Wählen Gehen ist für Josef Ströbl ein Muss

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild von Josef Ströbl
Bild von Josef Ströbl
© kobinet/omp

Hofgeismar (kobinet) Auch wenn es für Josef Ströbl von Mensch zuerst nicht leicht ist, sich auf dem komplizierten Wahlzetter für die heute in Hessen stattfindende Kommunalwahl zurecht zu finden, ist für den Inklusionsbotschafter klar, "Wählen Gehen ist für mich ein Muss!" Dies machte er gestern deutlich, als er aufgrund seiner derzeitigen Erkrankung zur Arbeitsgruppe Politik der Mensch zuerst Tagung in Uder zur Umsetzung der UN-Konvention telefonisch zugeschalten wurde.

"Es ist für uns Menschen mit Lernschwierigkeiten nicht leicht, den schweren Wahlzettel zu verstehen. Auch ärgert es mich, dass es immer noch Parteien gibt, die kein Wahlprogramm in Leichter Sprache haben. Trotzdem ist für mich klar: 'Wählen ist für mich ein Muss'. Denn das ist ein wichtiges Recht zur Mitbestimmung für das Menschen hart gekämpft haben", erklärte Josef Ströbl. In einem Interview mit den kobinet-nachrichten hatte sich Josef Ströbl vor zwei Wochen über ein Plakat der FDP mit dem Titel "Gegen Lernschwäche im Rathaus" aufgeregt und deutlcih gemacht, dass es keinen Wahlkampf auf Kosten behinderter Menschen geben darf.

Aber nicht nur, wenn es um die Teilnahme an Wahlen geht, engagiert sich Josef Ströbl für eine bessere Politik speziell für Menschen mit Lernschwierigkeiten. So berichtete er per Telefon in der Arbeitsgruppe Politik wie es für ihn war, im Dezember letzten Jahres an einer Anhörung zum Gesetz zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts im Bundesministerium für Arbeit und Soziales als Mensch mit Lernschwierigkeiten teilzunehmen. "Da wurde nur so mit Paragraphen um sich geschmissen und oft habe ich nur Bahnhof verstanden. Aber trotzdem habe ich mich aufgerafft und mich zu Wort gemeldet. Denn mir ist wichtig, dass die Leichte Sprache ein Recht wird, das wir auch einklagen können. Es kann nicht sein, dass wir immer wieder sagen müssen, dass wir etwas nicht verstehen, um am Ende endlich Informationen in Leichter Sprache zu bekommen", so Josef Ströbl. Es lohne sich also, sich in die Politik einzumischen, auch wenn das manchmal für Menschen mit Lernschwierigkeiten sehr schwer ist.