Es regnete falsche 5 Euro Scheine

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Falsche 5-Euro Scheine
Falsche 5-Euro Scheine
Bild: Fuchs

Emmendingen/Waldkirch (kobinet) Auf eine pfiffige Aktion, die vor kurzem in Baden stattgefunden hat, hat Melanie Hildmann die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht. Unter dem Motto "Wir wollen teilhaben – für eine inklusive und barrierefreie Gesellschaft" regnete es in den Städten Emmendingen und Waldkirch falsche 5-Euro-Scheine.

Zum diesjährigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung haben der Landkreis Emmendingen und die Städte Waldkirch und Emmendingen mit falschen 5-Euro-Scheinen auf die Situation von Menschen mit Behinderungen aufmerksam gemacht. Die Rückseiten der Scheine waren bedruckt mit Sprüchen wie "Behinderung macht arm", "Wir wollen keine Mogelpackung – für ein gutes Bundesteilhabegesetz" und ähnlichen Aussagen. Dabei sollte mit dem Spielgeld zweierlei symbolisiert werden: zum einen die enttäuschten Erwartungen und Hoffnungen von Menschen mit Behinderungen und zum anderen die Bereitschaft, sich einzusetzen für ein selbstbestimmtes Leben und für gleichberechtigte Teilhabe.

Die (Spiel-) Geldscheine wurden in den beiden Städten und im Zug verteilt und ausgelegt. Bisher waren die Rückmeldungen sehr positiv und die Veranstalter zufrieden, heißt es in einem Bericht über die Aktion. "Wir wollen die Menschen zum Nachdenken anregen", sagte Bruno Stratz, Behindertenbeauftragter des Landkreises Emmendingen. Ausgangspunkt der Überlegungen war, dass Menschen häufig abwehrend reagieren, wenn sie auf offener Straße angesprochen werden oder wenig Interesse an Informationsständen zeigen. Esther Weber von der Geschäftsstelle des Behindertenbeauftragten im Landkreis Emmendingen und Regina Fuchs, die Inklusionsbeauftragte von Waldkirch erklären dazu: "Finden Leute einen unserer (vermeintlichen) 5-Euro-Scheine und auf der Rückseite Infos zur Situation von Menschen mit Behinderungen, beginnen sie vielleicht damit, sich Gedanken zu machen."

Zur Aktion gehörte auch noch eine Zugfahrt mit mehreren RollstuhlfahrerInnen in Begleitung eines Journalisten der örtlichen Tageszeitung "Badische Zeitung" und das Aufhängen von Plakaten mit der Aufschrift "Wenn Sie meine Behinderung übernehmen, überlasse ich Ihnen diesen Parkplatz" an Parkplätzen für Menschen mit Behinderung, die häufig von Parkern ohne Berechtigung belegt werden.

Link zum Artikel über die Zugfahrt in der Badischen Zeitung

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