Teilhabeberatung aktiv gestalten

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Petra Wontorra
Petra Wontorra
Bild: Tom Figiel

Hannover (kobinet) Die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern wollen bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes sowie der Evaluation auf eine Stärkung der Selbstbestimmung und Teilhabe drängen. Maßgeblich sei die Auslegung und Umsetzung des Gesetzes nach den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention und unter Berücksichtigung der Abschließenden Bemerkungen des UN-Fachausschusses, heißt es in einer heute veröffentlichten Erklärung. Für Niedersachsens Landesbeauftragte Petra Wontorra ist besonders wichtig, so ihre Pressemitteilung, den Baustein „Teilhabeberatung" jetzt aktiv mit den Betroffenen zu gestalten.

Wontorra mahnte an, dass das Gesetz längst nicht alle Probleme löse und dass weitere Schritte festgelegt werden müssten, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu gewährleisten: „Als Behindertenbeauftragte von Bund und Ländern werden wir eine Weiterentwicklung des Teilhaberechts für Menschen mit Behinderungen in den kommenden Jahren weiter begleiten und einfordern." Die Beauftragten sind sich ebenfalls einig, dass die neu einzuführende unabhängige Teilhabeberatung ein wichtiger Baustein ist, bei deren Ausgestaltung die Beauftragten und die Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen von Anfang an zu beteiligen sind. „Das Ziel einer inklusiven Gesellschaft ist noch nicht erreicht. Mit Mut und Ausdauer aller Beteiligten ist es jedoch erreichbar", meint Wontorra.

Lesermeinungen zu “Teilhabeberatung aktiv gestalten” (5)

Von Ulrike

@ lesebrille

"Denn der hier beschworene Mut und die Ausdauer von behinderten Menschen wird schon seit Jahren aufs äusserste strapaziert, während sich weiterhin PolitikerInnen hinter freundlichen Worthülsen verstecken, weil sie wissen, dass wir als WählerInnen kaum ins Gewicht fallen.

Deutlicher kann man Desinteresse an der Teilhabe eines Teils der Gesellschaft gar nicht zeigen!!"

Wieder einmal auf den Punkt getroffen, so ist es leider.

Von Lesebrille

„Das Ziel einer inklusiven Gesellschaft ist noch nicht erreicht. Mit Mut und Ausdauer aller Beteiligten ist es jedoch erreichbar", meint Wontorra.

Selbstverständlich ist dieses Ziel noch nicht erreicht, und ob unsere Gesellschaft irgendwann inklusiv ist, wird sich allenfalls in ein paar Generationen zeigen, denn Inklusion meint logischweise Teilhabe von Anfang an.

Aaaaber: Mut und Ausdauer alleine genügen nicht. Das sind ebenso blumige Worte wie "die Mauern in den Köpfen einreissen".

Es braucht den Willen auf der Seite der Regierung, bereits bestehende Gesetze, nämlich unsere Menschenrechte - theoretisch und praktisch gültig seit bald sieben Jahren - umzusetzen und nicht durch andere Gesetze zu torpedieren!

Denn der hier beschworene Mut und die Ausdauer von behinderten Menschen wird schon seit Jahren aufs äusserste strapaziert, während sich weiterhin PolitikerInnen hinter freundlichen Worthülsen verstecken, weil sie wissen, dass wir als WählerInnen kaum ins Gewicht fallen.

Deutlicher kann man Desinteresse an der Teilhabe eines Teils der Gesellschaft gar nicht zeigen!!

Von Ulrike

"Das Ziel einer inklusiven Gesellschaft ist noch nicht erreicht". Meint Fr. Petra Wontorra. ---Von "Inklusion" kann man hingegen überhaupt nicht sprechen, weil es bisher bundesweit, wenn überhaupt, lediglich "Integration" für behinderte Menschen gibt.

Von Lesebrille

Hand hoch! Wer liest noch diesen Text da oben und stöhnt ob der Unlogik??

"Maßgeblich sei die Auslegung und Umsetzung des Gesetzes nach den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention..." Hä???

Verzeihung liebe Behindertenbeauftragte, aber das BTHG deckt sich nicht annähernd mit der UN-BRK. Wie also will man beides unter einen Hut bekommen? Und wie beraten Behindertenbeauftragte unabhängig, wenn sie in der Regel bei den jeweiligen Kommunen angestellt sind??

Und liebe Frau Wontarra, Ihre Wortwahl in allen Ehren, aber das neue Gesetz löst nicht nur "nicht alle Probleme", es schafft vor allem neue Probleme, die für nicht wenige Menschen geradezu exiszenzvernichtend sind!!

Von den Menschen, die weiterhin hinten runter fallen, nicht zu schweigen...: Der Sonderweg in die Werkstätten wird zementiert, der Mindestlohn darin nicht einmal angesprochen, etc..

Von Ulrike

Es ist bekannt, dass sich Servicestellen bei Krankenkassen auch nicht bewährt haben. Man ging zur Krankenkasse X, wurde gefragt wo man versichert sei und ratz fatz war man unberaten wieder draußen. Meine Erfahrung ist, dass über Jahre überall Bürokratiemonster aufgebaut wurden man sich letztendlich doch um alles selbst kümmern musste. Mit Mut und Ausdauer ist es nicht getan. Das gleiche mit Pflegestütz-punkten. Sobald man dort erfährt, dass eine wenn auch teilweise gerichtliche Betreuung für behinderte Menschen besteht, wimmelt man die Beratungssuchenden ab an den Betreuer. Ist doch gegen das Betreuungsgesetz.

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