Forderung nach hauptamtlicher Behindertenbeauftragten

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Britta Schade
Britta Schade
Bild: ZsL Stuttgart

Stuttgart (kobinet) Das Zentrum Selbstbestimmt Leben Stuttgart hat die Forderung nach einer hauptamtlichen Landesbehindertenbeauftragten bekräftigt. Nachdem es im Südwesten bereits eine hauptamtliche Tierschutzbeauftragte gibt und nun auch ein hauptamtlicher Demografiebeauftragter berufen wurde, sei es nur konsequent die Stelle der Landesbehindertenbeauftragten endlich auch hauptamtlich auszugestalten, fordert Britta Schade vom Stuttgarter Zentrum für selbstbestimmtes Leben.

„Nicht, dass wir falsch verstanden werden. Wir begrüßen es, wenn die Landesregierung durch die Ernennung von hauptamtlichen Beauftragten klare Schwerpunkte bei einzelnen Themen setzt. Für uns ist es aber gerade im Lichte der UN-Behindertenrechtskonvention und deren eindeutige Ausrichtung auf die Selbstvertretung behinderter Menschen völlig unverständlich, warum die Position der Landesbehindertenbeauftragten in Baden-Württemberg nach wie vor ehrenamtlich mit einer Aufwandsentschädigung honoriert wird", erklärte Britta Schade. Für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gäbe es in Baden-Württemberg noch so viel zu tun, dass man weit davon entfernt sei, die Tätigkeit der Landesbehindertenbeauftragten mit einer Aufwandsentschädigung abzuspeisen. Die Frage müsse hier erlaubt sein, ob das Behindertenbild der Landesregierung bei dieser geringen Wertschätzung im 20. Jahrhundert stecken geblieben ist, so Britta Schade.

Lesermeinungen zu “Forderung nach hauptamtlicher Behindertenbeauftragten” (3)

Von FMueller

Wenn man sich die Gewichtungen der einzelnen Beauftragten der schwarz-grünen Landesregierung vor Augen hält, stellt sich leider erneut die Frage, welchen Stellenwert eine moderne und zeitgemäße Behindertenpolitik im Ländle hat.wenn selbst der Tierschutzbeauftragte und der Demographiebeauftragte hauptamtlich arbeiten, dann sollte dies auch für die Behindertenbeauftragte gelten, deren vielfältige Aufgaben mindestens genauso viel Manpower und Arbeitsintensität erfordern.

Von Wombat

Ich unterstütze diese Forderung auch vollumfänglich.

Es wird Zeit, daß wir endlich ernst genommen werden. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hakt an allen Ecken und Enden. Auch das Persönliche Budget (Rechtsanspruch) ist davon abhängig, an was für Sachbearbeiter man gerade gerät. Viele Behinderte erfahren erst gar nichts von der Möglichkeit, weil die Sachbearbeiter sie nicht informieren und sie somit jahrelang um ihren Rechtsanspruch bringen. Viele Behördenmitarbeiter kennen sich selbst nicht damit aus und deshalb lassen sie es einfach unerwähnt, damit sie es nicht bearbeiten müssen.
Das darf nicht sein und kann auf keinen Fall so bleiben.

Ich habe mit einem "ehrenamtlichen" Behindertenbeauftragten gar keine guten Erfahrungen gemacht und deshalb bin ich sehr dafür, daß wir jemanden bekommen, der sich wirklich für uns engagiert.

Von Klaus Mülle

Hallo Ihr Lieben,
ich unterstütze die Forderung vollumfänglich. Dass es bisher selbstverständlich war, den Landesbehindertenbeauftragten ehrenamtlich zu stellen und zu entlohnen zeigt, aus meiner Sicht, wie (un-)wichtig das Thema genommen wird. Wir Menschen mit Behinderung leben in einer Parallelwelt und das scheint ( teilweise) gewollt zu sein. Nach ausführlicher Beschäftigung mit dem Thema komme ich zu dem Schluss, dass es nur dort anders ist, wo ein Familienmitglied oder guter Bekannter eines "Entscheiders" erkannt hat, das Barierefreiheit
wichtig und kein "Luxus" ist. Die meisten "Entscheider" kennen einfach niemand wirklich, der eine Behinderung hat, deshalb passiert so wenig trotz theoretischer Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention 2009 durch D. bei der Umsetz- ung, die meist immer noch in den Kinderschuhen stecken. Bestenfalls sind die "Entscheider" willig, fühlen aber nicht die Dringlichkeit einzelner Maßnahmen.
Mit freundlichen Grüßen

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.