Gemeinsam auf dem Weg zu barrierefreiem Tourismus

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Infozeichen
Infozeichen
© domain public

Berlin (kobinet) Auf dem diesjährigen Parlamentarischen Abend der NatKo (Tourismus für Alle Deutschland) in der Landesvertretung des Freistaates Sachsen waren sich die über 50 TeilnehmerInnen aus Politik, Tourismuswirtschaft und von Behindertenorganisationen einig, dass sie gemeinsam auf einem guten Weg zu einem barrierefreien Tourismus sind, aber noch viel zu tun bleibt. Darauf wies der Vorsitzende der Natko, Dr. Rüdiger Leidner, hin.

In seiner Eröffnungsrede würdigte der NatKo-Vorsitzende die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem ADAC und den vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft angestoßenen Dialog über die Verbesserung der Barrierefreiheit im Luftverkehr. Außerdem hob er die Bedeutung der künftigen Bundesfachstelle für Barrierefreiheit hervor, betonte jedoch, dass die Einbeziehung der Behindertenselbsthilfe weiterhin unverzichtbar sei. "Die Bundesfachstelle ist kein Modell für die NatKo, aber die NatKo braucht eine dauerhafte Finanzierungsgrundlage, um ihre wachsenden Aufgaben erfüllen zu können", erklärte Dr. Rüdiger Leidner.

Der Forderung nach einer projektunabhängigen, dauerhaften Förderung der NatKo stimmten die zahlreich erschienenen Bundestagsabgeordneten zu. Stellvertretend sprachen für die Tourismuspolitiker die sächsischen Bundestagsabgeordneten Klaus Brähmig (CDU/CSU) und Dr. André Hahn (DIE LINKE). Der stellvertretende Vorsitzender des Tourismusausschusses, Klaus Brähmig, würdigte die Rolle der NatKo in der deutschen Tourismuspolitik und betonte - mit anschaulichen Beispielen aus Sachsen - die Bedeutung barrierefreier touristischer Angebote.

André Hahn sieht die Bedeutung und Anwendbarkeit des einheitlichen Kennzeichnungssystems "Reisen für Alle" weit über den Tourismus hinaus, da dieses System auch für die Beurteilung der Barrierefreiheit anderer Bereiche, zum Beispiel Rathäuser, Sportstätten und Wahllokale, geeignet sei. Und er schlug vor, mit einen fraktionsübergreifenden Antrag die aus dem Beschluss des Bundestages vom Mai 2009 noch nicht erfüllten Aufgaben, ergänzt um aktuelle Forderungen an die Bundesregierung zur Förderung des barrierefreien Tourismus, zeitnah in den Bundestag einzubringen.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der BAG SELBSTHILFE, Hannelore Loskill, machte deutlich, dass in den letzten Jahren bereits viele Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit in Deutschland umgesetzt wurden und hob hier die Zusammenarbeit der Mitgliedsverbände der NatKo hervor. Sie mahnte jedoch auch den akuten Nachholbedarf an, den es bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und somit der gleichberechtigen Teilhabe von Menschen mit Behinderung auch im Tourismus immer noch gibt.

Erwin Pfeiffer, Leiter Touristische Services beim ADAC, unterstrich die Bedeutung des einheitlichen Kennzeichnungssystems "Reisen für Alle" und der damit verbundenen verlässlichen Ausweisung von Angeboten entlang der touristischen Servicekette. Der ADAC wird die NatKo und das DSFT bei der Vermarktung des Projektes und der Ergebnisse unterstützen. Der ADAC plant auch mit dem "Mut zur Lücke", die zertifizierten touristischen Angebote zeitnah in sein bestehendes digitales Kartenmaterial zu integrieren.

Die nächste Gelegenheit für einen Austausch bietet der "Tag des barrierefreien Tourismus", der am 11. März von 10.30 bis 15.30 Uhr im CityCube, Saal A5, stattfindet. Der von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Kooperation mit der NatKo organisierte Fachkongress findet bereits zum fünften Mal während der weltweit größten Tourismusmesse ITB statt. Für die Unterstützung des Parlamentarischen Abends bedankt sich die NatKo beim ADAC e.V., der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH (TMGS) und der Sächsischen Landesvertretung.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.