Miteinander statt nur dabei

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Emilia Müller
Emilia Müller
Bild: CSU

München (kobinet) „Miteinander statt nur dabei - das ist mehr als ein gängiger Slogan", meint Bayerns Sozialministerin Emilia Müller und teilt mit, dass mit rund 8,4 Millionen Euro für 330 Arbeitsplätze und die Errichtung einer Förderstätte die Lebenshilfe Werkstatt GmbH München unterstützt wird. "Es ist unser erklärtes Ziel: Menschen mit Behinderung sollen in der Mitte unserer Gesellschaft leben und an allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben. Es soll für uns alle eine Selbstverständlichkeit werden, dass Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, zusammen leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen", erklärte Müller heute in München.

Zu einer umfassenden Teilhabe von Menschen mit Behinderung, meint die Ministerin, leisten die Werkstätten für behinderte Menschen einen wichtigen Beitrag. Ziel sei dabei, die Folgen der Behinderung zu mildern, ihnen eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen und ihre Familien zu entlasten. „Es freut mich daher sehr, dass wir die Lebenshilfe Werkstatt GmbH München bei der Modernisierung und Ausstattung ihrer Werkstätten für behinderte Menschen mit 330 Plätzen in München sowie der Errichtung von 24 Förderstättenplätzen in der Scharnitzstraße mit insgesamt bis zu 8.404.882 Euro unterstützen können", so die Ministerin.

Lesermeinungen zu “Miteinander statt nur dabei” (8)

Von versteh_gar_nix_mehr

„Zu einer umfassenden Teilhabe von Menschen mit Behinderung, meint die Ministerin, leisten die Werkstätten für behinderte Menschen einen wichtigen Beitrag.“

Der Münchner Merkur brachte am 12.09.2012 folgenden Bericht: https://www.merkur.de/politik/stolperfalle-staatsministerin-2500590.html

Partei meutert gegen Staatsministerin Müller
München - Die Frau Staatsministerin erhält Gegenwind: An der eigenen Parteibasis wird an einem kleinen Putsch gegen Emilia Müller gebastelt. Sie soll keinen Stimmkreis für den Landtag bekommen.
Kleine Briefe unter Parteifreunden pflegen und erhalten die Feindschaft. Der von Otto Zeitler ganz besonders. Der 67-Jährige, einer der Dienstältesten Landtagsabgeordneten im Freistaat, hat neulich einige Zeilen an Ministerin Emilia Müller gerichtet, die an Herzlichkeit kaum zu unterbieten sind. Sie lasse die „Zügel schleifen“, beschied er der Oberpfälzer CSU-Bezirksvorsitzenden, sie schade sich und der Partei.

Für unsere Rechte, als Fachkräfte nur das Beste. Was andere nicht brauchen ist für uns anscheinend noch gut genug, damit die Würde des Menschen nicht ganz zum Lacher wird.

Von Signe

Die Lebenshilfe baut in Bützow (Mecklenburg, Landkreis Rostock) ein Gebäude zu einem Wohnheim (aka zu einer Anstalt) für ihr Klientel um. Seufz. Siehe http://www.svz.de/lokales/buetzower-zeitung/schule-ist-jetzt-wohnheim-id15707616.html

Von Gisela Maubach

Zitat 1 aus dem Beitrag:

"Es ist unser erklärtes Ziel: Menschen mit Behinderung sollen in der Mitte unserer Gesellschaft leben und an allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben."

Zitat 2 aus dem Beitrag:

"Es freut mich daher sehr, dass wir die Lebenshilfe Werkstatt GmbH München bei der Modernisierung und Ausstattung ihrer Werkstätten für behinderte Menschen mit 330 Plätzen in München sowie der Errichtung von 24 Förderstättenplätzen in der Scharnitzstraße mit insgesamt bis zu 8.404.882 Euro unterstützen können".

