Barrierefreiheit missachtet - Behindertenbeauftragter tritt zurück

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Daumen runter
Daumen runter
© kobinet/omp

Saarbrücken (kobinet) Der Behindertenbeauftragte des Bezirks West Saarbrücken, Hermann Mottweiler, hat nach Informationen des Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt. Hermann Mottweiler, der seit zwei Jahren als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter die Interessen von Menschen mit Behinderung in der saarländischen Landeshauptstadt vertritt, fühlt sich und seine Forderungen nach Barrierefreiheit von der Stadt nicht ernst genommen.

In seinem Rücktrittsschreiben an die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz kritisiert Hermann Mottweiler die Vorgehensweise der Stadt bei Ratssitzungen, zu denen er als Behindertenbeauftragter eingeladen wurde. "Anstatt mich in der Planungsphase von Bauvorhaben einzubeziehen, wurden mir in den Ratssitzungen beschlußfertige Projekte präsentiert, die alles andere als barrierefrei waren." Die je nach Bezirk zuständigen Behindertenbeauftragten der Stadt haben bei städtischen Bauvorhaben ein Mitspracherecht, um die Einhaltung der DIN-Normen für barrierefreies Bauen zu überprüfen.

"Als Behindertenbeauftragter des Bezirkes West musste ich bei den eingereichten Vorlagen immer wieder darauf hinweisen, dass bestehende Gesetze nicht eingehalten worden sind und gegen die DIN-Norm, welche die Mindestnorm ist, verstoßen wird", ärgert sich Hermann Mottweiler und fügt hinzu: "Für mich ist der Eindruck entstanden, dass die Stelle eines Behindertenbeauftragten nicht benötigt wird und ich eine Alibifunktion ausübe." Als Kontaktstellenleiter des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Saarlandes in Saarbrücken-Klarenthal wird er für Menschen mit Körperbehinderung weiterhin aktiv sein.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.