Bayern würdigt Ehrenamt

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Bild: kobinet/ht

München (kobinet) Inhaber einer Bayerischen Ehrenamtskarte erhalten jetzt auch freien Eintritt in Bayerische Burgen und Schlösser.

Die Bayerische Ehrenamtskarte in Blau mit dreijähriger Gültigkeit können Ehrenamtliche ab 16 Jahren erhalten, wenn sie sich mindestens 2 Jahre freiwillig durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten mindestens 250 Stunden jährlich engagieren. Auch Ehrenamtliche, welche die besonderen Voraussetzungen eines Engagements bei den Blaulichtorganisationen erfüllen oder Inhaber einer Jugendleiterkarte sind, erhalten die Ehrenamtskarte. Für besonders langjähriges Engagement gibt es die zeitlich unbefristete Bayerische Ehrenamtskarte in Gold.

Über 120.000 Menschen haben sie aufgrund ihres besonderen Engagements bereits erhalten. Die Ehrenamtskarte ist nicht nur ein Dankeschön in Scheckkartenformat. Mit ihr erhalten die Ehrenamtlichen zahlreiche attraktive Angebote. Rund 5.000 Akzeptanzpartner aus der Privatwirtschaft, den Kommunen und des Freistaats Bayern bieten besondere Vergünstigungen in ganz Bayern an. 81 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern haben die Karte inzwischen eingeführt. Weitere Einzelheiten zur Ehrenamtskarte in Bayern sind, auch als Anregung für andere Bundesländer, unter diesem Link nachzulesen.

Lesermeinungen zu “Bayern würdigt Ehrenamt” (9)

Von Ulrike

@ Rosi Nante

" Ein Grund, warum der Kreis Düren ihrem Sohn weniger Geld bewilligt hat, ist die Behindertenwerkstatt, in die Steffen acht Stunden am Tag gehen könnte, was er derzeit nicht tut. Finanzieller Nebeneffekt für den Kreis bei einem Werkstattplatz: Ihn finanziert der Landschaftsverband Rheinland. Maubachs Rechnung, dass der Werkstattplatz pro Stunde mehr Geld kostet als eine Stunde persönliche Assistenz, geht für den Kreis Düren also nicht auf, weil der Werkstattplatz von einer anderen Stelle bezahlt wird. Die Behörde ließ eine Anfrage unserer Zeitung zu ihrer Sicht auf den Sachverhalt unbeantwortet."

Genau das ist der Knackpunkt: Ewiger Zuständigkeitswahn. Das haben wir der Föderalismusreform I aus 2006 zu verdanken. Seither müssen nicht nur behinderte Menschen mit Assistenzbedarf klagen, klagen, bis zum Umfallen. Im Grunde genommen kann jedes Sozialamt machen was es will, bevor es vor der Rechtsstreit, der langwierig und kostspielig ist, vor das Bundessozialgericht kommt. Das ist Realität für alle behinderten Menschen in Deutschland und für Pflegebedürftige in und außerhalb von Einrichtungen.

Von Rosi Nante

Wie in NRW das Ehrenamt gewürdigt wird kann man hier nachlesen: http://www.aachener-nachrichten.de/mobile/lokales/region/warum-eine-duerenerin-ihr-bundesverdienstkreuz-zurueckgab-1.1521451 und http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-aachen/video-duerenerin-gibt-bundesverdienstkreuz-zurueck-100.html

Von Ulrike

Nachrichten aus dem Saarland: SR.de, 03.01.17:


Saarbrücken
Gebärdensprachdolmetscher fehlen
Der Landesverband der Gehörlosen Saarland hat mehr Gebärdensprachdolmetscher gefordert. Der Verband teilte dem SAARTEXT mit, derzeit gebe es etwa 13 Dolmetscher bzw.Kommunikationshelfer. Der Bedarf sei höher. Gehörlose bräuchten Gebärdensprachdolmetscher bei Ärzten, in Kliniken, aber auch bei Behörden. Besonders wichtig seien sie bei Kontakten mit Arbeitsagenturen. Viele Gehörlose seien arbeitslos und hätten zudem Probleme bei der Kommunikation. Der Landesverband schätzt die Zahl der Gehörlosen im Saarland derzeit auf etwa 880 Personen.

