Stiftung Anerkennung und Hilfe

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Verena Bentele
Verena Bentele
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Die Stiftung Anerkennung und Hilfe hat zum 1. Januar 2017 ihre Arbeit aufgenommen. Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, sagte heute: „Nach vielen Monaten des Ringens bin ich erleichtert, dass die Betroffenen endlich Leistungen erhalten. Es freut mich sehr, dass die gezahlten Leistungen bei den Betroffenen ohne Abstriche ankommen sollen und damit zur freien Verwendung eingesetzt werden können.“

Mit der Stiftung soll ein Hilfesystem für Menschen geschaffen werden, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 (Bundesrepublik Deutschland) beziehungsweise von Oktober 1949 bis Oktober 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie untergebracht waren und bei denen heute noch eine Folgewirkung aufgrund des dort erlittenen Leids und Unrechts während der Unterbringung vorliegt.

Die Stiftung sieht neben einer individuellen Anerkennung des Erlebten durch persönliche Gespräche mit den Betroffenen und einer öffentlichen Anerkennung auch eine wissenschaftliche Aufarbeitung der damaligen Geschehnisse vor. Ferner sollen Betroffene, die heute noch unter Folgewirkungen leiden, eine einmalige pauschale Geldleistung von 9.000 Euro zur selbstbestimmten Verwendung erhalten.  Wer während seiner Unterbringung arbeiten musste, ohne dass dafür (ausreichende) Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden, soll eine einmalige pauschale Rentenersatzleistung erhalten, bei einer Arbeitsdauer von bis zu zwei Jahren in Höhe von 3.000 Euro, bei längerer Arbeitsdauer in Höhe von 5.000 Euro.

Bund und Länder sind sich einig, dass die Unterstützungsleistungen bei Bezug von Sozialleistungen nach dem Zweiten Buch und Zwölften Buch Sozialgesetzbuch nicht als Einkommen oder Vermögen zu berücksichtigen sind, also werden die Leistungen nicht auf diese angerechnet. Die materiellen Unterstützungsleistungen sollen auch nicht pfändbar sein.

Mehr auf www.stiftung-anerkennung-hilfe.de

Lesermeinungen zu “Stiftung Anerkennung und Hilfe” (2)

Von versteh_gar_nix_mehr

Wer sich mit dem Gedanken der Entschädigung trägt, sollte sich unbedingt vorher und das sehr genau mit folgender Seite auseinandersetzen und sich auch darüber im klaren sein, was auf ihn tatsächlich zukommt. Es wird hart, sehr hart, wenn es in die Tiefe geht der Erlebnisse, das kann ich vorweg nehmen. Vielleicht kennt der eine oder andere noch Leidensgefährten aus dieser Zeit zumindest namentlich usw. Auch sollte man damit beginnen, das erlebte in Stichpunkten zu erfassen, denn man wird in gewissen Punkten mehrfach mit der gleichen Frage konfrontiert werden. So traurig wie es eigentlich ist, aber man wird niemandem etwas hinterher schmeißen da bin ich mir sicher und auch die zuständigen Sachbearbeiter und Berater muss man erst mal überzeugen, dass man die Wahrheit sagt.

http://www.bmas.de/DE/Themen/Teilhabe-Inklusion/Stiftung-Anerkennung-und-Hilfe/ziele-der-stiftung.html#f6

Von Ulrike

Für Kinder und Jugendliche, die in der Zeit von 1949 bis 1975 in Deutschland über die Krankenkassen in Einrichtungen zur Erholung geschickt wurden, gibt es eine solche Stiftung leider nicht. Denn was man dort für "pädagogischen unwürdigen Zwangsmaßnahmen und Bestrafungen ausgesetzt war, verursachte auch Folgewirkung aufgrund des dort erlittenen Leids und Unrechts während der Unterbringung. Ich könnte da einiges aus persönlicher Erfahrung als damals bereits behindertes Kind beschreiben.

"Bund und Länder sind sich einig, dass die Unterstützungsleistungen bei Bezug von Sozialleistungen nach dem Zweiten Buch und Zwölften Buch Sozialgesetzbuch nicht als Einkommen oder Vermögen zu berücksichtigen sind, also werden die Leistungen nicht auf diese angerechnet. Die materiellen Unterstützungsleistungen sollen auch nicht pfändbar sein."

Es war schon immer so, dass bei Bezug von Sozialleistungen eben andere Sozialleistungen oder bestimmte Untrerstützungsleistungen nicht einkommenserhöhend berücksichtigt werden dürfen. Das gleiche gilt für Nichtpfändbarkeit.

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