Barrierefreies Deutschland überfällig

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Karl-Heinz Fries
Karl-Heinz Fries
© VdK NRW

Düsseldorf (kobinet) Ein barrierefreies Deutschland ist nicht nur längst überfällig, sondern auch finanzierbar. Das meint der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen, Karl-Heinz Fries: "Wir erkunden das Weltall, wir erklimmen die höchsten Berge, wir sind mit der ganzen Welt vernetzt - aber Menschen im Rollstuhl scheitern bis heute an Stufen und Schwellen!" Angesichts der mangelnden Umsetzung von Barrierefreiheit im bevölkerungsreichsten Bundesland wie auch deutschlandweit fand Fries heute in Düsseldorf deutliche Worte. "Wir sagen: Es ist höchste Zeit, unseren Ehrgeiz und Erfindungsreichtum für etwas zu nutzen, was Millionen Menschen brauchen und uns allen nutzt."

Vor rund 130 Gästen aus Politik, Verwaltung und sozialem Leben forderte der Vorsitzende des Landesverbands beim traditionellen Neujahrsempfang die Schaffung beziehungsweise Schärfung von gesetzlichen Grundlagen auf Landes- und Bundesebene. "Rechtlich betrachtet ist Barrierefreiheit ein Menschenrecht. Das erklärt die UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland 2009 unterzeichnet hat, unmissverständlich. Die Umsetzung dieser Verpflichtung ist aus unserer Sicht jedoch unzureichend, weil die bestehenden Vorgaben oft zu unverbindlich sind", kritisierte Fries auch in Anbetracht des geplanten Inklusionsstärkungsgesetzes für NRW. Im Übrigen sei ein barrierefreies Deutschland nicht nur längst überfällig, sondern auch finanzierbar: "Investitionen in diesem Bereich lohnen sich für alle, denn Barrierefreiheit spart auf mittlere Sicht Sozialausgaben in Milliardenhöhe. Außerdem fließen von jedem Euro, der in die bauliche Barrierefreiheit investiert wird, 40 Cent an die öffentliche Hand zurück."

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