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Momentaufnahme 453

Ein Baum auf dem Fels, im Hintergund ist Pfälzer Wald
Im Pfälzer Wald
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet)

Zu leben, ohne zu lieben, ist kein richtiges Leben. Nimm dem Leben die Liebe und du nimmst ihm sein Vergnügen.

Advent und Vorweihnacht stehen vor der Tür

Christmas market with ferris wheel and stalls at night
Christmas market with ferris wheel and stalls at night
Foto: Lutz Dannat

LANDAU in der Pfalz (kobinet)

In drei Wochen ist der erste Advent und so ist die Vorweihnachtszeit schon ganz nah. Viele werden jetzt darüber nachdenken, welchen Weihnachtsmarkt sie in diesem Jahr besuchen möchten. Um dies auch ohne Barrieren erleben zu können, hat die Arbeitsgemeinschaft Leichter Reisen in ihrem aktuellen Newsletter Tipps zu bekannten Weihnachtsmärkten und weiteren Veranstaltungen veröffentlicht. Wer solche Informationen zur Vorbereitung der Märkte zur Vorweihnachtszeit sucht, könnte einmal in diese Ausgabe des Newsletters schauen.

Zwei Auszeichnungen für eine Idee

Sechse Personen im Hintergrund auf einer Bühne. Im Fordergrund der InkluCity-Vertretet in grauer Hose, dunkler Jacke in gelben T-Shirt
InkluCity bei der Preisverleihung
Foto: InkluCity

BERLIN (kobinet)

Das Brandenburger Social-Tech-Startup InkluCity hat bei der STAR*PARADE 2026 in Cottbus sowohl den Jurypreis in der Kategorie Sozialunternehmertum als auch den Publikumspreis gewonnen – und sich bei Letzterem gegen die acht anderen Kategoriegewinner durchgesetzt. InkluCity entwickelt eine digitale Infrastruktur für Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe. Im Mittelpunkt stehen drei Fragen: Wie komme ich hin? Wie komme ich rein? Wie komme ich am Ziel zurecht? Was einfach klingt, ist für Menschen mit Mobilitäts-, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen bis heute oft mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. InkluCity wird das ändern – mit einer Plattform, die bislang verstreute Informationen zur Barrierefreiheit zusammenführt und individuell nutzbar macht.

Lesung und Diskussion zum Roman Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion in Erlanger Stadtbibliothek

Cover des Romans Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion
Cover des Romans Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion“
Foto: Olivia Vieweg

Erlangen (kobinet)

Vor knapp zwei Jahren hat Ottmar Miles-Paul zusammen mit seiner Leseassistentin Sabine Lohner seinen ersten Roman „Zündeln an den Strukturen“ über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen dazu in der Erlanger Stadtbibliothek vorgestellt. Am 24. November 2026 kehren die beiden an diesen Ort mit einer Lesung aus dem zweiten Roman von Ottmar Miles-Paul mit dem Titel „Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion“ auf Einladung des Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) und der Erlanger Stadtbibliothek zurück. Zu diskutieren gibt es dieses Mal sicherlich auch einiges, denn Ottmar Miles-Paul greift in seinem Roman eine Reihe von aktuellen Fragen auf. So zum Beispiel, wer und wie man denjenigen hilft, die klar sagen, dass sie raus aus segregierenden Angeboten hin zu einem inklusiven Leben und Arbeiten mitten in der Gemeinde wollen. In dem Roman geht es aber auch um den Rechtsruck und die erschwerten Bedingungen für behinderte Menschen. Es gibt aber auch Lichtblicke. Die Veranstaltung beginnt in der Erlanger Stadtbibliothek am Marktplatz 1 für diejenigen, die einfache Sprache wollen. von 17:30 – 18:30 Uhr. In dieser Zeit gibt es im Vorfeld der allgemeinen Lesung, die um 18:45 Uhr in der Stadtbibliothek beginnt, ein Gespräch mit dem Autor in einfacher Sprache. Der selbst sehbehinderte Autor gestaltet die von Gebärdensprachdolmetscherinnen begleitete Lesung zusammen mit Sabine Lohner. Sie ist blind und liest die Texte von ihrer Braillezeile vor. Die Anmeldung für die kostenfreie Lesung ist noch bis zum 13. November 2026 bei Heike Herzog per Mail unter [email protected] und per Telefon unter 09131 – 98 78 35 1 sowie über das Online-Anmeldeformular möglich.

Link zur Ankündigung der Lesung am 24. November 2026 des ZsL Erlangen und zur Anmeldung

Verhandlung gegen massenhafte Gewalt im Wittekindshof in Bad Oeynhausen

Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Bielefeld (kobinet)

Das Thema Gewalt gegen behinderte Menschen ist hoch aktuell und zeigt sich in verschiedenen Facetten. In einem aktuellen Gerichtsverfahren des Landgericht Bielefeld sind beispielsweise drei ehemalige leitende Mitarbeiter und ein Arzt angeklagt, weil sie jahrelang in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen u.a. Maßnahmen zur Freiheitsentziehung angeordnet haben sollen. „Die Staatsanwaltschaft wirft den 53 bis 73 Jahre alten Angeklagten unter anderem Freiheitsberaubung in fast 200 Fällen vor. Dabei geht es um eine Wohngruppe für verhaltensauffällige Menschen der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen. Im Zentrum der Anklage steht ein sogenannter Time-Out-Raum – ein kahles Zimmer völlig ohne Einrichtungsgegenstände. Fast täglich sollen dort Bewohner mit zum Teil extremem Aggressionspotenzial eingesperrt und teilweise über viele Stunden fixiert und psychisch eingeschüchtert worden sein“, heißt es in einem Bericht der Aachener Zeitung.

