bundesland zum „Musterländle“?
Nachfolgend einige weitere Bedingungen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

- Abschaffung der Einrichtungsgebundenheit für Personen, die keine wirtschaftliche Leistung erbringen können,
- Deckung des personenzentrierten Bedarfs, vor allem auch einrichtungsungebunden (!),
- Wunsch- und Wahlrecht für alle Behinderte,
- Inklusion für Alle (und nicht in Mogelpackung „verpackt“),
- Abschaffung des Mehrkostenvorbehaltes,
usw., usw…
…..

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