Teilhabe durch Hilfsmittel

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

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Bild: kobinet/ht

Mainz (kobinet) Über ihre gesellschaftliche Teilhabe durch technische Hilfsmittel berichtet Gerlinde Busch in der Reha-Info 6/2016 der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, die als Schwerpunkt-Thema zum Jahresende Reha und digitale Technik gewählt hat. Von aktuellem Interesse ist der Beitrag der blinden Projektleiterin vom Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in Mainz auch deshalb, weil 2017 ein neues Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz im Bundestag ansteht, über das schon im Leserbrief-Forum dieses Nachrichtendienstes diskutiert wird.

Gerlinde Busch nutzt im privaten und beruflichen Bereich verschiedenste Hilfsmittel. Dies können einfache Alltagsgegenstände im Wert von unter 10 Euro bis zu einem Braille-Computerausgabegerät im Wert von 10.000 Euro sein. Die Entwicklung technischer Hilfsmittel für Blinde in den letzten zwanzig Jahren ermögliche ihr einen Zuwachs von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung im Alltag und Beruf.

"In meiner beruflichen Tätigkeit ist eine Sprachausgabe und eine Braillezeile für den PC unverzichtbar. Ich muss gängige Programme nutzen können, Texte verfassen, mit meinen Kolleginnen und Kollegen kommunizieren und das Internet nutzen können. Um gedruckte Texte selbstständig erfassen zu können, habe ich einen Scanner und eine speziell für blinde Menschen entwickelte Erkennungs-Software. Da es in meinem Beruf notwendig ist, auch außerhalb meines Büros zu arbeiten, habe ich ein kleines Braille-Notizgerät, was mir sozusagen Stift und Papier ersetzt und mit dem ich auch Dokumente lesen kann, die mir beispielsweise auf einem USB-Stick zur Verfügung gestellt werden", hält Gerlinde Busch fest.

Die bahnbrechendste Innovation in den letzten Jahren ist für sie persönlich das iPhone, das sie mit der eingebauten Sprachausgabe ohne zusätzliche kostenpflichtige Software bedienen kann: "Es ist für mich zum Allround-Hilfsmittel geworden, das ich sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich nutze. Neben E-Mail und Internet kann ich eine Scansoftware, Barcode-Leser und unterschiedliche GPS-Lösungen nutzen. Neben dem Lesen von Büchern, Hören von Hörbüchern, Aussuchen von Zug- und Busverbindungen kann ich natürlich auch SMS schreiben oder telefonieren."

So positiv diese Entwicklung für blinde und sehbehinderte Menschen auch seien, bedeute dies jedoch nicht, so Gerlinde Busch, "dass ich auf menschliche Assistentinnen und Assistenten verzichten kann. Ich habe nach wie vor eine Arbeitsassistenz, die z. B. meine Texte layoutet, handschriftlich Dokumente ausfüllt und mich zu Veranstaltungen und Hausbesuchen begleitet."

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