Aus diesen zwei Zitaten ergibt sich automatisch die Frage, ob die Ministerin vielleicht noch nicht weiß, dass man sich in einer WfbM eben nicht (!) in der "Mitte unserer Gesellschaft" befindet.
Falls sie es doch weiß, hieße die Frage, ob sie den Leser(inne)n vorgaukeln will, dass man sich innerhalb einer Werkstatt in der Mitte unserer Gesellschaft befinden würde.

Mal sehen, wie lange diese Scheinheiligkeit und der Missbrauch des Begriffes Teilhabe noch funktioniert . . .

Von nurhessen

Liebe Ulrike,
ja, da haben Sie aber so was von Recht. Dass wir das noch lesen dürfen:

„Es freut mich daher sehr, dass wir die Lebenshilfe Werkstatt GmbH München bei der Modernisierung und Ausstattung ihrer Werkstätten für behinderte Menschen mit 330 Plätzen in München sowie der Errichtung von 24 Förderstättenplätzen in der Scharnitzstraße mit insgesamt bis zu 8.404.882 Euro unterstützen können", so die Ministerin (Emilia Müller).

Auch die heutigen Eltern würden es als Entlastung empfinden, wenn ihren behinderten „Kindern“, die z.T. bereits erwachsen sind, selbstbestimmt ohne Schikanen, ohne das beliebte bürokratische Mittel der stets drohenden „Mitwirkungspflichten“, Teilhabe am Leben in der Gesellschaft gewährt würde. Und „Elternassistenz“ gibt es, wenn mich nicht alles täuscht (schaue jetzt nicht im extra nach), im BTHG definiert als Assistenz behinderter Eltern. Ohne das Eine gegen das Andere auszuspielen, denn beide Formen der „Elternassistenz“ sind wichtig. Aber wenn das BTHG ein Spargesetz ist, ist „Elternassistenz“ im Sinn von Unterstützung behinderter Eltern billiger als eine „Elternassistenz“ FÜR behinderte Kinder. Denn, wer 1+1 zusammenrechnen kann, weiß sicher auch, dass es mehr behinderte Kinder und deren Eltern gibt als behinderte Eltern mit Kindern!

Von Ulrike

"Zu einer umfassenden Teilhabe von Menschen mit Behinderung, meint die Ministerin, leisten die Werkstätten für behinderte Menschen einen wichtigen Beitrag. Ziel sei dabei, die Folgen der Behinderung zu mildern, ihnen eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen und ihre Familien zu entlasten."

Nein Danke, Frau Sozialministerin!

Meine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft stelle ich mir selbstbestimmt vor. Meine Eltern hätten es nicht als "entlastend" empfunden, wenn ich in einer Werkstätte gelandet wäre. Vielmehr hätten Sozialministerien seit Jahren mal dafür einstehen sollen, dass es für behinderte Eltern so etwas wie Elternassistenz gegeben hätte. Aber damals wie heute werden behinderte Eltern behinderter Kinder auf "Jugendhilfeleistungen" verwiesen, wozu sie dann noch einen heftigen Kostenbeitrag leisten müssen.

Von turbolocke

Für einen neuen Behindertenknast ist Geld vorhanden. Behinderte werden ausgesondert und aus der Gesellschaft ausgegliedert. Mit Politikern sollte man das auch machen. Wir stecken sie alle in Werkstätten und behinderte Menschen dürfen frei sein.

Das wird also im freistaat Bayern unter Teilhabe verstanden Ausgrenzung und Aussonderung. Es ist einfach arm.

Von Ulrike

Die Un-Aktionspläne, die ich kenne, enthalten alle Förderung von Werkstätten. Dabei wirds wohl bleiben, leider. Die Wirtschaft profitiert davon, nur das zählt bisher in Deutschland. Leider. Und da die Flächenländer mit Sozialministerien die Macht haben, egal welche Un-Aktionspläne vom Bund kommen in Zukunft. So siehts leider aus.

Von Uwe Heineker

... und wieder fließen Gelder in aussondernden Einrichtungen mit einem falschen Slogan!

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