Wilde Maus - immer geradeaus auf der Achterbahn

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Berlinale-Bär
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Bild: kobinet/ag

Berlin (kobinet) "Wilde Maus", der österreichische Wettbewerbsbeitrag von und mit Josef Hader, ist hinreißendes Kino. Ein Film über die vielen Abstiegsängste in Zeiten der Hippness. Liebevoll und bitterböse. Das schreibt heute kobinet Korrespondentin Anke Glasmacher in ihrer Rezension von der Berlinale.

Von Anke Glasmacher

Georgs klassische Musikkritiken erfreuen sich großer Beliebtheit und sind zugleich bei den Künstlern gefürchtet (großartig: Josef Hader, auch Drehbuch und Regie). In seiner Zeitungsredaktion gilt er als erfahrener Kollege, eine Instanz auf seinem Gebiet. Nicht ahnend, dass die jüngere Kollegin, für die er sich gerade noch bei seinem Chef (Jörg Hartmann) verwenden will, ihn um seinen Job beerben wird.

Seine plötzliche Arbeitslosigkeit verschweigt er zu Hause. Seine jüngere Frau (Pia Hierzegger), Therapeutin von Beruf, ist auch mehr mit sich und ihrem nächsten Eisprung beschäftigt. Sie will unbedingt noch schwanger werden. Also ist Georg möglichst nicht zu Hause.
Beim Herumstreifen durch die Tage und die Stadt trifft er auf Erich (Georg Friedrich), einen Bekannten aus Schulzeiten. Georg leiht ihm spontan Geld für den Wiederaufbau der "Wilden Maus", einem legendären Fahrgeschäft auf dem Wiener Prater. Im Gegenzug hilft Erich ab sofort beim Rachefeldzug gegen Georgs Ex-Chef.

Die "Wilde Maus" erzählt über Abstiegsängste und Midlife Crises, kurzweilig, verdreht, bitterböse, mit treffsicheren Dialogen, liebenswerten Figuren und guten Schauspielern. Hinreißendes Kino.

Der Film feiert auf der Berlinale seine Weltpremiere und läuft für Österreich im Wettbewerb. Er ist mit Audiodeskription über die App GRETA verfügbar.

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