Jürgen Linnemann mischt bei Radio Gütersloh mit

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Jürgen Linnemann im Rollstuhl
Jürgen Linnemann im Rollstuhl
© Jürgen Linnemann

Gütersloh (kobinet) Was die Verbände behinderter Menschen bei den großen Rundfunk- und Fernsehanstalten fordern, ist dem Inklusionsbotschafter Jürgen Linnemann auf der örtlichen Ebene gelungen. Vor kurzem wurde der engagierte Rollstuhlnutzer als Mitglied der Veranstaltergemeinschaft von radio GÜTERSLOH als Vertreter von Menschen mit Behinderungen gewählt. Damit kann er die Belange behinderter Menschen bei der Planung und Gestaltung des Radiosenders einbringen.

Jürgen Linnemann, der sich im Kreis Gütersloh unter anderem erfolgreich für die Schaffung eines Behindertenbeirates eingesetzt hat, kann mit seiner Wahl in die Veranstaltergemeinschaft von radio GÜTERSLOH auf einen weiteren Erfolg in Sachen Selbstvertretung blicken. "Es ist wichtig, dass wir in den unterschiedlichen geseellschaftlichen Gremien als behinderte Menschen vertreten sind. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Belange behinderter Menschen in der Programmgestaltung des Radiosenders entsprechend berücksichtigt werden", erklärte er gegenüber den kobinet-nachrichten.

"Die Medienlandschaft in Deutschland ist föderalistisch organisiert und unterliegt der Landesmediengesetzgebung. Für Nordrhein-Westfalen regelt das Landesmediengesetz (LMG NRW) den lokalen Hörfunk über das sogenannte Zwei-Säulen-Modell. Laut § 52 LMG NRW ist die Veranstaltergemeinschaft Veranstalterin des Programms und trägt hierfür die alleinige Verantwortung. Die Veranstaltergemeinschaft (VG) ist ein eingetragener Verein. Sie setzt sich aus höchstens 22 Vertretern der gesellschaftlich relevanten Gruppen des Verbreitungsgebietes zusammen. Hierzu gehören u.a. Vertreter aus den Bereichen evangelische und katholische Kirche, jüdische Kultusgemeinde, Kreistag, Gewerkschaftsvertreter, Abeitgeberverband, Jugendring des Kreises, Sportbund des Kreises, Wohlfahrtsverbände, Naturschutzverbände, Verbraucherzentrale, Verleger, Kultur und Kunst, Bildung und Wissenschaft, ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger und einer Radiowerkstadt. Diese breit angelegte Zusammensetzung der VG soll sicherstellen, dass sich die Meinungsvielfalt im Kreis Gütersloh im Gremium der programmverantwortlichen Institution spiegel", heißt es auf der Internetseite von radio GÜTERSLOH

Jürgen Linnemann hofft, dass dieses Beispiel Schule macht und auch andere Veranstaltergemeinschaften bzw. Rundfunkräte endlich ihre Türen für InteressenvertreterInnen behinderter Menschen öffnen. So warten die Verbände auf Bundesebene beispielsweise immer noch darauf, dass ein Vertreter der Behindertenverbände in den Fernsehrat des ZDF berufen wird.

Jürgen Linnemann setzt sich als Inklusionsbotschafter im Rahmen eines von der Aktion Mensch geförderten und der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) durchgeführten Projektes seit einigen Monaten u.a. dafür ein, dass die Selbstvertretung behinderter Menschen und die Inklusion vor Ort gestärkt wird.