Link zum Bericht der Aachener Zeitung

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 5. Juli 2021 mit dem Titel „Ermittlungen gegen 165 Beschuldigte des Wittekindshof“

Online-Veranstaltung zur Barrierefreiheit blinder und sehbehinderter Menschen und Hilfsmitteln

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Foto: Susanne Göbel

Marburg (kobinet)

Die in Marburg ansässige Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) führt über Zoom zwei Online-Veranstaltungen durch, auf die der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (dvbs) hinweist. Am 11. November 2026 geht es um die Barrierefreiheit im Praxis-Check und am 17. November um die Meta-Brille.

Neue Norm berichtet über europäische Behindertenbewegung und den Freedom Drive

Sharepic zum Freedom Drive 2026
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Foto: ENIL

Brüssel / München (kobinet)

„Drei Tage lang trafen sich Ende September 400 behinderte Aktivist*innen aus ganz Europa in Brüssel, so viele wie nie zuvor beim ENIL Freedom Drive. Journalistin Andrea Schöne war vor Ort und hat mit Menschen über Wohnraumkrise, Sozialabbau und die Frage gesprochen, warum Deutschland bei diesem wichtigen Vernetzungstreffen so unterrepräsentiert war.“ So heißt es in der Einführung eines aktuellen Beitrags auf der Plattform Die Neue Norm über den vom Europäischen Netzwerk zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (European Network on Independent Living – ENIL) organisierten Freedom Drive, der vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 in Brüssel stattfand und mit einer kraftvollen Demonstration zum Europäischen Parlament endete.

Gold-Kraemer-Stiftung übergibt Fördermittel

Geldscheine
Geldscheine
Foto: Gerhard Bartz

FRECHEN (kobinet)

Die Gold-Kraemer-Stiftung hat die Projekte ausgewählt, die im Rahmen ihrer Förderinitiative „Gemeinsam vor Ort. Inklusion möglich machen“ unterstützt werden. Insgesamt vergibt die Stiftung Fördermittel in Höhe von 50.000 Euro an sieben gemeinnützige Organisationen in fünf Städten des Ruhrgebiets, nach Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg und Oberhausen . Die Förderung stärkt inklusive Projekte, die das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung im Alltag konkret fördern und langfristig wirken.

Online-Kongress zur Neurodiversität: Vielfalt statt Norm – Neurodiversität verstehen

Infozeichen
Infozeichen
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet)

Der Online-Kongress – Neurodiversität: Vielfalt statt Norm Neurodiversität verstehen. Vielfalt ermöglichen. Menschen stärken beleuchtet Neurodiversität aus verschiedenen Perspektiven: von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen über diagnostische Fragestellungen bis hin zu praxisnahen Ansätzen im Umgang und in der Behandlung. Dabei geht es sowohl um ein differenziertes Verständnis neurodivergenter Erfahrungen als auch um die Frage, wie Ressourcen gestärkt, Selbstwert gefördert und individuelle Potenziale im Alltag wirksam genutzt werden können. Auf diese Veranstaltung hat Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht. Am 23. November 2026 findet der kostenpflichtige Fachtag und am 24. und 25. November ist für Betroffene und Interessierte die Teilnahme mit einem kostenfreiem Ticket möglich.

Link zu weiteren Informationen:

https://planetpsy.de/neurodiversitaetskongress/

Behindertenbeauftragte des Bundes und der Länder tagten in Essen

Gruppenbild vom Treffen der Behindertenbeauftragten vom 4.-6. November 2026 in Essen
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Foto: LB Schleswig-Holstein

Essen (kobinet)

Die Behindertenbeauftragten des Bundes und der Länder (KBB) trafen sich in Essen vom 4. bis zum 6. November 2026. „Die Belange von Menschen mit Behinderungen im Katastrophenmanagement waren ein zentrales Thema. Es wurden auch aktuelle Themen behandelt. Verschiedene Gäste aus der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik haben sich mit den Beauftragten wesentlich zu Grundfragen ausgetauscht, die sich durch Reformen im Sozialrecht stellen“, heißt es in einem Facebook-Post der schleswig-holsteinischen Landesbehindertenbeauftragten.

Link zum Facebook-Post der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen Schleswig-Holstein zum Beauftragtentreffen in Essen

Sozialverband sieht ältere Menschen in Niedersachsen gefährdet

Hände einer älteren Person und offene Geldbörse mit wenigen Münzen
Hände einer älteren Person und offene Geldbörse mit wenigen Münzen
Foto: Pixabay/Alexas_Fotos

HANNOVER (kobinet)

Neue Zahlen des Landesamts für Statistik Niedersachsen zeigen, dass etwa 64.500 Rentnerinnen und Rentner in Niedersachsen Wohngeld beziehen, weil sie ihre Miete nicht allein tragen können. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen warnt vor den Folgen der geplanten Wohngeldreform der Bundesregierung. „Viele von ihnen sind von der geplanten Wohngeldreform der Bundesregierung betroffen, denn die Leistungen sollen ab 2027 deutlich reduziert werden. Das heißt, sie rutschen dann in die Grundsicherung im Alter“, erklärt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Schon jetzt berichten Mitglieder von Schwierigkeiten, ihre Wohnkosten zu zahlen. „Diese Situation wird sich auch in Niedersachsen deutlich verschärfen“, so Swinke.

