Wir lassen uns nicht mehr mit Almosen abspeisen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Berlin (kobinet) "Menschenrechte Jetzt! Wir lassen uns nicht mehr mit Almosen abspeisen", unter dieses Motto haben die am Reichtstagufer angeketteten AktivistInnen der Behindertenbewegung fünf Forderungen vorgestellt.

Im Einzelnen lauten die Forderungen wie folgt:

  • Die freie Wahl von Wohnort und Wohnform muss sichergestellt werden
  • Der notwendige Bedarf muss gedeckt werden - es darf keine Zugangsbeschränkungen geben
  • Behinderungsbedingte Bedarfe müssen einkommens- und vermögensunabhängig geleistet werden
  • Es muss bundeseinheitliche Regelungen geben
  • Private Anbieter müssen zur Barrierefreiheit verpflichtet werden

 

Lesermeinungen zu “Wir lassen uns nicht mehr mit Almosen abspeisen” (7)

Von nurhessen

Liebe Frau Maubach, gab es da nicht mal einen/oder auch einige andere Politiker, deren Glaubensbekenntnis darin bestand zu wiederholen: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern…“? Und Politiker haben sich noch nie – von rühmlichen Ausnahmen abgesehen – um etwas anderes gekümmert, als das berühmte Fähnlein in den Wind zu hängen; also von Frau Nahles und Frau Tack und anderen Nachbetern, Leisetretern ist nix zu erwarten. Nebenbei bemerkt, finde ich es gut und endlich an der Zeit, dass Behinderte sich mit Behinderten solidarisieren. Vielleicht schaffen wir dann doch noch mal was Großes…

Von Gisela Maubach

Kann sich eigentlich noch jemand an die Veranstaltung "Menschen mit Behinderung im Deutschen Bundestag" im Oktober 2012 erinnern?

Da wurde uns auch schon mal das Gefühl vorgegaukelt, mitreden zu dürfen:

https://www.bundestag.de/blob/194610/f588b8c6fc6c0de37ad317b6d0e21057/broschuere-data.pdf

In der Arbeitsgruppe 1 (also jetziges Nahles-Ministerium) haben wir in den Forderungen, die wir stellen durften, folgendes formuliert:

"Der Deutsche Bundestag und das zuständige Ministerium sollen mit geeigneten Mitteln untersuchen, was die Ursachen für das gesetzwidrige Handeln von Behörden und Kostenträgern bei der Bearbeitung und Bescheidung von Anträgen auf Leistungen der Bundesagentur für Arbeit, der Deutschen Rentenversicherung, der Träger der Sozialhilfe und der Krankenkassen sind, und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um dies abzustellen."

Auch hier stellt sich die Frage, warum diese Veranstaltung stattgefunden hat, wenn die Ergebnisse anschließend nur als Dokumentation verewigt werden, während man auf deren Inhalt pfeift.

Das BMAS scheint der Meinung zu sein, dass es bisher ja auch schon immer geklappt hat, so zu tun, als würde man die Betroffenen mit einbeziehen, indem man ihnen die Ehre gibt, sich in den herrschaftlichen Räumlichkeiten des Bundestages aufhalten zu dürfen und sich dort sogar zu Wort melden zu dürfen.

Aber eigentlich müssten die doch absehen können, dass es nicht ewig funktioniert, wenn man Ausgrenzung in eine Fassade verpackt, auf die man dann heuchlerisch auch noch "Teilhabe" draufschreibt!

Von Parteienkritiker

Hallo liebe VertreterInnn der Liga Selbstvertretung (Ottmar Miles- Paul, Dr. Sigrid Arnade u. a.): Auch Ihr selbst MÜSST insofern lernfähig sein! Habt Ihr eigentlich noch gar nicht bemerkt, wie sehr die Professionalisierung (und Ökonomisierung) des Sektors (="Marktes") der Behindertenhilfe in den letzten 30 Jahren eigentlich vorangeschritten ist? Die großen "Marktplayer" in der Behindertenindustrie (der Vier Großen Lebenshilfe, BVKM, Caritas & Diakonie) verfügen in erster Linie dank ihres Betongoldes in Form von Aussonderungs-Anstalten (Werkstätten, Heime) sowohl über erhebliches wirtschaftliches wie auch politisches Kapital und Potenzial! Und Ihr von der Liga Selbstvertretung konzentriert Euch momentan noch (fast ausschließlich) auf Basics wie die für Normalos ohne Hochschulbildung anmutende schwerwulstige Vermittlung von Botschaften hierzu (selbstredend und selbstverständlich auch in Leichter Sprache, mühsam finanziell zusammengesponsert), Seht zu, dass Ihr ein einheitliches Label (Auftreten, Logo, etc.) und eine OHNE die Aktion Mensch aufzubauende wirtschaftliche Basis bekommt! Und Ihr müsst auch konsequenter gegen solche Hetzmedien wie die vorher zitierte BLÖD-Zeitung DEMONSTRIEREN!

Von Dr. Theben

@Uwe Heineker

nein, die Bundesregierung, wie auch schon andere vor ihr, ist in dieser Hinsicht lernresistent.

Dr. Martin Theben

Von Uwe Heineker

Inklusion ist eben nicht zum Nulltarif zu haben. Deutschland hat nun mal die un-behindertenrechtskonvention unterschrieben und sich somit der Umsetzung verpflichtet. Ohne wenn und aber! Und: Deutschland bekam bereits einen kräftigen Rüffel seitens des UN-Prüfungsausschuss. Ist die Regierung hier nicht lernfähig?!

Von Gisela Maubach

Und die Blöd-Zeitung schießt den Vogel ab:

"Der Koalitionspartner ist entsetzt" über die geplanten 67 Mio. für das Bundesteilhabegesetz:

http://www.bild.de/politik/inland/andrea-nahles/lieb-und-teuer-45780936.bild.html

Von petwen679

Das sage ich auch. Und ich würde auch dazu kommen. Aber mein Auto fährt nicht mehr so gut. Aber vielleicht schaffe ich es doch noch. Bin auf alle Fälle dafür.

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