Ich fühle mich veräppelt

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild vom Podium der Diskussion am 17. Mai 2016 in Trier
Bild vom Podium der Diskussion am 17. Mai 2016 in Trier
Bild: Matthias Rösch

Trier (kobinet) "Ich fühle mich veräppelt", so zitiert die in Trier erscheinende Tageszeitung Volksfreund Nancy Poser, die am Dienstagabend als Vertreterin des Forums behinderter Juristinnen und Juristen an einer vollbesetzten Podiumsdiskussion im Rahmen des 5. Trier Inklusionsgespräches zum Bundesteilhabegesetzes teilgenommen hatte. Mit von der Partie auf dem hochrangig besetzten Podium waren die Bundestagsabgeordneten Katarina Barley (SPD), Bernhard Kaster (CDU), Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen) und Katrin Werner (Die Linke).

Der Trierer Club Aktiv hatte zusammen mit dem Behindertenbeirat der Stadt Trier zu dieser Diskussion geladen. Während der Diskussion wurde sehr schnell deutlich, was sich in diesen Tagen auch andernorts zeigt. Die Kritik am Referentenentwurf zum Bundesteilhabegesetz ist groß und diejenigen aus der Regierungskoalition, die dafür mit Verantwortung tragen, reiben sich zum Teil betroffen die Augen, was da alles drin steht, bzw. was dies konkret für behinderte Menschen bedeuten könnte, wenn der Referentenentwurf so Gesetzeskraft erlangen könnte.

"'Ich fühle mich veräppelt', antwortet Nancy Poser, als Moderator und TV-Redakteur Rainer Neubert sie nach ihrem größten Kritikpunkt an dem Gesetzentwurf fragt. Die Politik habe den Behinderten falsche Versprechungen gemacht. Es sei die Rede davon gewesen, dass auch Behinderte endlich sparen könnten und ein selbstständiges Leben möglich sei. Wenn behinderte Menschen auf persönliche Assistenz angewiesen sind, erhalten sie zumeist Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege. Aber nur die Eingliederungshilfe soll aus dem Sozialhilferecht herausgelöst werden. Dieses erlaubt den Hilfeempfängern nicht mehr Eigentum als 2600 Euro. Das gilt auch für die Blindenhilfe", heißt es im Artikel über die Veranstaltung im Volksfreund.

Link zum Artikel im Volksfreund

Lesermeinungen zu “Ich fühle mich veräppelt” (5)

Von Demmler

Also es fängt im kleinen an.
Mann wird zum großteil in der Deutschen Gesellschaft, nicht ernst genommen, aber Benutzt, ausgenutzt.
Die Haltungsfrage besteht darin in erster Linie im Bezug auf ein Positives Menschenbild zu schaffen. Und das ist täglich eine Herausforderung für jeden Menschen in unserer Gesellschaft. Aber Menschen mit Behinderung werden dazu benutzt um Kosten, Stellenschlüssel, zu spahren. In Werkstätten, Arbeitsplätzen usw.
Da sollte dringend etwas geschehen.
Den es kann und darf nicht sein das die finanziellen Zuschüsse, Einkommen von Staat und Integrationsamt einen Gewinn für die Werkstätten, Betriebe sind, aber der Mensch mit Behinderung, genauso arbeiten muß, und dabei nur einen Groschen dabei verdienen.
Das ist in unserer Deutschen Gesellschaft keine Haftung im Bezug auf ein Positives Menschenbild.

Von KMueck

@mheidelberg:
Ich verweise Sie auf die Homepage des BMAS.
http://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2016/bundesteilhabegesetz.html

Das steht direkt am Anfang:
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Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 26. April 2016 den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen in die Ressortabstimmung sowie zur Länder- und Verbändebeteiligung gegeben. Mit dem sogenannten Bundesteilhabegesetz wird die Behindertenpolitik in Deutschland im Einklang mit der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen weiterentwickelt. Gleichzeitig werden Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode umgesetzt. Kernziele sind, mehr Selbstbestimmung und umfangreichere Teilhabe sicherzustellen sowie in Zukunft staatliche Leistungen wie aus einer Hand zu gewähren.
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Mehr Selbstbestimmung und Teilhabe im BTHG-Entwurf? Lächerlich! Das Gegenteil ist der Fall!

Wenn Sie in den häufig gestellten Fragen weiterlesen und dazu den BTHG-Entwurf entgegenstellen, werden Sie eher feststellen, welches Täuschungsmanöver hier läuft!

Von Gonzo

Nein das C hat keine Bedeutung mehr! Wir Gehörlose werden da ebenso extrem diskriminiert! bei der Demo in Berlin wollte ein Gehörloser in Gebärdensprache auf seine Forderungen aufmerksam machen, und in die Kamera reingebärden, aber dem Kamerateam interessierte nur ein Film mit einem Schwerstbehinderten Spastiker im Rollstuhl!! Unsere Behinderung sieht man nicht so, sind aber extrem am realen Leben ausgeschlossen!

kann man eigentlich die Politiker wegen Diskriminierung anzeigen? Wenns beim Erdogan geht dann sollte es bei uns auch gehen

Von mheidelberg

Wann und wie hat "die Politik" den Menschen mit Behinderungen falsche Versprechungen gemacht? - Vielmehr haben Leute wie Ottmar Miles-Paul falsche Hoffnungen geweckt!

Von EinBetroffener

Wenn der gute Herr von der CDU darin einen Wendepunkt sieht und sagt Kosten spielen natürlich auch eine Rolle, dann bin ich bestimmt nicht seiner Meinung. Wo ist der Wendepunkt?? Und das es nicht umsonst ist, war von vornherein klar. Nur bei den Schwächsten in der Gesellschaft kann man auch am Besten sparen. Leute, ihr glaubt doch wirklich nicht das in dieser Partei das C noch eine Bedeutung hat?

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