Nancy Frind warb beim Landesbehindertenbeirat Thüringen für die Budgets für Arbeit und für Ausbildung

Nancy Frind
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Foto: privat

Erfurt (kobinet)

Vor kurzem durfte sich Nancy Frind beim Landesbehindertenbeirat in Thüringen als Botschafterin für das Budget für Arbeit und das Budget für Ausbildung vorstellen. Dabei hat sie auch ihren neuen Arbeitgeber vorgestellt, die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL). „Ich nutze das Budget für Arbeit selbst. Mir ist wichtig, dass mehr Menschen wissen, dass es beide Budgets gibt. Deshalb bin ich landes- und bundesweit unterwegs. Dabei ist mir der Austausch auf Augenhöhe wichtig“, schreibt Nancy Frind auf dem Instagram-Account der ISL. Bei der Veranstaltung konnte sie neue Kontakte knüpfen und alte wieder aufgegriffen und schon erste Gespräche verabreden. „Ich möchte Menschen erreichen, die aus der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln möchten, junge Menschen mit Behinderungen auf dem Weg von der Schule in Ausbildung oder Beruf und Menschen mit Behinderungen, die sich beruflich neu orientieren möchten. Welcher Weg passt, entscheidet jeder Mensch selbst. Auch die Politik war vor Ort und es gab die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Denn miteinander ins Gespräch zu kommen, ist wichtig!“ schreibt Nancy Frind.

Link zum Post von Nancy Frind auf der ISL-Instagram-Seite

Link zur Internetseite der ISL

Barrieren bei der Marktüberwachungsstelle melden und prüfen lassen

Sharepic zur Meldung von Barrieren bei der Marktüberwachungsstelle
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Foto: Getty Images – alexsl

Berlin / Magdeburg (kobinet)

„Die Website der Marktüberwachungsstelle der Länder für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen, kurz MLBF, ist für blinde und sehbehinderte Menschen eine wichtige Anlaufstelle, wenn Produkte oder Dienstleistungen nicht den Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes entsprechen. Über ein Kontaktformular können Verbraucher*innen Barrieren melden und eine Prüfung beantragen. Das betrifft zum Beispiel Online-Shops, Bankdienstleistungen, Zahlungsterminals, weitere Produkte und Dienstleistungen, die unter das BFSG fallen. Ihr stoßt auf eine Barriere und vermutet, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung gegen das BFSG verstößt? Dann könnt Ihr Euch über das Kontaktformular an die MLBF wenden und die Barriere geltend machen. Unser Tipp: Beschreibt möglichst konkret, wo die Barriere auftritt, was genau nicht zugänglich ist und wie sie Euch bei der selbstständigen Nutzung behindert. Hier geht es zur Website der MLBF ➡️ https://www.mlbf-barrierefrei.de/„, so heißt es auf der Facebookseite zur Woche des Sehens.

Link zum Facebook-Eintrag

Deutlicher Anstieg an Fällen und Schlichtungen bei österreichsischer Behindertenanwaltschaft

Fahne von Österreich
Fahne von Österreich
Foto: public domain

Wien (kobinet)

Die Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen Christine Steger berichtete dem Sozialausschuss des österreichischen Nationalrats über die aus ihrer Sicht positive Entwicklung bei den Schlichtungsverfahren. Dabei sprach sie sich aber auch für weitere Verbesserungen bei Inklusion, Barrierefreiheit und sozialer Absicherung aus. Im Berichtszeitraum für das Jahr 2024 wurden 965 Beratungsfälle verzeichnet, 23 Prozent mehr als im Jahr davor. Die meisten Fälle betrafen die Arbeitswelt, allgemeine Gleichstellungsfragen, das Alltagsleben und Leistungen des Sozialministeriumservice, wie es in einem Bericht des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS heißt.

Link zum BIZEPS-Bericht

Pflegebevollmächtigte: Die Pflegereform muss liefern

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen
Foto: ht

Düsseldorf (kobinet)

Die Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege, Katrin Staffler, fordert im Zusammenhang mit den laufenden parlamentarischen Verhandlungen zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) konkrete Verbesserungen. „Die Pflegereform muss liefern“, betont sie. Pflege bedeute Verantwortung rund um die Uhr und sei ohne Entlastung nicht dauerhaft möglich. Entscheidend sei nicht, wie gut Leistungen auf dem Papier klingen, sondern wie gut sie die Menschen tatsächlich unterstützen.

IGEL-Podcast: Mein Mund, meine Erfahrung – neue Impulse für Kinder mit besonderem Wahrnehmungsbedarf

Cover der 356. Episode des IGEL-Podcast: Mein Mund - meine Erfahrung
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Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet)

„Mein Mund, meine Erfahrung – Neue Impulse für Kinder mit besonderem Wahrnehmungsbedarf“, so lautet die neueste Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Der Moderator des IGEL-Podcast, Sascha Lang, spricht dieses Mal mit Alexandra Schubert, Therapeutin und Produktmanagerin bei NOVAFON, von der diese Episode auch gesponsort wurde. Warum kauen manche Kinder ständig auf ihrem Ärmel oder lehnen bestimmte Lebensmittel ab? Das ist eine Frage, um die es in dieser Podcastfolge geht.

