Schlaflos an der Spree

Veröffentlicht am von Christian Mayer

Private Anbieter müssen zur Barrierefreiheit verpflichtet werden
Private Anbieter müssen zur Barrierefreiheit verpflichtet werden
Bild: Andi Weiland

Berlin (kobinet) Diejenigen, die sich von Mittwochabend 17:00 Uhr - Donnerstagnachmittag 14:00 Uhr am Reichstagsufer in der Nähe des Reichstags angekettet hatten, um dagegen zu protestieren, dass private Anbieter von Dienstleistungen und Produkten nicht zur Barrierefreiheit verpflichtet werden, kamen zum Teil bis zu 38 Stunden ohne Schlaf aus. Es war einfach ständig was los, so dass man gar nicht zum Schlafen kam, kommentierten Raul Krauthausen, Dr. Sigrid Arnade und Ottmar Miles-Paul ihr massives Schlafdefizit.

Während einer lebhaften und abwechslungsreichen Nacht an der Spree, wo ständig irgend etwas los war und man nicht zum Schlafen kam, war am nächsten Morgen schlichtweg keine Zeit zum Schlafen, denn ständig kamen Interviewanfragen, Anrufe, Facebook- und Twitternachrichten. So waren nicht nur Raul Krauthausen, Dr. Sigrid Arnade und Ottmar Miles-Paul ständig in Action, auch diejenigen, die entweder die ganze Nacht ausgeharrt und sich angekettet hatten, waren ständig in Gespräche verwickelt, bzw. diskutierten mit Abgeordneten oder BesucherInnen der Aktion. So war trotz massiver Übermüdung eine unglaubliche Energie an der Spree zu spüren. Diese Energie hat sich aber leider nicht auf den Deutschen Bundestag übertragen, wo die Mehrheit der Abgeordneten der CDU/CSU und SPD geschlossen für das Gesetz zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts stimmten ohne private Anbieter von Dienstleistungen und Produkten zur Barrierefreiheit zu verpflichten.

Die Schlaflosen an der Spree waren sich trotz dieser Abstimmungsniederlage jedoch darin einig, dass sich diese Aktion absolut gelohnt hat, denn man habe es der Regierung und der Regierungskoalition nicht durchgehen lassen, ein schlechtes Gesetz als toll zu verkaufen und endlich einmal die Würde bewahrt, sich nicht verschaukeln zu lassen. Vor allem sei dies ein klares Signal für das anstehende Bundesteilhabegesetz gewesen, dass man konkrete Gesetze, durch die die UN-Behindertenrechtskonvention wirklich umgesetzt wird, statt schöne Reden sehen will.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.