Opfer der NS-Verbrechen gedacht

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Verena Bentele
Verena Bentele
© Irina Tischer

Berlin (kobinet) 260.000 Menschen wurden während der Zeit des Nationalsozialismus wegen ihrer Behinderung ermordet, 400.000 weitere wurden zwangssterilisiert. Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, erinnerte heute an die Männer, Frauen und Kinder, deren Leben auf grausame Weise beendet wurde. Bei der zentralen Gedenkfeier in der Berliner Topographie des Terrors sagte sie: „Menschen mit Behinderungen wurde nicht nur das Recht auf Teilhabe, sondern das Recht zu leben verweigert. Sie wurden für die Forschung missbraucht, sie wurden als 'unnütze Esser' aus der Gesellschaft entfernt. Damals nutzten Ärzte und Psychiater Menschen, vor allem Kinder mit Behinderungen, für die Wissenschaft und ihre Karriere."

An der Gedenkveranstaltung nahmen über 100 Menschen aus Politik und Zivilgesellschaft teil. Dieses Jahr lag ein Schwerpunkt auf dem Schicksal von Kindern und Jugendlichen. Zu dem Thema „Kinder-Euthanasie" hielt die profilierte Historikerin Dr. Petra Fuchs einen Vortrag. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Mezzosopranistin Julia Frick mit einer Komposition ihres Großvaters, der selbst zum Opfer der so genannten „Euthanasie" wurde. Ergänzend las der Autor Tino Hemmann aus seinem Buch „Hugo - Der unwerte Schatz".

Zum Abschluss der Veranstaltung legte Verena Bentele einen Kranz an der Gedenkstätte in der Tiergartenstraße 4 nieder. Hier war die verbrecherische „Aktion T4" erdacht worden. Es handelte sich dabei um die systematische Ermordung von Menschen mit so genannten geistigen oder körperlichen Behinderungen in den Jahren 1940 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945.

Lesermeinungen zu “Opfer der NS-Verbrechen gedacht” (3)

Von Dagmar B

„Menschen mit Behinderungen wurde nicht nur das Recht auf Teilhabe, sondern das Recht zu leben verweigert...."
Wie sich das heute darstellt , kann man dann hier nachlesen:
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/33009/Persönliches-Budget-ist-Jugendamt-Dorn-im-Auge.htm
Zitat:
Weshalb setzt das Jugendamt diese positive Entwicklung aufs Spiel - indem es Kosten nicht begleicht und ein Wahlrecht zur Eingliederungshilfe rechtswidrig behandelt? Mit der Formulierung "Bisher war die Zahlung eines persönlichen Budgets im Rahmen der Jugendhilfe nicht üblich", lehnte das Amt am 08.01.2016 auch den Widerspruch der Eltern ab
Der Blindflug der Eltern ist seit 31.12.2015 beendet, weil diese kein Geld mehr haben, um die Schulbegleitung weiter vorzufinanzieren. Die Entwicklung des Kindes steht auf dem Spiel: Es besucht die Schule zwischenzeitlich ohne Begleitung, die Hilflosigkeit des heute achtjährigen Kindes wird wieder deutlich und erste Schulverweigerungstendenzen werden spürbar
Zitat Ende
Nicht nachvollziehbar ist für mich allerdings die Tatsache, das von der Selbsthilfe ja nun eigens eine Petition verfasst wurde, um die oben zu lesenden typischen Merkmale des § 35 a zu zementieren.
So liest man z.b. hier :
http://www.gemeinsam-einfach-machen.de/BRK/DE/StdS/Bundesteilhabegesetz/6_Sitzung/6_sitzung_ap_zu_top1.pdf?__blob=publicationFile
Zitat:
Eine Überforderung der Eltern bei der Erziehung eines Kindes bzw. Jugendlichen mit Behinderung kann demnach sowohl bei Kindern und Jugendlichen mit einer körperlichen Behinderung als auch mit einer geistigen und seelischen Behinderung auftreten. In solchen Fällen ist es unmöglich zu entscheiden,"" ob das Vorliegen eines erzieherischen Bedarfs mit der Behinderung des Kindes bzw. Jugendlichen, der mangelnden Kompetenz der Eltern oder mit anderen sozialen oder biographischen Faktoren zu begründen ist.""""
Zitat Ende
Eltern unter Generalverdacht werden kein PB bekommen.

Von MichaelK

„Menschen mit Behinderungen wurde nicht nur das Recht auf Teilhabe, sondern das Recht zu leben verweigert...."

wobei ich da grade über "Teilhabe" gestolpert bin. Da gibt es, sehr geehrte Frau Bentele, tatsächlich auch noch anno 2016 viel nachzuarbeiten. Man könnte bspw. damit beginnen, sich stark zu machen für die Streichung eines Behindertenregelbedarfes. Ganz aktuell wird am neuen Regelbedarfsermittlungsgesetz gewerkelt. Wäre ein Anfang für die Glaubwürdigkeit und darauf könnte man aufbauen...

Von rgr

Nachlese zum 27.1.

Zu den Ausstellungstafeln des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge.
https://www.deutscher-verein.de/de/wir-ueber-uns-verein-geschichte-1777.html
Der Deutsche Verein würdigt noch immer das Engagement von Hans Muthesius (* 2.10.1885 - 1.2.1977).
Die Tafel trägt den Titel 'Die Ära Muthesius'. Dabei könnte der Deutsche Verein es mittlerweile besser wissen, erklärt er doch seine Geschichte für aufgearbeitet.

Das Problem: 'In den Zuständigkeitsbereich von Muthesius fiel die zentrale Verwaltung der Jugendkonzentrationslager in Moringen, der Uckermark sowie in Litzmannstadt (Lodz).'
siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Muthesius

der Götz

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