Nachbarschaftshilfe vereinfachen

Logo Sozialverband VdK Saarland e. V.
Logo Sozialverband VdK Saarland e. V.
Foto: Sozialverband VdK Saarland e. V.

SAARBRÜCKEN (kobinet)

Der Sozialverband VdK Saarland fordert einen leichteren Zugang zur Nachbarschaftshilfe im Saarland. „Es ist realitätsfern, dass ein Nachbar zum Fensterputzen, Staub saugen oder Einkaufen ein Führungszeugnis vorlegen soll, das nicht älter als drei Monate ist, da die Pflegebedürftigen die Person in der Regel schon gut kennen. Die hohen Auflagen schrecken potenzielle Helfer ab“, sagt die VdK-Landesvorsitzende Dagmar Heib. Zusammen mit dem Nachweis einer privaten Haftpflichtversicherung und der Hygieneschulung sind die Hürden für den Zugang zur Nachbarschaftshilfe einfach zu groß, wie auch die Zahlen belegen

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen brauchen eine Entlastung

Logo Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Logo Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Foto: Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

BERLIN (kobinet)

Rund 85 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause gepflegt. Dabei unterstützt die professionelle ambulante Pflege und stabilisiert so das gesamte Pflegesystem in Deutschland. Die geplanten gesetzlichen Regelungen gefährden genau diese bewährten professionellen, ambulanten Versorgungsstrukturen. Besonders das neue Sozialraumbudget ist hier ein Problem, weil Pflegebedürftige dieses nicht mehr für wichtige Unterstützung durch die Pflegedienste, etwa zur Alltagshilfe und Begleitung im Haushalt nutzen dürfen. „Die Bundesregierung hat eine nachhaltige Pflegereform versprochen, liefert aber ein Sparpaket, das bewährte Pflegestrukturen gefährdet und die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen im Stich lässt“, warnt Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland, anlässlich der ersten Lesung des Pflegeneuordnungsgesetzes im Bundestag. Hier brauche es dringend Korrekturen. „Pflegebedürftige und ihre Angehörigen brauchen eine Entlastung – keine Belastung“, so Schuch.

Pflege richtig reformieren heißt: Frauen mit Beeinträchtigungen und pflegende Frauen mitdenken

Beatrice Gómez
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Foto: Weibernetz

Kassel (kobinet)

Nach der 1. Lesung zum Pflegeneuordnungsgesetz am 5. November 2026 im Bundestag warnt die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz vor Leistungskürzungen, neuen Zugangshürden und einer Verschärfung geschlechtsspezifischer Ungleichheit. Bei der Reform müssten sowohl Frauen mit Beeinträchtigungen, die Pflege benötigen als auch pflegende Frauen in den Blick genommen werden. Zudem müssten Pflege und Teilhabe zusammen gedacht werden. „Besonders kritisch sind die geplanten Änderungen für Menschen mit Pflegegrad 1“, erläutert Beatrice Gómez, Referentin im Verein Weibernetz und führt aus: „Der bisherige Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro monatlich soll entfallen. Die vorgesehene intensivere Pflegebegleitung kann Orientierung bieten, ersetzt aber keine praktische Unterstützung im Alltag für Frauen, die auf niedrigschwellige Hilfen angewiesen sind.“

Rollstuhlnutzer zukünftig im US-Senat vertreten

Josh Turek
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Foto: Iowa General Assembly

Kassel (kobinet)

Donald Trump hat sich besonders in den letzten beiden Jahren nach seiner erneuten Wahl zum US-Präsidenten mit seinem Feldzug gegen Diversität, Gleichstellung und Inklusion hervorgetan und vielen Initiativen in diesem Bereich und betroffenen Menschen durch Mittelkürzungen und seiner Hetze das Leben schwer gemacht. Nun wird es der US-Präsident nach der krachenden Niederlage der Republikaner bei den Midterm-Wahlen zum Kongress im neu gewählten Senat und im Repräsentantenhaus verstärkt mit Vertreter*innen genau dieser Gruppen zu tun haben. So beispielsweise im Senat mit Josh Turek, der im US-Bundesstaat IOWA in den Senat gewählt wurde. Joshua (Josh) Marc Turek ist laut Wikipedia „ein US-amerikanischer Rollstuhlbasketballer und Politiker der Demokraten aus Iowa. Er gewann als Behindertensportler zweimal die Goldmedaille und einmal eine Bronzemedaille bei den Paralympischen Spielen. Als Politiker ist er seit 2023 Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Iowa und kandidiert bei der Senatswahl 2026 für das Amt eines Senators der Vereinigten Staaten für Iowa.“ Und genau diese Kandidatur war erfolgreich, was hoffentlich der US-amerikanischen Behindertenbewegung, die derzeit massiv von Kürzungen im Gesundheitswesen und durch die Bedrohung der Rücknahme von Gleichstellungsregelungen und der Unterstützung in der Gemeinde statt in Institutionen unter Druck ist, Rückenwind in Washington geben.

