Toilette für Alle nun auch in Ulm

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: domain public

Ulm (kobinet) Vor kurzem wurde in Ulm im Parkhaus am Rathaus die 9. "Toilette für alle" feierlich eröffnet, die aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert wurde. In ihrem Grußwort erwähnte Jutta Pagel-Steidl, Vorsitzende des Landesverbandes Körper- und Mehrfachbehinderte Baden-Württemberg, dass diese Toilette auch bundesweit die erste in einem Parkhaus ist und dann noch mit historischen Ambiente im Parkbereich, in dem Ausgrabungsfunde sichtbar sind. Darauf hat Angela Rubens aus Bernstadt die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht.

Die Sozialbürgermeisterin der Stadt Ulm, Iris Mann, machte deutlich, wie wichtig an einem zentralen Ort, wie hier in Ulm, eine "Toilette für alle" für Schwerstbehinderte und ihre Begleiter ist, um Schwierigkeiten zu bewältigen, die für viele Menschen nicht bewusst sind. Sie dankte sich und lobte, wie die Ulmer Parkbetriebsgesellschaft unbürokratisch schnell zugesagt hatte, den Betrieb zu übernehmen, so dass die Umsetzung erfolgen konnte. Jutta Pagel-Steidl erläuterte die Benutzungshinweise und es folgten praktische Übungen im Umgang mit der Technik der Klappliege und dem Patientenlifter.

Neben der "Toilette für alle" hat die Parkhausaufsicht ihr Büro, bei der man sich den Toilettenschlüssel geben lassen kann mit der nötigen technischen Einweisung. Das Parkhaus ist täglich 24 Stunden geöffnet und somit auch die Parkhausaufsicht besetzt. Zur Eröffnung kamen auch Mitglieder des Stadtrates, der Ulmer Behindertenbeauftragte und viele VertreterInnen der Behindertenorganisationen und der –selbsthilfe sowie betroffene Menschen mit Behinderungen mit ihren AssistentInnen, der Geschäftsführer von Ulm/Neu-Ulm Touristik und der Citymanager, berichtet Angela Rubens. Auch der Arbeitskreis "ulm für alle', der sich seit Jahren um die Barrierefreiheit in Ulm für die BürgerInnen und die vielen Touristen einsetzt, machte seine Freude bei der Einweihung deutlich, da damit eine seiner Forderungen nun umgesetzt worden ist.

"Gerade der jetzige zentrale Standort der "Toilette für alle" ist für alle betroffenen Menschen sehr wichtig, da von hier aus nur kurze Wege in die Ulmer Innenstadt zum Shopping oder in die historischen Gassen mit gemütlichen Lokalitäten führen und das Ulmer Münster ist mittendrin. Dazu kommen das Jahr über zahlreiche große Feste und Veranstaltungen sowie u.a. das Donaufest, der Aktionstag Menschen mit Behinderung, der Posaunentag, die Schwörwoche, der Weihnachtsmarkt usw.", berichtet Angela Rubens.

Der inklusive Arbeitskreis "ulm für alle" verfolgt seit Jahren seine Aufgaben tatkräftig, auch mit Aktionen, um die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, beim ÖPNV, bei Dienstleistungen, beim Handel, in der Gastronomie, der Freizeit und Kultur zu verbessern. Angela Rubens von der BSK Kontaktstelle Selbsthilfe Körperbehinderter Ulm/Alb-Donau-Kreis ist seit Beginn in dieser Arbeitsgemeinschaft Barrierefreier Tourismus Ulm und sagt: "'Ulm für alle' hat das Ziel allen Ulmer Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gästen von nah und fern eine schöne barrierefreie Stadt Ulm als Lebensraum und Reiseziel zu bieten. Wir sind gerade dabei Lösungen zu suchen, damit auch das Ulmer Münster barrierefreier zugänglich ist."