Sendung zum Teilhabegesetz im Deutschlandfunk

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: DLF

Köln (kobinet) In der heute um 10:10 Uhr beginnenden Sendung Marktplatz des Deutschlandfunks geht es in der rund 80minütigen Sendung um das Thema Bundesteilhabegesetz und mehr Jobs für behinderte Menschen statt Sozialhilfe. Gäste im Studio sind Eva-Maria Thoms vom mittendrin e.V., Carl-Wilhelm Rössler vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben Köln und Matthias Münning von der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe.

Fragen von HörerInnen sind willkommen, heißt es in der Ankündigung der Sendung

 

Lesermeinungen zu “Sendung zum Teilhabegesetz im Deutschlandfunk” (2)

Von Gerhard Bartz

Die Sendung zum sogenannten Bundesteilhabegesetz ist nunmehr online:
http://tinyurl.com/hvcyq3t

Von Gisela Maubach

Wenn Herr Münning von den Kostensteigerungen der Eingliederungshilfe redet, möge er doch bitte mal diejenigen Kosten beziffern, die ein einziger Werkstatt-"Platz" in seiner Gesamtheit verursacht - angefangen von Jahrespauschalen, Substanzerhaltungspauschalen, Personalmehrbedarf nach Fallgruppen, Fahrtkosten incl. Begleitpersonal, Werkstattlohn, Arbeitsförderungsgeld, Rentenversicherungsbeiträgen . . . bis hin zu denjenigen Kosten, die durch eine schier unüberschauliche Anzahl von Sachbearbeiterkosten anfallen.

Welchen Sinn ergibt ein Bruttolohn von 101,- Euro, von dem das Grundsicherungsamt dann einen Freibetrag ausrechnen muss und auch jede Änderung dem Grundsicherungsamt mitgeteilt werden muss, während bei eben diesem Bruttolohn von 101,- Euro gleichzeitig für die Zahlung der Rentenversicherungsbeiträge ein "Pseudobrutto" von 2.223,- Euro zugrunde gelegt wird?
Wenn der "Pseudobrutto"-Betrag 22 (!) mal so hoch ist wie der tatsächliche Bruttolohn, dann stellt sich doch automatisch die Frage nach dem Sinn dieses extremen Unterschieds.
Vielleicht beantwortet sich die Frage ja dadurch, dass die vergleichsweise hohe Rente für einen Mensch mit Hilfebedarf später direkt an den Sozialhilfeträger fließt und nur die wenigsten später ohne Hilfe nur mit dieser Rente leben können.

Derartige Verschiebebahnhöfe erfordern viel Bürokratie, ohne dass für den Mensch mit Behinderung, um des es eigentlich geht, eine Besserung seiner Lebensqualität erreicht wird.

Und wer die Eingliederungshilfe so verwenden will, dass sie tatsächlich für ein selbstbestimmtes inklusives Leben eingesetzt wird, muss sich erstmal auf dem Rechtsweg durchkämpfen, weil der Kostenträger möchte, dass der Werkstatt"platz" vorrangig in Anspruch genommen wird.

Diese Vorrangigkeit ist in § 102 Abs. 2 BTHG nun auch tatsächlich enthalten, was zumindest für denjenigen Personenkreis, der in der Realität arbeitsunfähig ist, völlig absurd ist und Begriffe wie Inklusion und Selbstbestimmungsrecht komplett ignoriert.

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