Link zum Facebook-Eintrag von Josh Marc Turek

VdK-Kritik zur Pflegereform: Weniger Entlastung für die Pflege zu Hause

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: Susie Knoll

Berlin (kobinet)

Im Vorfeld der heute am 5. November 2026 ab 9:00 Uhr im Bundestag erstmals stattfindenden Beratung über den Entwurf für ein Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) hat sich Verena Bentele vom Sozialverband VdK zu Wort gemeldet. Die geplanten Einsparungen gingen vor allem zulasten der Menschen, die zu Hause gepflegt werden, und ihrer Angehörigen, betonte die VdK-Präsidentin. „Statt die Finanzierung der Pflegeversicherung nachhaltig und gerecht zu sichern, spart die Bundesregierung ausgerechnet bei den Menschen, die täglich die Versorgung zu Hause organisieren und leisten. Besonders schwer wiegt die geplante Abschaffung der Verhinderungspflege als eigenständige Leistung.“

Projekte für gelebte Inklusion und Teilhabe mit nordrhein-westfälischem Inklusionspreis geehrt

Landkarte Lage Nordrhein-Westfalen in Deutschland
Landkarte Lage Nordrhein-Westfalen in Deutschland
Foto: Gemeinfrei https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggen_und_Wappen_der_L%C3%A4nder_der_Bundesrepublik_Deutschland

Düsseldorf (kobinet)

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat am 4. November 2026 im Rahmen des Fachtages „Inklusion. Demokratie. Solidarität.“ in Düsseldorf insgesamt zehn Initiativen und Projekte mit dem Inklusionspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Mehr als 285 Projekte haben sich auf den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Inklusionspreis beworben. Die Ehrung erhielten Projekte aus der Region Köln/Bonn, dem Kreis Soest, aus Münster, Lemgo, Rheine, Düsseldorf, Herne, Nettetal und Sonsbeck. Beim Fachtag mit Ministerpräsident Hendrik Wüst, Sozialminister Karl-Josef Laumann, Schulministerin Dorothee Feller und Claudia Middendorf, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, ging es um die Bedeutung von Inklusion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Abbau von Barrieren.

Bundestag debattiert zum Pflegeneuordnungsgesetz

Bundestag im Herbst
Bundestag im Herbst
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet)

Viel wurde in den letzten Monaten über Reformen bei der Pflegeversicherung diskutiert, heute am 5. November 2026 findet von 9:00 bis 10:10 Uhr im Plenum des Deutschen Bundestages die Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz) statt. Zudem werden zwei Anträge beraten, die von der LINKEN eingebracht wurden. Nach der heutigen Debatte dürfte in den nächsten Wochen die Anhörung und die endgültige Beschlussfassung folgen.

Link zu weiteren Informationen des Deutschen Bundestag zur ersten Beratung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zum Pflegeneuordnungsgesetz

Orte der Behindertenbewegung: Wissen bewahren, Öffentlichkeit schaffen, weiterdenken

Plakat der bidok-Veranstaltung am 3. Dezember 2026 in Wien
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Foto: bidok

Wien (kobinet)

„Die Behindertenbewegung hat in den vergangenen Jahrzehnten einiges bewirkt. All ihr Wissen, ihre Forderungen und Kämpfe sind heute noch wichtig, wenn es um Selbstbestimmung, Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe geht.“ Darauf und auf eine bidok-Veranstaltung am 3. Dezember 2026 in Wien, die sich der Entwicklung der Behindertenbewegung und der Archivierung von Wissen widmet, weist Katharina Müllebner in einem aktuellen Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS hin. bidok steht für behinderung inklusion dokumentieren und die Veranstaltung am 3. Dezember 2026, die von 15:00 bis 17:00 Uhr im Education Lab Wien in der Maderstraße 1 in 1040 Wien stattfindet, trägt den Titel „Orte der Behindertenbewegung – Wissen bewahren, Öffentlichkeit schaffen, weiterdenken“

Link zum BIZEPS-Beitrag mit dem Hinweis auf die Veranstaltung am 3. Dezember 2026 in Wien

Caritas warnt vor Folgen des Pflegeneuordnungsgesetzes für häusliche Pflege

Zwei Hände eines alten Menschen mit zwei Euro-Münzen
Zwei Hände eines alten Menschen mit zwei Euro-Münzen
Foto: Pixabay/anaterate

BERLIN (kobinet)

Der Deutsche Caritasverband begrüßt, dass der Gesetzentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz zwei geplante Kürzungen für pflegende Angehörige nicht mehr vorsieht: Die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige bleiben erhalten, und das Pflegegeld für die Pflegegrade 2 und 3 wird in den ersten drei Monaten nicht gekürzt. Auch die geplanten höheren Eigenanteile für Familien mit Angehörigen in Pflegeheimen wurden gestrichen. Gleichzeitig warnt der Verband vor negativen Auswirkungen auf die ambulante Pflege. Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Pflegedienste keine niedrigschwelligen Unterstützungsangebote mehr anbieten, wie etwa Begleitung zu Arztpraxen, Ämtern oder Senioren-Cafés sowie Haushaltshilfen wie Einkaufen oder Wohnungsputz. Bisher wurden diese Leistungen flächendeckend von den Pflegediensten übernommen. Kritisch sieht der Caritasverband auch die geplanten Änderungen für die Tagespflege. Bisher wurde der Fahrdienst zur Tagespflege und zurück vielfach aus dem Entlastungsbetrag bezahlt. Entfällt diese Möglichkeit, können sich viele die Tagespflege nicht mehr leisten.

