50.000 Pflichtarbeitsplätze in NRW nicht besetzt

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Rainer Schmeltzer
Rainer Schmeltzer
© MAIS / G. Protzke

Düsseldorf (kobinet) 50.000 Pflichtarbeitsplätze, auf denen behinderte Menschen normalerweise beschäftigt werden müssten, sind derzeit in den nordrhein-westfälischen Unternehmen nicht besetzt. Das heißt, die Unternehmen zahlen lieber die Ausgleichsabgabe als einen Menschen mit einer Behinderung einzustellen. Darauf wies der nordrhein-westfälische Sozialminister Rainer Schmeltzer in seiner sozialpolitischen Grundsatzrede beim Neujahrsempfang des Sozialverbandes VdK NRW in Düsseldorf hin.

Rainer Schmeltzer betonte, dass es ihm angesichts dieser Zahl besonders darauf ankomme, die Potentiale von Menschen mit Behinderungen sichtbar zu machen. Eine große Aufgabe der Sozialpolitik sei die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt. "Sie sind länger arbeitslos als Menschen ohne Behinderungen."

Lesermeinungen zu “50.000 Pflichtarbeitsplätze in NRW nicht besetzt” (3)

Von nurhessen

Man kann nur Herrn Buschmann zitieren:
„Hört endlich auf damit“!!!
Und ich füge hinzu:
Wisst ihr nicht, was ihr tut? –Doch, ihr wisst, was ihr tut! Und ihr habt KEINE einzige Entschuldigung für euer Tun. Ihr könnt euch nicht darauf berufen, auf „Denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Weil ihr wisst, was ihr tut!
„Hört endlich auf damit“! Denn ihr quält uns! Und ihr macht euch schuldig – am Schicksal von uns Behinderten, am Schicksal von uns Angehörigen. Noch mal:
„HÖRT ENDLICH AUF DAMIT!“ Uns zu quälen!

Von rgr

Ein weiterer Neujahrsempfang
eines VdK Landesverbandes machte ebenfalls mit der Rede eines Landessozialministers auf sich aufmerksam. Am 15. Januar sagte der NRW Sozialminister Grüttner in Frankfurt a.M.: „Es muss selbstverständlich werden, dass Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auch ein Beitrag zum Unternehmenserfolg ist.“

Das ist zweifelsohne die Vision von einer großen Zukunft, in welcher 'Beiträge zum Unternehmenserfolg' allgemein und von allen Seiten auch als selbstverständlicher Beitrag von Behinderten angenommen werden würden. Doch dem Ausbeuter geht es um mehr und eine durchschnittliche Leistung oder gar nur ein Beitrag wird ihn nicht überzeugen.

Dieses und Schmeltzers Plan, 'Potentiale von Menschen mit Behinderungen sichtbar zu machen' ähneln einander auf verstörende Weise. Sie sind dieser Welt und ihren Problemen entrückt. Weder werden wir die Sichtbarmachung von Potentialen praktisch erfahren, noch heben sich die Probleme in einer erhofften Selbstverständlichkeit einfach so auf.

Das Jahr 2016 beginnt mit trüben Aussichten. Meint
der Götz

Von rgr

Hört, hört!
Der NRW Sozialminister Rainer Schmeltzer verzeichnet Einnahmen in seinem Haushalt aus Zahlungen der Ausgleichsabgabe und schätzt die Zahl der vorenthaltenden Pflichtsarbeitsplätze auf 50.000 ab. Obgleich die Zahl aus dem Sozialministerium realistisch werden könnte, zeichnet sie dennoch kein klares Bild der Lage von Behinderten in Lohnarbeitsverhältnissen oder bei der Arbeitssuche. Wer es etwas mehr und genauer wissen will, sei auf die Publikation der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit vom November 2015 verwiesen. "Der Arbeitsmarkt in NRW - Schwerbehinderte Menschen", so der Titel der Untersuchung, listet schwarze Schafe nach Branchen auf. Im Jahr 2013 führte die Branche 'Verwaltung von Unternehmen; Unternehmensberatung' mit 5.934 unbesetzten Stellen die Liste der TOP 5 nach absoluten Zahlen an. Und so listet die Untersuchung weiter auf: Personaldienstleistungen 4.327; Großhandel 4.031; Einzelhandel 3.734; Lagerei 2.737.

Es sind also genau die Branchen, die durch die Ausweitung der Leiharbeit und durch die Deregulierung der Arbeitsverhältnisse in den vergangen Jahren mit am stärksten geprägt wurden und in denen die Löhne seit Jahren auf niedrigstem Niveau verharren. Angeführt durch ein behindertenfeindliches Management.

Meint,
der Götz

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