Eklat von Koblenz

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Malu Dreyer
Malu Dreyer
© SPD

Berlin (kobinet) Ein Lokalpolitiker aus Koblenz beschimpft die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer wegen ihrer Behinderung. Mit seinen unsäglichen Äußerungen auf Facebook wollte Daniel Wilms vom Koblenzer CDU-Ortsverband Süd einen "shitstorm" gegen die beliebte sozialdemokratische Spitzenkandidatin für die bevorstehenden Landtagswahlen entfachen. Doch es hagelte Proteste von allen Seiten. Gegen Wilms wurde ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Deutsche Politikerin wegen Behinderung diskriminiert, schrieb heute Martin Ladstätter auf BIZEPS in Wien über den Eklat von Koblenz.

Bundesjustizminister Heiko Maas sprach auf Twitter von einer erbärmlichen Beleidigung: "Das überschreitet jede Grenze der politischen Auseinandersetzung." Malu Dreyer, die Multiple Sklerose hat und zeitweilig einen Rollstuhl nutzt, wurde bezichtigt, auf der "behinderten Mitleidsschiene" zu fahren. Sie sollte "besser Erwerbsminderungsrente beantragen und abtreten". Der Journalist Jakob Augstein erkannte in der CDU-Attacke den "menschenverachtenden Sound der AfD".

Lesermeinungen zu “Eklat von Koblenz” (3)

Von Arnd Hellinger

Liebe/r Herr/Frau JR,

die CDU jetzt wegen des unsäglichen Verhaltens des Herrn D. Wilms insgesamt in die "behindertenfeindliche Ecke" zu stellen, wie Sie das hier tun, ist sicher kein guter Beitrag zum Thema. Politische Parteien sind Abbilder der Gesellschaft insgesamt und so gibt es auch in jeder Partei Leute, die im Umgang mit Menschen mit Behinderung so ihre Schwierigkeiten haben. Andererseits finden sich in derselben CDU auch Leute wie Hubert Hüppe oder Uwe Schummer, deren behindertenpolitische Kompetenz unbestritten ist.

Wer, wie ein/e JR, selbst nicht pauschal beurteilt werden möchte, sollte sich auch selbst mit Pauschalurteilen gegenüber Anderen zurückhalten...

Von JR

Der Journalist Jakob Augstein erkannte in der CDU-Attacke den "menschenverachtenden Sound der AfD".

Nein das ist eine Aussage eines CDU Politikers, und somit die Meinung der CDU. Das hat nun gar nichts mit AFD zu tun. Diese sind zwar für sich ein Gräuel, können aber nicht immer davon ablenken, dass solche Ansichten in der CDU gang und gäbe sind, und diese Partei für sich für solche Werte steht.

Von Sphinx

Man kann selbstverständlich den Protestbrief an die CDU Rheinland-Pfalz senden (Ortsverband Koblenz, siehe http://cdu-koblenz.de/verbaende/cdu-ortsverband-sued.html) und an den Arbeitgeber des Noch-CDU-Mitglieds DANIEL WILMS.
Herr Daniel Wilms arbeitet bei der Deutschen Krankenversicherungs AG, siehe Eigenaussage Wilms:
http://web2.cylex.de/firma-home/3d-beratungs--und-servicecenter-koblenz--daniel-wilms-7647555.html;
DKV-Zentrale und DKV-Vorstand: https://www.dkv.com/unternehmen-anbieterkennzeichnung-impressum-4920.html

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