Auhof feiert Jubiläum

Eine große Gruppe von Männern und Frauen an einer hellen gemauerten Wand, die ihre Blumensträuße hochhalten
Bei der Jubiläumsfeier im Auhof
Foto: Andreas Freund

HIlPOLDSTEIN (kobinet)

Am 28. Oktober 2026 fand die jährliche Jubiläumsfeier am Auhof statt, welche ganz im Zeichen der Wertschätzung, der gemeinsamen Erlebnisse und der langjährigen Verbundenheit stand. Rund 150 Gäste, darunter 115 Jubilarinnen und Jubilare, kamen zusammen, um ihre persönlichen Jubiläen zu feiern und auf viele gemeinsame Jahre am Auhof zurückzublicken. Besonders beeindruckend: Gleich 19 Bewohnerinnen und Bewohner leben bereits seit 50 Jahren in der Einrichtung. Bei den Mitarbeitenden blickten gleich mehrere auf 40 Jahre Dienstzeit zurück. Der Höhepunkt der Feier war die Ehrung der Jubilare. Begleitet von Musik aus den jeweiligen Jahrzehnten wurden die Bewohner, Beschäftigten der WfbM sowie Mitarbeitenden einzeln aufgerufen. Sie erhielten eine Urkunde und eine Blume als Zeichen der Anerkennung.

Lebenshilfe Gießen will Versorgungslücke schließen

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lebenshilfe
Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

LICH (kobinet)

Die Lebenshilfe Gießen sieht in einem medizinischen Behandlungszentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) einen wichtigen Baustein und möchte es langfristig für Mittelhessen erreichen, damit die medizinische Versorgung erwachsener Menschen mit geistiger oder komplexer Mehrfachbehinderung in der Region verbessert wird. Dazu waren rund 50 Fachleute aus Politik, Medizin, Wohlfahrtsverbänden und Selbsthilfe auf Einladung der Lebenshilfe Gießen zum Runden Tisch „MZEB in Mittelhessen“ in die Asklepios Klinik Lich gekommen. Die Aussprache hatte gezeigt, dass die Versorgung insgesamt nicht als gut einzuschätzen ist und es, wie man so sagt, „noch viel Luft nach oben“ gibt. Weitere Einzelheiten sind unter diesem Link im Internet zu erfahren.

Bund hält barrierefreien Nahverkehr für „nicht realistisch“ – Petition mit über 51.600 Unterschriften hält dagegen

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Foto: danielbahrmann

MEISSEN (kobinet)

Die Bundesregierung will das Ziel eines vollständig barrierefreien Nahverkehrs aufgeben. In einem Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau vom 7. Oktober 2026 (Bundestags-Drucksache 21/8404) bezeichnet sie das Vorhaben als „wünschenswert, aber nicht realistisch“. Geplant ist, „starre Fristen“ für die Barrierefreiheit zu streichen. Künftig sollen Ausnahmen aus topografischen, technischen oder rechtlichen Gründen möglich sein, wenn Barrierefreiheit nur mit „unangemessen hohem wirtschaftlichem Aufwand“ umsetzbar ist. Als Beispiel werden Busse genannt, deren Umrüstung „wirtschaftlich nicht darstellbar“ sei. Der Entwurf liegt derzeit im Verkehrsausschuss des Bundestags. Thomas Gruetze, Rollstuhlfahrer aus dem Landkreis Meißen, erlebt die Folgen solcher Ausnahmen täglich. Nach eigenen Angaben kann er selten mit einem barrierefreien Bus rechnen. In seiner Petition fordert er den sächsischen Inklusionsbeauftragten Michael Welsch auf, sich für die Abschaffung der Ausnahmeregelung einzusetzen. Bisher haben über 51.600 Menschen die Petition unterstützt.

Integrationsamt fördert Inklusion mit über 92 Millionen Euro

Buchstaben LWH Hessen mit  liegendem Semikolon als angedeutetes Lächeln auf weißem Grund
Buchstaben LWH Hessen mit liegendem Semikolon als angedeutetes Lächeln auf weißem Grund
Foto: gemeinfrei

KASSEL (kobinet)

Das LWV Hessen Integrationsamt hat 2025 mehr als 92 Millionen Euro für die Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben eingesetzt. Am 4. November 2026 wurde der Jahresbericht 2025 veröffentlicht, der die Ergebnisse der Arbeit darlegt. Durch die Maßnahmen konnten mehr als 9.000 Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderungen gesichert werden, etwa durch individuelle Arbeitsplatzanpassungen oder Lohnkostenzuschüsse. Im Rahmen des Hessischen Perspektivprogramms zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen (HePAS) wurden 2025 zudem 640 Prämien für Praktika, Probebeschäftigungen, Ausbildungen und neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse bewilligt. Das Programm wird vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) und dem LWV Hessen getragen.