Von Signe

Im § 75 steht geschrieben, dass sich die / der Behinderte von seinem Nachbarn begleiten lassen soll oder von den Angehörigen.

Wenn man nun den Text analysiert und sich fragt, weshalb sich (in aller Welt) die Behinderten an ihre Verwandten und Nachbarn zu wenden haben, dann hat zu diesem Thema mal vor langer Zeit eine Bezirksbehindertenbeauftragte eines Stadtbezirkes in Berlin von ihrer Dienstreise nach London berichtet, dass dort die Behinderten von Ehrenamtlern begleitet werden.
Tja, ein/e Ehrenamtler/in wird dann eine/n andere/n Ehrenamtler/in zur in Anspruchnahme des Ehrenamtes begleiten. Auch 'nett'.

Ansonsten ist die Textvorlage im § 75 so geschrieben, als würden die Behinderten, die die In-Anspruch-Nahme von Assistenz betrifft, wie Kinder behandelt werden, die sich an Mutter und Vater (oder Oma und Opa) zu wenden haben, wenn sie einen Wunsch erfüllt wissen wollen.

Offensichtlich sehen die Beamt/innen im BMAS Behinderte (egal, ob die ü 18 sind oder unter 18) als Kinder an und so ist dieses Bundesteilhabegesetz auch ausformuliert worden: Behinderte = (ewige) Kinder, selbst als Greise noch.

Von nurhessen

Hallo Ulrike,
das BTHG/Bundesteilhabegesetz verhindert ehrenamtliche Tätigkeit für Behinderte, die auf Assistenz angewiesen sind, weil für die Ausübung des Ehrenamts keine Assistenzleistungen gewährt werden. Das ist im § 78 Abs. 5 geregelt.

Von Ulrike

Wenn man als Schwerbehinderte/er nicht mehr zu den "Leistungsträgern der Gesellschaft" gehören kann, sprich nicht mehr versicherungspflichtig erwerbstätig sein Kann, gibt es zur barrierefreie Ausgestaltung des ausgeübten Ehrenamtes auch keine Förderung, nicht einmal vom Sozialamt. Also bleibt vielen Schwerbehinderten, dies selbst mit z.B. umfangreichen Fachwissen im sozialen Bereich das Ausüben eines Ehrenamtes verwehrt. Auch z.B. wenn mann nicht mehr selbst einen PKW führen kann, oder sich keinen PKW leisten kann. Das finde ich auch diskriminierend. Und niemand ändert was dran.

Von Ulrike

Wie, ich als Leserbriefschreiberin soll recherchieren wie es in anderen Flächenländern mit Ehrenamtskarte aussieht? Damit Kobinet eine Nachricht daraus macht?

Hier noch mal die Info der Leserbriefschreiberin Tina dazu:

"www.saarland.de/98403.htm"

Auch wenn man bei Kobinet ehrenamtlich unterwegs ist, kann man doch im Netz z.B. googeln, oder erwarte ich zuviel. Speist Kobinet seine Nachrichten nur von Informationen seiner Leserbriefschreiber ? Kann ja wohl nicht sein.

Von TINA

"Im Saarland gibt es auch Ehrenamtskarte"

Ja, die saarländische Ehrenamtskarte gibt's (fast flächendeckend) im Saarland. Gute Übersicht zu diesem Projekt unter
www.saarland.de/98403.htm


Von Ulrike

Im Saarland gibt es auch Ehrenamtskarte. Warum berichtet Kobinet-Nachrichten nicht darüber?

Redaktion: Weil uns niemand informiert hat. Wir sind auf Informationen angewiesen. Informiert uns.

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