Behinderte ketten sich an Grundgesetz

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

NichtmeinGesetz: Protest am 4. Mai in Berlin für ein gutes Teilhabegesetz und gegen Barrieren
NichtmeinGesetz: Protest am 4. Mai in Berlin für ein gutes Teilhabegesetz und gegen Barrieren
Bild: Andi Weiland

Berlin (kobinet) Behinderte ketten sich an das Grundgesetz für mehr Teilhabe und gegen Barrieren, berichten heute die Sozialhelden. Am Mittwoch Abend ketten sich Aktivisten nahe der Grundgesetz-Tafeln am Bundestag für ein gutes Teilhabegesetz an, informiert ihre über ots verbreitete Pressemeldung, die mit einem Foto vom Berliner Protesttag am 4. Mai illustriert wurde.

Ab 17 Uhr werden sich AktivistInnen in der Nähe der Grundgesetztafeln am Reichstagsufer anketten und die Nacht lang verweilen. Mitinitiator und Bundesverdienstkreuzträger Krauthausen wird auch dabei sein: "Im Artikel 1 des Grundgesetzes steht: 'Die Würde des Menschen ist unantastbar', aber sie wird bei mir und bei vielen behinderten Menschen am Ende jedes Monats angetastet, wenn man komplett den eigenen Verdienst, den der Lebenspartner und Eltern auch offen legen müssen, weil man nicht mehr als den doppelten Hartz IV-Satz plus Wohnungskosten verdienen darf. Durch den aktuellen Entwurf zum Bundesteilhabegesetz wird sich daran wohl nur wenig ändern."

Von den aktuellen Gesetzesvorhaben sind laut Dr. Sigrid Arnade von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) mehrere Millionen Menschen betroffen. Die Einbeziehung behinderter Menschen in die Gesetzgebungsverfahren hätten bisher kaum Wirkung gezeigt. Ganz im Gegenteil man müsse nun sogar gegen Verschlechterungen kämpfen. Deshalb gelte es nun dagegen zu protestieren. Am 4. Mai, dem Europäischen Protesttag behinderter Menschen waren bereits ca. 5.000 Menschen mit und ohne Behinderungen vor dem Kanzleramt und Brandenburger Tor erschienen. Zudem haben über 330.000 Menschen bei Change.org eine Petition zu einem besseren Teilhabegesetz unterschrieben.

"Wir hoffen darauf, dass Politikerinnen und Politiker unsere Menschenrechte ernst nehmen und zu deren Achtung entsprechende Gesetze verabschieden. Wir brauchen ein gutes Gesetz zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts, dass Barrierefreiheit auch im privaten Bereich vorschreibt, und ein gutes Bundesteilhabegesetz", fordert Raul Krauthausen.

Lesermeinungen zu “Behinderte ketten sich an Grundgesetz” (5)

Von Gonzo

nirgendwo wird über unsere Belange berichtet! anscheinend sind wir Behinderte zu brav, wäre mal was wie Fuhlm schreibt eine Diskussionsrunde in Hart aber Fair oder Frontal oder was auch immer, dann mit den richtigen Leuten, nicht mit denen die am flaschen Hebel sitzen! Echt schade und unglaublich wieso sowas in der BRD passiert obwohl wir demokratisch? sind was ich aber schon längst nicht mehr so wirklich glaube...werden immer mehr eingeschränkt, oben wird entschieden aus und Basta! :-(

Von Dr. Theben

Ich möchte mich schon jetzt mit den Angeketteten solidarisieren und zolle ihnen für diese mutige und wohl auch notwendige Aktion meinen Respekt.

Solidarische Grüße

Dr. Martin Theben

Von Dr. Theben

Ich möchte mich schon jetzt mit den Angeketteten solidarisieren und zolle ihnen für diese mutige und wohl auch notwendige Aktion meinen Respekt.

Solidarische Grüße

Dr. Martin Theben

Von EinBetroffener

Eben weil sich keiner dafür interessiert wird es auch nicht großartig publik gemacht. Nur die Behinderten selber und ihre Angehörigen sind an diesem Thema interessiert. Ist meine Meinung.

Von Fuhlm

Na, da bin ich ja gespannt, ob denn mal irgendein Sender (ARD, ZDF, RTL) darüber einen Bericht in den 20 Uhr Nachrichten bringt. Von der Demonstration am 4. Mai d. J. habe ich lediglich im RBB einen 30 Sekundenbericht gesehen. Wie soll denn die Öffentlichkeit davon was mitbekommen, wenn solche Aktionen nicht in den Medien publiziert werden? Warum interesisert sich die "Frontal 21" (ZDF) oder die "Hart aber Fair" (ARD) Redakion nicht für dieses Thema? Gesprächstoff gäbe es doch zur Genüge und es muss endlich in den Köpfen der Gesellschaft ankommen, dass es JEDEN früher oder später treffen kann!! Alle reden von Inklusion, aber viele wissen nichtmal, wie man das schreibt.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.