Hoffnung für die Demokratie: Vielfalt kann gewinnen

Ottmar Miles-Paul
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Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet)

Für kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Midterm-Wahlen in den USA aufmerksam auf CNN und in anderen Medien verfolgt hat, war es eine lange, für ihn aber sehr erfreuliche, Nacht. Er sieht anhand der massiven Gewinne der Demokraten gegen die weitgehend auf Hass und Ausgrenzung fokusierte Politik von Donald Trump und vieler Republikaner*innen Hoffnung für die Demokratie und stellt in seinem Kommentar fest: „Vielfalt kann gewinnen und Geld ist nicht alles!“

Appell: Junge Menschen brauchen passende Hilfen statt pauschaler Vorrangregeln

drei rote Ausrufezeichen
drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet)

„Junge Menschen brauchen passende Hilfen statt pauschaler Vorrangregeln“, so lautet der Titel eines von 29 Organisationen gestarteten Appells an Bundestagsabgeordnete sowie die Ministerpräsident*innen und Fachminister*innen der Länder. Darin wird gefordert, die geplante gesetzliche Vorrangstellung von Infrastruktur- und Regelangeboten gegenüber individuellen Hilfen zur Erziehung zu streichen, weil sie den Zugang zu passgenauen Unterstützungsleistungen gefährdet und die Hilfeplanung einschränkt. Die Verbände warnen vor Verzögerungen notwendiger Hilfen, zusätzlichen bürokratischen Belastungen sowie einer Verschärfung regionaler Ungleichheiten und betont, dass individuelle Rechtsansprüche und bedarfsgerechte Hilfen zentral bleiben müssen.

Link zum Appell

Neue App: Der Aufzug ist kaputt: Das weißt du jetzt vorher

Infozeichen
Infozeichen
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet)

„Der Aufzug ist kaputt. Das weißt du jetzt vorher“, so heißt es auf der Internetseite der hissi-App. Hissi (finnisch für Aufzug) zeigt, welche Aufzüge an Bahnhöfen im VBB-Gebiet, also in Berlin und Brandenburg, gerade funktionieren und welche nicht. Die Daten werden etwa alle 30 Minuten aktualisiert. So lässt sich vor der Fahrt prüfen, ob der Weg tatsächlich barrierefrei ist – statt erst am Bahnsteig festzustellen, dass man festsitzt. Die Idee kam aus eigener Erfahrung eines Rollstuhlfahrers, der auf funktionierende Aufzüge angewiesen ist. „Als mein Auto sechs Wochen in der Werkstatt stand, musste ich komplett auf die Öffis umsteigen – und habe schnell gemerkt, wie oft ein einziger kaputter Aufzug den ganzen Weg kippen kann. Barrierefreiheit beschäftigt mich auch beruflich seit Jahren, deshalb ist die App selbst konsequent barrierefrei gestaltet, unter anderem mit Statusanzeigen, die nicht allein über Farbe funktionieren“, schrieb Ingo Stöcker den kobinet-nachrichten. „Du stehst am Bahnsteig, mit Rollstuhl, Kinderwagen oder dem Koffer, der sich nach Ziegelsteinen anfühlt. Und da hängt der Zettel: ‚Außer Betrieb‘. Hissi sagt dir das schon zu Hause“, heißt es auf der Internetseite zur App.

Link zu weiteren Infos

Online-Vortrag: Tinnitus und Achtsamkeit

Eine Hand am Ohr, um besser zu hören
Eine Hand am Ohr, um besser zu hören
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

Boppard (kobinet)

Ein Online-Vortrag mit dem Titel „Tinnitus und Achtsamkeit“ findet am 17. November 2026 von 18:00 – 20:00 Uhr statt. Dr. med. Frank Matthias Rudolph, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit Praxis für Verhaltenstherapie in Boppard, referiert über das Thema „Achtsamkeit als Weg zur erfolgreichen Tinnitus-Bewältigung“. Der stellvertretende Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Tinnitus-Liga zeigt in seinem Vortrag auf, wie hilfreich Achtsamkeit dabei sein kann, besser mit den oft quälenden Ohrgeräuschen zurechtzukommen. Dr. Rudolph erläutert in dem Zusammenhang auch die Methode der ‚Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion‘ (‚Mindfulness-Based Stress Reduction‘ – MBSR). Er stellt einfache Achtsamkeitsübungen vor, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Danach schildert Bernd Strohschein, wie die Selbsthilfe Betroffene beim Umgang mit der Tinnitus-Belastung unterstützt. Er stellt die Deutsche Tinnitus-Liga sowie ihre Angebote für Menschen mit Tinnitus und weiteren Hörbeeinträchtigungen vor, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung für dich man sich noch bis zum 16. November 2026 anmelden kann.

Link zu weiteren Infos und zur Anmeldung

Lebenshilfe fordert dringend Nachbesserungen bei der Pflegereform

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Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

BERLIN (kobinet)

Vor der ersten Lesung des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) am 5. November im Bundestag fordert die Bundesvereinigung Lebenshilfe die Abgeordneten mit Nachdruck auf, nicht bei Leistungen für Menschen mit Behinderung und ihren Familien zu kürzen. „Die so wichtige Unterstützung durch die Verhinderungspflege muss ohne Abstriche erhalten bleiben, damit pflegende Angehörige auch in Zukunft echte Entlastung erfahren“, betont Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und frühere Bundesgesundheitsministerin.

