Blinde und sehbehinderte Schriftdolmetscher

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Irmgard Badura
Irmgard Badura
© FOTOSTUDIO LAUER

Würzburg (kobinet) Ein Angebot für neue Berufschancen für blinde und sehbehinderte Menschen hat heute die bayerische Landesbehindertenbeauftragte Irmgard Badura als deutschlandweit einzigartige Ausbildung gewürdigt. Blinde und sehbehinderte Menschen werden Schriftdolmetscher – das gelingt innerhalb der bundesweit einzigartigen Ausbildung des Berufsförderungswerks Würzburg.

Zeugnisse an erste AbsolventInnen übergeben

"Diese Dolmetscher werden dringend gebraucht, denn viele hörbehinderte Menschen sind im Alltag oder im Berufsleben auf Unterstützung bei der Kommunikation angewiesen. Auch bei Veranstaltungen können hörbehinderte Menschen mit einem Schriftdolmetscher besser teilhaben", erklärte Irmgard Badura. Die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, hat heute die Zeugnisse an die ersten AbsolventInnen übergeben. "Als Schirmherrin der Ausbildung wünsche ich den Absolventinnen und Absolventen viel Erfolg im Berufsleben. Die Chancen dafür stehen sehr gut. Ich möchte mich auch bei der Firma Verbavoice und beim Berufsförderungswerk Würzburg bedanken, die meinen Vorschlag für eine solche Ausbildung schnell aufgegriffen und in die Tat umgesetzt haben", erklärte Irmgard Badura in Würzburg.

Christoph Wutz, Geschäftsführer des überregionalen Bildungszentrums, das sich auf blinde und sehbehinderte Menschen spezialisiert hat, ging in seiner Begrüßung auf die Besonderheiten dieser Ausbildung zum Schriftdolmetscher ein. "Ausbildungen zum Schriftdolmetscher gibt es einige, aber unser Kurs ist der erste barrierefreie und damit ist der Kurs "doppelt inklusiv". Denn mit dieser Weiterbildung werden blinde oder sehbehinderte Menschen befähigt, das gesprochene Wort simultan in geschriebene Sprache umzusetzen und damit hörgeschädigten bzw. gehörlosen Menschen zugänglich zu machen", so der Geschäftsführer des BFW in Würzburg.

Live-Untertitel bei Sitzungen

Neben den neuen Berufschancen für blinde und sehbehinderte Menschen werden die SchriftdolmetscherInnen auch dringend benötigt, um Kommunikationsbarrieren für hörbehinderte Menschen abzubauen. "Live-Untertitel bei Sitzungen im Bayerischen Landtag oder bei Veranstaltungen ermöglichen vielen Menschen mit Hörbehinderung den Zugang zu Informationen. Dazu brauchen wir diese gut ausgebildeten Schriftdolmetscher", so Irmgard Badura. "Ich finde es sehr beeindruckend, wenn Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen gemeinsam Barrieren überwinden können."

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