NITSA startet neuen Internetauftritt

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

NITSA Team: Assistenz verändert Gesellschaft
NITSA Team: Assistenz verändert Gesellschaft
© Andi Weiland / Sozialhelden e.V.

Berlin (kobinet) Das Netzwerk für Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und Assistenz (NITSA) nutzte die Feiertage und überarbeitete seinen Internet-Auftritt www.nitsa-ev.de grundlegend. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit Matthias Grombach, der die Umgestaltung maßgeblich koordiniert und durchgeführt hat.

kobinet-nachrichten: NITSA feierte gerade erst im Sommer das einjährige Bestehen. Wie kommt es, dass ihr nach knapp einem Jahr zu Weihnachten und Neujahr eure Zeit investiert und die NITSA-Homepage umgestaltet? War diese nicht mehr aktuell?

Matthias Grombach: Erst einmal möchte ich dem kobinet-Team und den kobinet-LeserInnen ein gutes, gesundes und hoffentlich erfolgreiches Jahr mit Blick auf das bevorstehende Bundesteilhabegesetz wünschen.

Und um auf deine Frage zurückzukommen: Auch das Bundesteilhabegesetz spielte bei den Überlegungen zur Umgestaltung eine wesentliche Rolle. Aber den Anstoß hierfür haben uns Andi Weiland und Raul Krauthausen von den Sozialhelden bei unserem letzten NITSA-Strategietreffen im vergangenen September gegeben. Andi und Raul stellten eine simple Frage: "Was ist Eure Mission?"

kobinet-nachrichten: Und was ist eure Mission?

Matthias Grombach: Kurz und knapp: Selbstbestimmt Leben mit Assistenz!

Dabei sehen wir zwei Schwerpunkte in unserer Arbeit. Zum einen den Themenbereich "Assistenz für Menschen mit Behinderungen", der sich mit allen Facetten der selbstbestimmten Assistenz beschäftigt und sich im Wesentlichen an AssistenznehmerInnen aber auch an Interessierte richtet, die sich zum Beispiel ein Bild über das Persönliche Budget und dessen Finanzierung machen möchten. Zum zweiten haben wir den Themenbereich "Bewusstseinsbildung für Menschen mit Assistenzbedarf" neu geschaffen, da wir in unserer täglichen Arbeit immer wieder feststellen, dass nahezu niemand eine Vorstellung davon hat, wie Menschen mit Assistenzbedarf leben. Grundsätzlich herrscht die Meinung vor, dass Menschen mit Behinderung gepflegt und betreut werden müssen. Wir wollen diese überholte, defizitäre und immer nur von Pflege geprägte Sichtweise ändern und unsere politischen Ziele für eine gleichberechtigte Partizipation klar und verständlich rüberbringen. Im Fokus stehen dabei das Wusch- und Wahlrecht, die Bedarfsdeckung und einkommens- und vermögensunabhängige Assistenzleistungen.

Beide Themenbereiche haben als graphische Entsprechung einen Button auf der Homepage erhalten und können mit einem Klick erreicht werden.

kobinet-nachrichten: Dass ihr einen völlig anderen Blick auf das Thema Assistenz habt, kann man unschwer an der Bildersprache der Diashow auf eurer Startseite erkennen. Von Pflege ist dort nichts zu sehen. Stattdessen erfährt der Betrachter, dass "Assistenz Meinungsfreiheit bringt" oder "Gesellschaft verändert".

Matthias Grombach: Richtig! Jeder weiß, wie Pflege funktioniert. Warum sollten wir das erklären? Aber kaum jemand weiß, dass Assistenz Arbeitsplätze schafft, sowohl für Assistentinnen und Assistenten, als auch für Menschen mit Behinderung, die ohne Assistenz keinem Beruf nachgehen könnten. Und wer hat sich schon einmal darüber Gedanken gemacht, wie Menschen mit Behinderung für ihre Rechte kämpfen sollen, wenn sie ohne Assistenz nicht einmal die Wohnung verlassen können? Für uns gibt es da keine Zweifel: "Assistenz sichert Bürgerrechte."

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen des gesamten Vorstands ganz herzlich bei Andi Weiland bedanken. Was nur eine Idee in unseren Köpfen war, hat er, wie wir meinen, hervorragend in seinen Fotos umgesetzt.

kobinet-nachrichten: Das war offensichtlich eine fruchtbare Zusammenarbeit. Was habt ihr euch noch vorgenommen?

Matthias Grombach: Wir werden u.a. nach und nach unser Dienstleistungsangebot für Menschen mit Assistenzbedarf und Assistenznehmer ausbauen. Einen Anfang haben wir hierzu mit der Rubrik "Service" gemacht. Dort findet man zum Beispiel wichtige Gesetze und Verordnungen oder Berichte zu Veranstaltungen, die wir besucht oder selbst durchgeführt haben. Im Themenbereich "Bewusstseinsbildung" haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um kontinuierlich über die Entwicklung zum Bundesteilhabegesetz zu berichten. Und zuletzt bemühen wir uns selbstverständlich um einen möglichst barrierefreien Internet-Auftritt. So haben wir alle Abbildungen mit Meta-Texten versehen, damit diese auch von sehbehinderten Menschen erfasst werden können. Sollte nicht alles perfekt sein, so ist das dem Umstand geschuldet, dass wir alle keine Web-Experten sind. Wir sind aber für entsprechende Hinweise dankbar.

kobinet-nachrichten: Ich danke für das Gespräch.

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