Schwerbehindertenantrag jetzt auch online möglich

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Grafik zeigt neuen Schwerbehindertenausweis
Grafik zeigt neuen Schwerbehindertenausweis
© kobinet/omp

Mainz (kobinet) In Rheinland-Pfalz können Menschen mit Behinderung den Schwerbehindertenantrag nun auch bequem von zu Hause aus online stellen. Das teilte das rheinland-pfälzische Landesamt für Versorgung und Soziales in Mainz mit.

"Das ist ein schnelles, bürgerfreundliches und sicheres Verfahren", sagte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, die im Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung den Startschuss für den neuen Online-Antrag für die Feststellung einer Behinderung gab. "Als 2013 der neue Schwerbehindertenausweis eingeführt worden ist, war Rheinland-Pfalz eines der ersten Länder, die den neuen Scheckkartenausweis angeboten haben. Auch mit dem Online-Antrag sind wir wieder vorne dabei. Denn bisher haben weniger als die Hälfte der Bundesländer diese Möglichkeit geschaffen", erklärte die Ministerin weiter. Auch der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen Matthias Rösch und der VdK-Landesverbandsvorsitzende Willi Jäger begrüßten dieses zusätzliche Serviceangebot des Landesamtes. "Menschen mit Behinderungen werden dieses neue Angebot der Verwaltung sehr schätzen. Denn es erleichtert uns die Antragstellung und erspart vielfach den Weg zum Amt", erklärte Matthias Rösch. Willi Jäger sagte: "Die Initiative des Landesamtes ist ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung und wir freuen uns, wenn die Nutzerfreundlichkeit zielgruppengerecht weiterentwickelt wird."

Wie das Landesamt mitteilte, leben in Rheinland-Pfalz aktuell insgesamt 800.640 Menschen mit einer Behinderung – sie haben einen Grad der Behinderung von mindestens 20. Davon sind 449.116 Menschen schwerbehindert mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50. Das entspricht einem Anteil von knapp 11 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Ab einem Grad der Behinderung von 50 stellt das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung auf Antrag einen Schwerbehindertenausweis aus. Damit können sowohl die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch nachgewiesen als auch bestimmte Rechte und – je nach Art der Eintragungen im Ausweis – Nachteilsausgleiche in Anspruch genommen werden.

Die wichtigsten Nachteilsausgleiche sind:

  • Kündigungsschutz im Arbeitsleben
  • Zusatzurlaub
  • Einkommenssteuerfreibeträge, Kfz-Steuerermäßigung oder -befreiung
  • unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr (auch für Begleitpersonen)
  • Parkerleichterungen
  • Befreiung oder Ermäßigung beim Rundfunkbeitrag; Sozialtarif bei der Deutschen Telekom
  • verbilligte Eintrittspreise für diverse Veranstaltungen (Sport, Kultur usw.)
  • Freibeträge beim Einkommen für den Bezug von Wohngeld

Den Online-Antrag gibt's unter www.lsjv.rlp.de.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.