Diakonie kritisiert Finanzierung des Kita-Gesetzes bis 2034

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Foto: Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

BERLIN (kobinet)

Anlässlich der Anhörung im Bundestag am 2. November 2026 zum Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG) kritisiert die Diakonie Deutschland, dass sinkende Geburtenzahlen als Grundlage für geringere Personal- und Finanzbedarfe in der frühkindlichen Bildung herangezogen werden. „Weniger Kinder bedeuten nicht automatisch weniger Bedarf an Ressourcen. Die Anforderungen an Kitas wachsen – etwa bei der Sprachförderung, Inklusion, individuellen Förderung, Gestaltung von Übergängen und Unterstützung von Familien“, sagte Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland. „Mehr Qualität braucht eine sichere Finanzierung.“

Neuer Newsletter des Deutschen Behindertenrat erschienen

Logo Deutscher Behindertenrat (DBR)
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Foto: Deutscher Behindertenrat

Berlin (kobinet)

Zu Beginn hat das Team des Deutschen Behindertenrat in ihrem neuen Newsletter eine traurige Nachricht zu verkünden: „Joachim Busch ist am 20. September 2026 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Er war lange Jahre als Werkstattrat, in der Gruppe ‚Jetzt reden wir‘ der Lebenshilfe in Schleswig-Holstein, im Vorstand der Bundesvereinigung Lebenshilfe und im Inklusionsbeirat der Bundesregierung aktiv. Im Mai wurde er als einer der ersten Selbstvertreter in den Vorstand des Europäischen Behindertenforums (EDF) gewählt“, heißt es u.a. im DBR-Newsletter. Die politische Arbeit gehe aber weiter und es gibt nach Ansicht des DBR viel zu tun: „Die Eingliederungshilfe steht im Zentrum der Debatten. Der DBR hat gemeinsam mit der Liga Selbstvertretung, der BAGFW und den Fachverbänden ein neues Positionspapier veröffentlicht und sich klar gegen Leistungskürzungen ausgesprochen. Teilhabeleistungen müssen personenzentriert und bedarfsdeckend bleiben. Das war auch Thema im Austausch mit dem Bundesarbeitsministerium und der Länder-Bund-Arbeitsgruppe sowie beim Jour fixe mit dem Behindertenbeauftragten Jürgen Dusel. Auch auf anderen Feldern gibt es weiter Bewegung: Der Entwurf zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe ist in der parlamentarischen Beratung, beim Digitalgesetz ‚GEDIG‘ setzt sich die DBR-AG ‚Versorgungsgesetz‘ mit konkreten Änderungsvorschlägen dafür ein, dass digitale Angebote im Gesundheitswesen wie die ePA endlich barrierefrei werden“, heißt es im Editorial des neuen DBR-Newsletters.

Link zum aktuellen Newsletter des Deutschen Behindertenrat

50 Jahre Opferentschädigung

Zahl 50
Zahl 50
Foto: Darkmoon_Art In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet)

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) haben am 2. November 2026 eine Informationskampagne zum Sozialen Entschädigungsrecht gestartet. Ziel ist es, die Bekanntheit der staatlichen Unterstützungsleistungen für Menschen zu erhöhen, die durch Gewalttaten gesundheitliche Schäden erlitten haben. Anlass der Kampagne ist das 50-jährige Bestehen des Opferentschädigungsgesetzes (OEG), das 1976 erstmals einen gesetzlichen Anspruch auf staatliche Unterstützung für Gewaltopfer geschaffen hat. Seit dem 1. Januar 2024 gilt das grundlegend modernisierte Soziale Entschädigungsrecht im Vierzehnten Buch Sozialgesetzbuch (SGB XIV).

Gewaltschutz für Frauen mit Behinderungen: UN-BRK und Istanbul-Konvention umsetzen

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
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Foto: Von Institut für Menschenrechte – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet)

Die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte und Weibernetz e. V. haben am 7. Oktober 2026 die Online-Veranstaltung „Gewaltschutz zur Priorität machen – Vorgaben der UN-BRK und Istanbul-Konvention endlich umsetzen!“ durchgeführt. Über 450 Personen nahmen teil. Aktuelle empirische Daten zur Gewaltbetroffenheit von Frauen mit Behinderungen präsentierte Prof. Monika Schröttle von der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Miriam Schroer-Hippel von der Berichterstattungsstelle geschlechtsspezifische Gewalt des Instituts referierte zu fehlender Barrierefreiheit im Gewaltschutzsystem. Tanja Schiermann (Starke.Frauen.Machen. e. V.), Ricarda Kluge (Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe) und Pia Witthöft (Mutstelle Berlin) diskutierten die Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven, identifizierten Herausforderungen und formulierten Handlungsempfehlungen.

Pflegeneuordnungsgesetz: flexible und echte Entlastung für pflegende Eltern gefordert

Symbol Paragrafenzeichen
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Foto: omp

Düsseldorf (kobinet)

Vor der ersten Lesung des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) im Bundestag am 5. November 2026 fordert der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) in seiner Stellungnahme grundlegende Nachbesserungen. Der Verband sieht den Gesetzentwurf kritisch, weil er pflegende Angehörige spürbar schlechter stellt. Der bvkm macht konkrete Vorschläge für Verbesserungen. Der Gesetzentwurf mit seinen drastischen Kürzungen bedeutet nach Einschätzung des bvkm einen enormen Rückschritt für pflegende Angehörige, insbesondere für Eltern von Kindern mit Behinderung. „Wir fordern nachdrücklich, die Verhinderungspflege und den Gemeinsamen Jahresbetrag zu erhalten. Zumindest aber müssen die neuen, im PNOG vorgesehen, Budgets flexibler einsetzbar sein. Vor allem geht der monatliche Verbrauchszwang beim Sozialraumbudget am realen Bedarf pflegender Eltern vorbei“, stellt die Vorsitzende des bvkm, Beate Bettenhausen, klar.