Berlin will Mobilität und Barrierefreiheit weiter verbessern

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Elke Breitenbach
Elke Breitenbach
Bild: DIE LINKE. Berlin

Berlin (kobinet) In einem Gespräch mit der "Berliner Behindertenzeitung" nannte Elke Breitenbach (Die Linke), die neue Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, die Verbesserung der Mobilität einen "zentralen Punkt" für den neuen Senat. Dabei soll es darum gehen, mit einem Gesamtkonzept zur Mobilitätssicherung für Menschen mit Behinderungen die unterschiedlichen Verkehrsmittel stärker miteinander zu verzahnen.

Nach den Worten Breitenbachs wird der Sonderfahrdienst erhalten und zusätzlich soll die Einführung von Inklusivtaxen gefördert werden. Dementsprechend sollen bis Ende 2021 etwa 800 Taxen zu multifunktionalen, barrierefreien Taxen umgerüstet werden. Zugleich soll der barrierefreie Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs fortgeführt und ausgebaut werden. Dabei wird mit dem Einführen sprechender Busse und Bahnen begonnen. Durch ein Landesprogramm werden die Mobilitätshilfsdienste abgesichert und der VVB Begleitservice erhalten.

Auch für die Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden und im Wohnungsbau  will der neue Berliner Senat sorgen und deshalb erneut die Berliner Bauordnung novellieren. In dem Zusammenhang hat sich die Koalition auch darauf verständigt, dass bei landeseigenen Wohnungsunternehmen ein Schwerpunkt auf den Bedarf an bezahlbaren, kleinen, altersgerechten oder barrierefreien Wohnraum sowie auf betreute Wohnformen liegt. Bei den landeseigenen Unternehmen soll auch bei den Bestandswohnungen ausgeweitet werden.

Barrierefreiheit ist auch, so Elke Breitenbach, "...in der wohnortnahen Infrastruktur ... zentral". So sollen die barrierefreien Angebote in den Stadtteilzentren, in der Kultur und im Sport ausgebaut werden.

Mit einer Veränderung des Landeswahlgesetzes soll ermöglicht werden, ein inklusives Wahlrecht zu schaffen, bei dem alle Menschen mit Behinderungen an Wahlen teilnehmen können.

Lesermeinungen zu “Berlin will Mobilität und Barrierefreiheit weiter verbessern” (3)

Von Sven Drebes

Noch eine Frage in die Runde: Was wird jetzt eigentlich aus den City-Toiletten?

Von Sven Drebes

Hallo Ingrid,

überwiegend Zustimmung. Die beiden seit Wochen nicht nutzbaren Aufzüge auf der U6 werden, soweit ich gelresen habe, aber nicht repariert, sondern ausgetauscht. Das wirft dann die Frage auf, warum man unbedingt an zwei nebeneinander liegenden U-Bahnhöfen gleichzeitig die Aufzüge austauschen muss.

Von ingrid

Einfach gut natürlich, hier in Berlin im Nahverkehr Verbesserungen in der Barrierefreiheit anzustreben. Mal insgesamt gesehen ist die ja nun nicht schlecht. Anstatt neues voranzutreiben sollte man vielleicht in das Vorhandene investieren. Das bedeutet zum einen, BVG und Bahn dazu zu ermutigen, vorhandene Aufzüge zeitnah zu reparieren, damit man nicht über Monate stundenlang die kurze U-Bahnstecke (z.Zt. die U6) mit Bussen umfahren muss. Das bedeutet auch, die Busfahrer so zu stärken, dass sie mit allen Passagieren klarkommen und sich auch mal trauen, eine Lanze für Rollstuhlfahrer zu brechen, die auf bestimmten Strecken oft 4 Busse durchlassen müssen, weil die Rollstuhlplätze in kurzen Teilabschnitten ständig von Müttern mit "überdimensionalen" Kinderwagen belegt sind (betrifft oft die "langen" Linien wie z.B. den Bus 104). Da hilft nicht der "sprechende Bus", wenn er mir sagt: "leider schon belegt". Das tun viele Busfahrer persönlich zur Genüge.
Freude über Neuerungen, ja natürlich. Noch mehr Freude über gut funktionierenden Service.
Und das Thema mit den barrierefreien Zugängen haben wir ja schon beim BTHG durchgehechelt. Wohl dem, der kurzzeitig aus dem Rollstuhl aussteigen kann, sein Gefährt vor dem Laden anschließen kann und dann zu Fuss seine Weihnachtsgeschenke einkaufen gehen kann.
Oder ein anderes Beispiel: Die barrierefrei Wohnung sollte man auch erreichen können. Die Mitarbeiter unterschiedlichster Straßenbauunternehmen sind großartig darin, viele Meter Gehweg in entsprechender Breite sicherzustellen, um dann kurz vor den Ende die Treppenstufe vor einem Haus einfach in den 1-m-Abstand einzurechnen, ohne Hinweis am Anfang und ohne Wendemöglichkeit, ganz zu schweigen davon, dass man am Anfang vielleicht barrierefrei raufkommt, aber am Ende 10 cm Bordsteinkante nicht überwinden kann.

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