Für echte Integration auf Arbeitsmarkt

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Emoji Rollinutzer am Desktop
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Bild: Aktion Mensch e.V.

Kassel (kobinet) Menschen mit starker Einschränkung in Bewegung und Sprache werden nach Ansicht von Lea Voitel immer noch erheblich bei der Einstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt benachteiligt. Statt immer wieder neuer Projekte, baut sie darauf, dass ArbeitgeberInnen endlich verstärkt behinderte Menschen einstellen. Auf Facebook hat Lea Voitel ihre Erfahrungen geschildert.

"Ich selbst trage seit meiner Geburt eine Infantile Cerebralparese mit mir durchs Leben. Nicht dass mich das stören würde, ganz im Ernst, ich bin nichts anderes gewöhnt, also kann ich auch nichts vermissen. Aber natürlich komme ich trotzdem, wie ihr euch sicher denken könnt, immer wieder an einem Punkt, an dem es auch mit einer durchaus optimistischen Lebenseinstellung schwierig wird. Für mich heißt dieser Punkt 'Arbeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt'. In diesem Text möchte ich Betroffenen meine Geschichte erzählen und allen anderen, die denken, solche Themen würden sie nichts angehen, einmal die Augen öffnen. Vielleicht wird das hier auch einmal von jemandem in einem Unternehmen gelesen, der dann hoffentlich versteht, dass Menschen trotz starker Beeinträchtigung im motorischen und kommunikativen Bereich nicht auf den Kopf gefallen sind, meist große Motivation mitbringen und wenn man es ihnen ermöglicht (angepasster Arbeitsplatz etc.), sie auch die gleichen Leistungen erbringen können, wie jeder andere auch. Ja, es stimmt, dass sich in vielen Bereichen, im Vergleich zu vor 70 Jahren, schon unglaublich viel getan hat, sei es die Barrierefreiheit in den Städten oder die medizinische Versorgung. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, werden Menschen mit starker Einschränkung in Bewegung und Sprache auf dem 'ersten Arbeitsmarkt' immer noch nicht gern gesehen! Wie mir das immer wieder bewusst gemacht wird, erzähle ich euch jetzt", so beginnt der Beitrag von Lea Voitel auf Facebook.

Link zum gesamten Beitrag von Lea Voitel mit dem Titel: "Menschen mit motorischen und kommunikativen Einschränkungen und der erste Arbeitsmarkt"

Lesermeinungen zu “Für echte Integration auf Arbeitsmarkt” (1)

Von leijona

Lea Voitel schreibt,
Zitat:
„Vor ein paar Wochen hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei der Fürst Donnersmarck-Stiftung. Man sagte mir, man hätte nicht genug Aufgaben für mich, da ich ja nicht telefonieren könne….“…

„Ganz ehrlich: Ich kann nicht mehr! Auch wenn der Satz „Lass dich nicht unterkriegen!“ sicher lieb gemeint ist, kann ich ihn nicht mehr hören, denn die Situation zwingt mich im Moment wirklich in die Knie.“

Das kommt mir alles sehr bekannt vor, außer dass ich noch hochgradig sehbehindert bin, die man aber niemand in meinem Rollstuhl sieht, also ich auch noch niemals eine „Einzelfallhelferin“ für mich hatte. An einem Praktikum bin ich immer gescheitert.

Außerdem was soll das mit der „Fürst Donnersmarck-Stiftung“? Wenn die doch angeblich so „behindertenfreundlich“ sind, wie es heute von Katrin Seelisch in „Austausch zur Arbeit auf erstem Arbeitsmarkt“ heißt?

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