In den Rollstuhl geschlagen - mit Blindheit gefesselt

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Infozeichen
Infozeichen
Bild: domain public

Erlangen (kobinet) "In den Rollstuhl geschlagen – mit Blindheit gefesselt", so lautet der Titel einer Ausstellung zur Darstellung von Menschen mit Behinderungen vom 13. Januar bis 7. Februar, die am 13. Januar um 18.30 Uhr in der Stadtbibliothek Erlangen, Marktplatz 1, in Erlangen eröffnet wird.

"Was soll das denn heißen, werden sich viele nun fragen. Gegenfrage: Wie klingt das für Sie? Ungewohnt? Nicht richtig? Irgendwie unpassend? Das ist kein Wunder! Doch auch wenn man die im Titel verdrehten Phrasen wieder richtig herum ordnet, ändert sich für Menschen mit Behinderung dieser verkehrte Eindruck nicht", heißt es in der Presseinformation zur Ausstellung. Zum 25-jährigen Jubiläum der Erlanger Paritäter entstand die Idee, in Kooperation mit dem Projekt "Inklusion erlangen - in Stadt und Land", dem Büro für Chancengleichheit und Vielfalt der Stadt Erlangen und der Stadtbibliothek Erlangen eine Ausstellung zu organisieren, die das Thema Behinderung von einer ganz neuen und vielleicht noch unbekannten Seite beleuchten soll.

"Menschen mit Behinderung werden in Literatur und Film oft unangemessen dargestellt. Besonders auffällig ist, dass entweder bemitleidenswerte Kreaturen oder Helden im Mittelpunkt stehen, die entweder an ihrer Behinderung zerbrechen oder trotz, vielleicht auch wegen ihrer Behinderung Außergewöhnliches leisten. Dies soll anhand von Film-, Text- und Comic-Beispielen demonstriert werden. Hierbei soll aber das Augenmerk auch auf schon gelungene Darstellungen gerichtet werden. So, wie die Behinderung auch in der Realität nicht im Vordergrund stehen soll, ist sie auch in den vorgestellten Geschichten lediglich eine Eigenschaft von vielen", heißt es in der Ankündigung.

Die Vernissage findet am Freitag, 13. Januar um 18.30 Uhr im Innenhof der Stadtbibliothek statt und wird von einem Gebärdensprachdolmetscher begleitet. Eine Induktionsanlage ist vorhanden. Nach einer Begrüßung durch Bürgermeisterin Frau Dr. Preuß stellen die Kooperationspartner sich und die Idee kurz vor. Als Gastredner ist Raul Krauthausen eingeladen, Gründer der Leidmedien und der Sozialhelden. Er wird ausführlich zum Thema Darstellung behinderter Menschen in den Medien berichten. Als besonderes Highlight werden die prominenten Gäste im Anschluss die ausgestellten Comics bewerten. Mit einem Buffet wird für das leibliche Wohl gesorgt.

Wer nicht zur Vernissage kommen kann, hat noch bis zum 7. Februar die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. Ein Aufzug ist vorhanden. Die Ausstellung wurde so inklusiv wie möglich gestaltet. Die Exponate befinden sich auch für Rollstuhlfahrer und kleinwüchsige Menschen auf angemessener Höhe. Für blinde und sehbehinderte Menschen steht ein Audioguide zur Verfügung, der an der Information im 1. Obergeschoss zusammen mit den Münzen zur Bewertung der Comics abgeholt werden kann. In Kombination mit dem vorhandenen Bodenleitsystem können Menschen mit Seheinschränkung die Ausstellung somit selbständig besuchen. Geöffnet ist die Ausstellung Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18.30 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei, heißt es in der Ankündigung.

Kontakt: Cornelia Basara, STADT ERLANGEN - Büro für Chancengleichheit und Vielfalt, Tel.: 09131/861941, E-Mail: cornelia.basara@stadt.erlangen.de

 

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.