Stimmen von Menschen mit Lernschwierigkeiten

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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© kobinet/ht

Uder (kobinet) Die Parteien werben derzeit um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler für die anstehenden Wahlen. In Uder haben Menschen mit Lernschwierigkeiten am Wochenende bei der Tagung von Mensch zuerst zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ihre Stimme erhoben und deutlich gemacht, was sie sich von der Politik erwarten. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit vier TeilnehmerInnen der Tagung.

kobinet-nachrichten: Peter Stabenow, welches Thema ist Ihnen derzeit am wichtigsten?

Peter Stabenow: Für mich ist es wichtig, dass wir ein gutes Bundesteilhabegesetz bekommen.

kobinet-nachrichten: Was ist Ihnen dabei besonders wichtig?

Peter Stabenow: Das Recht auf Sparen.

kobinet-nachrichten: Das heißt?

Peter Stabenow: Das heißt, dass man mehr als 2.600 Euro auf seinem Konto haben darf, ohne, dass es von einem Amt abgezogen wird.

kobinet-nachrichten: Was erwarten Sie von der Bundesregierung?

Peter Stabenow: Dass die Obergrenze zum Sparen kräftig angehoben wird.

 

kobinet-nachrichten: Herr Strunz, was Ihnen Ihnen in der Politik besonders wichtig?

Christian Strunz: Mir ist es wichtig, dass behinderte Menschen, die einen Rollstuhl nutzen, von A nach B fahren können ohne dass es Probleme gibt.

kobinet-nachrichten: Welche Probleme gibt es denn?

Christian Strunz: Am Busbahnhof kommt es immer wieder vor, dass Rollstuhlfahrer nicht gleich einsteigen können. Dort gibt es zum Beispiel viele Barrieren.

kobinet-nachrichten: Wenn es ein Gesetz gäbe, dass die Barrierefreiheit in den verschiedenen Bereichen vorschreibt, wäre das in Ihrem Sinne?

Christian Strunz: Das wäre perfekt.

 

kobinet-nachrichten: Was ist Ihnen Herr Hirschmann im Moment besonders wichtig, wenn es um die Politik geht?

Tim Hirschmann: Mir ist der Zusammenhalt in der Politik besonders wichtig. Dass nämlich Menschen mit Handicap bei den Flüchtlingen manchmal außen vorne gelassen werden. Sie gehören bei uns auch mit dazu. Sie sollen barrierefrei wohnen können und so leben können, wie wir auch.

kobinet-nachrichten: Was könnte für Sie selbst besser sein?

Tim Hirschmann: Dass es barrierefreie Busse und Bahnen gibt und dass man uns behinderte Menschen so aktzeptiert, wie wir sind und nicht, dass man sich über uns lustig macht. Es gibt viele Menschen, die sich mit uns schämen und nichts mit uns zu tun haben wollen.

kobinet-nachrichten: Sie sind vor Ort in einem Fachbeirat für Inklusion aktiv. Werden dort solche Themen besprochen?

Tim Hirschmann: Auf jeden Fall. Da geht es um Barrierefreiheit bei Bussen und Straßenbahnen, um das Thema Gesundheit und viele andere Themen.

 

kobinet-nachrichten: Herr Sauer, Sie kommen aus Baunatal bei Kassel, was ist für Sie derzeit besonders wichtig?

Jörg Sauer: Ich hätte gerne mehr Lohn auf meinem Konto.

kobinet-nachrichten: Wieviel Lohn bekommen Sie denn im Momant, wenn ich fragen darf?

Jörg Sauer: 143 Euro.

kobinet-nachrichten: Am Tag oder im Monat? 

Jörg Sauer: Im Monat.

kobinet-nachrichten: Wie lange arbeiten Sie dafür täglich?

Jörg Sauer: Meine Arbeitszeit ist von 8:00 bis 16:00 Uhr.

kobinet-nachrichten: Was arbeiten Sie genau in der Werkstatt für behinderte Menschen?

Jörg Sauer: Montage.

kobinet-nachrichten: Montage, das heißt?

Jörg Sauer: Verpackung, also hauptsächlich Teiler für VW.