Modellprojekt zur Elternassistenz geht zu Ende

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Hannover/Erfurt (kobinet) Seit das Projekt "Elternassistenz erproben" vor drei Jahren vom Bundesverband behinderter und chronische kranker Eltern (bbe) mit einer Projektförderung der Aktion Mensch gestartet wurde, hat sich viel weiterentwickelt. Innerhalb der drei Jahre wurden rund 500 Menschen bundeweit zum Thema Elternassistenz beraten, mindestens 100 Eltern konnten bei der Beantragung der Elternassistenz konkret unterstützt werden. Nun geht das Projekt zu Ende.

"An beiden Beratungsstandorten Erfurt und Hannover konnten wir uns gut vernetzen und Selbsthilfegruppen behinderter Eltern bei ihren regelmäßigen Treffen unterstützen. Bei mehreren bundesweiten Familientagungen in Uder und einem Fachtag in Erfurt haben wir das Thema Unterstützung für Eltern mit Behinderungen interdisziplinär und behinderungsübergreifend diskutiert. Der Elternassistenzdienst in Hannover hat inzwischen eine Leistungsvereinbarung und begrüßt inzwischen die sechste Familie, die Elternassistenz direkt vom bbe nutzt", berichtet Kerstin Blochberger vom bbe.

Auch auf Bundesebene haben die selbst behinderten Mitarbeiterinnen des Projektes viel bewirkt. "Aktiv haben wir an mehreren Studien, in wissenschaftlichen Beiräten und als Fachexpertinnen mitgearbeitet. Bei der Erarbeitung der Empfehlung des Deutschen Vereins zum Thema Unterstützung für Eltern mit Beeinträchtigungen und an der Broschüre Familie und Inklusion des Bundesforums Familie waren wir beteiligt. So konnten wir bewirken, dass Elternschaft von Menschen mit Behinderungen von Beginn an mitgedacht wird", so Kerstin Weiß vom Vorstand des bbe.

In die Diskussion um Einkommens- und Vermögensgrenzen für die Elternassistenz hat sich das Projekt mehrfach eingebracht. Die bbe-Umfrage zum Thema Elternassistenz im Jahr 2015 hat ergeben, dass nur jede dritte Familie, die Elternassistenz benötigt, einen Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen kann. Alle anderen müssen die behinderungsbedingten Hilfen bei der Versorgung der Kinder komplett selbst finanzieren und leben trotz Erwerbstätigkeit deshalb mit der gesamten Familie auf Sozialhilfeniveau.

Zum Abschluss des Modellprojekts wird in Hannover gemeinsam mit den Netzwerk Elternschaft und Behinderung in der Region Hannover eine öffentliche Lesung stattfinden und der neue Ratgeber "Elternassistenz" vorgestellt. Diesen Ratgeber gibt es erstmals auch als Zusammenfassung in Leichter Sprache. Beide Broschüren können auf der Homepage des bbe unter http://www.behinderte-eltern.de/Papoo_CMS/index.php?menuid=75 herunter geladen werden.

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