Sagt dir jemand, zu welchem Arzt du gehen kannst?

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Postkarte: Sagt dir jemand, zu welchem Arzt du gehen kannst?
Postkarte: Sagt dir jemand, zu welchem Arzt du gehen kannst?
Bild: LAG Selbsthilfe RLP

Mainz (kobinet) Freie Arzt- und Therapeutenwahl ist in unserem Land selbstverständlich. Für viele Menschen mit Behinderungen gilt dieses Recht allerdings nicht oder nur eingeschränkt. Denn: Wie soll eine Patientin oder ein Patient mit Hörbehinderung einen Termin vereinbaren, wenn dies nur telefonisch geht? Wie erreichen Menschen im Rollstuhl ihren Orthopäden, wenn dieser nur über Treppen zu erreichen ist? Um auf diese Benachteiligungen hinzuweisen, hat die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Rheinland-Pfalz eine entsprechende Postkarte entwickelt.

"Letzte Woche wurde im Bundestag die Novellierung des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes beschlossen. Der Gesetzesentwurf verpflichtet vor allem die Verwaltung des Bundes zur Herstellung von mehr Barrierefreiheit und somit Zugänglichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Privatwirtschaft und private Anbieter bleiben bei diesem Gesetz weiterhin außen vor. Von Geschäften, Arztpraxen oder Cafés kann somit auch weiterhin keine Barrierefreiheit eingefordert werden - und das im Zeitalter der UN-Behindertenrechtskonvention. Dies ist nicht hinnehmbar", kritisiert Stephan Heym, Geschäftsführer der LAG Selbsthilfe in Rheinland-Pfalz. "Daher haben wir die Kampagne #unsschon entwickelt, die auf gesellschaftliche Schieflagen im Bereich der Menschen mit Behinderungen aufmerksam macht und mehr Bewusstsein für die Situation der Betroffenen in der Politik und auch der Öffentlichkeit bewirken soll."