Winterausgabe des Handicap-Magazins

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Titel der Winterausgabe 4/2016
Titel der Winterausgabe 4/2016
Bild: HANDICAP

Wilhelmshaven (kobinet) Das Titelbild der jetzt erschienenen Winterausgabe des Handicap-Magaziins zeigt ein Motiv aus einem Buchprojekt, das im Heft 4/2016 vorgestellt wird: einen Mann im Rollstuhl mit einem Baby auf dem Schoß. Geschichten öffnen Horizonte, meinen Jessica Lilli Köpke und Arne Schöning. Für ihr Buch "para-normal lifestyle" suchen sie noch nach Experten in eigener Sache, die ihre Geschichten für andere erfahrbar machen möchten. Als Professorin für Heilpädagogik ist ist für die Projektleiterin wichtig, die Lebenswelt von Menschen mit Querschnittlähmung und Spina bifida zu kennen. Der Fotograf des Buchprojekts lebt selbst mit einer Querschnittlähmung.    

Lesermeinungen zu “Winterausgabe des Handicap-Magazins” (6)

Von Dr. Dolittle


Liebe/r Signe,

danke für die Erläuterung!

Die Firma HMM Deutschland bietet eine Software an, mit der Krankenkassen die Genehmigung von Hilfsmitteln vollelektronisch und sogar vollautomatisch erledigen können. Auf ihrer Website kann man sogar ein Gutachten der Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG lesen, wieviel Personal so eingespart werden kann.

Nach dem bewährten Grundsatz "nichts über uns ohne uns" sollten wir uns auch mit der Software beschäftigen, die unsere Krankenkassen einsetzen und von den Sanitätshäusern verlangen. Gegenwärtig, meine ich, ist das geplante Gesetz (HHVG) wichtiger. Wenn das erledigt ist, können wir uns um die vielfältigen komplexen Verwicklungen in diesem Handlungsfeld kümmern. Ja, es sieht auch für mich so aus, daß hier leider alle möglichen Akteure versuchen, sich eine "Scheibe vom Kuchen" abzuschneiden.

Sicher sollten wir in allen Bereichen eine genossenschaftliche Organisationsform anstreben: bei unseren Krankenkassen und bei der Herstellung und Anpassung von Hilfsmitteln. Wie kommen wir dem näher?
(Es sind ja nicht alle in der vergleichsweise glücklichen Situation, daß sie sich ihre Hilfsmittel selbst basteln oder auch selbst reparieren können.)
Es gibt auch redliche Sanitätshäuser und äußerst engagierte Orthopädietechnikerinnen und Orthopädietechniker. Vielleicht machen Sie im Jahr 2017 auch mal eine gute Erfahrung?

Viele Grüße an den Niederrhein,
Dr. Dolittle

Von Signe

Hallo Mister Dr. Dolittle,
hallo Alle,
ich wünsche Ihnen alles Gute im Neuen Jahr und zunächst einen guten Rutsch ins Neue Jahr hinein.
Die KKn haben im Jahre 2006 scheinheiligerweise die HiMi-und Heilmittelversorgung quasi und tatsächlich privatisiert. Quasi - da noch (auf dem Papier) Dienstleistung der KKn; tatsächlich - abgegeben an Privatunternehmen.
Ich rede nicht von den privaten KKn, wie der Debeka und wie die nun alle heißen mögen, sondern von den Krankenkassen im rechtlichen Status einer Körperschaft ÖFFENTLICHEN Rechts.
siehe (unter anderem: HMM-Deutschland GmbH, siehe https://www.hmmdeutschland.de/)

Von Dr. Dolittle

Liebe/r Signe,

das verstehe ich nicht ganz. Bereits vor 2006 haben doch Sanitätshäuser Hilfsmittel abgegeben und die Gesetzlichen Krankenkassen haben sie bezahlt -?
(Die privaten Krankenkassen übernehmen nur sehr geringe Kosten für Hilfsmittel.)

Ausführlich habe ich gerade eben unter einem anderen Beitrag das Thema weitergeführt:
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/35239/Moderne-Behindertenbewegung.htm#comments

Allen die besten Wünsche zum neuen Jahr!
Dr. Dolittle

Von Signe

Korrektur:
Erwtware = es muss heißen: Erstware.

Von Signe

Danke für Ihren Hinweis, Mister Dolittle.
Die Krankenkassen (Körperschaften öffentlichen Rechts, KdöR) haben im Jahre 2006 die Heil- und Hilfsmittelversorgung an mehrere Privatunternehmen abgegeben. Die entsprechende Akte am Handelsregister ist am Amtsgericht Kleve und kann dort eingesehen und kopiert werden.
Dass der Gesundheitsausschuss (das Wort Ausschuss im negativen Sinne hier von mir belegt werdend) über die Bereitstellung von Heil- und Hilfsmitteln befindet, ist somit Spiegelfechterei und das Vortäuschen falscher Tatsachen gegenüber den Heil- und Hilfsmittelnutzer/innen.
Am besten selber kaufen und selber reparieren, wenn ein Hilfsmittel kapputt geht. Kann man die zwielichtigen Sanitätshäuser weiträumig umkurven.
Der Berufsverband der Betreiber/innen von Sanitätshäusern hat vor 2006, als die Diskussion ebenfalls im Gesundheitsausschuss des Dt. Bundestages geführt wurde, zugestimmt und es werden zumeist assbach-uralte, dreimal durchgekaute orth. Hilfsmittel an die Hilfsmittelnutzungsberechtigten (qua ärztlicher Verordnung) herausgegeben.

Preise für orth. Hilfsmittel (Erwtware) = Mondpreise.

Von Dr. Dolittle

Auch zum aktuellen Beitrag von und mit Jennifer Sonntag, die katastrophale Hilfsmittelversorgung betreffend:

Der Gesundheitsausschuß des Bundestages hat am 30.11. in einer Anhörung den Entwurf eines "Heil- und HiIfsmittelversorgungsgesetzes" beraten. Die dort vorgetragenen Stellungnahmen findet man unter:
https://www.bundestag.de/ausschuesse18/a14/anhoerungen/stellungnahmen-inhalt/480428

Hier findet man eine Zusammenfassung dieser Anhörung und Links zum Gesetzentwurf und zu Anträgen der Oppositionsparteien:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw48-pa-gesundheit-hilfsmittel/480194

Die erste Lesung des vorgesehenen Gesetzes soll im Februar, die zweite und dritte sollen im März 2017 stattfinden. Höchste Zeit also, daß wir uns darum kümmern, ob das Gesetz der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht wird! Werden wir künftig selbstverständlich diejenigen technischen Hilfen erhalten, die uns volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen?

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