Elbphilharmonie mit Mängeln bei Barrierefreiheit

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Elbphilharmonie
Elbphilharmonie
Bild: Sophie Wolter

Hamburg (kobinet) Vertreter des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg (BSVH) nahmen vor kurzem an einer Begehung der fertiggestellte Elbphilharmonie teil. Der Termin fand auf Einladung der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner, statt. Ziel war es, verschiedene Orte im und am Gebäude hinsichtlich der Umsetzung barrierefreier Maßnahmen zu überprüfen. Dabei offenbarten sich aus Sicht von Angelika Antefuhr (1. Vorsitzende des BSVH) und Karsten Warnke (Vorstandsmitglied des BSVH), zahlreiche – teilweise gravierende - Mängel. Sie werden diese nun an den Kultursenator Dr. Carsten Brosda herantragen.

"Die Treppen im Foyer sowie im großen Saal verschwimmen zu einer einzigen Fläche, so dass selbst sehende Besucher Schwierigkeiten haben, die einzelnen Stufen zu erkennen. Über dieses Problem berichteten in der vergangenen Woche mehrere Medien, wie der NDR. Auch Intendant Christoph Lieben-Seutter räumte die Problematik bereits ein und sicherte zeitnahe Verbesserungen zu. Jedoch sprachen sowohl Medienvertreter, als auch Intendant davon, dass die oberste und unterste Stufe der Treppen bereits mit Stufenmarkierungen versehen seien. Dies ist so nicht korrekt, wie Karsten Warnke, Experte für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und Vorstandsmitglied im BSVH erläutert: 'Gut sichtbare Markierungen, wie sie in der entsprechenden DIN-Verordnung angegeben sind (DIN 18040-1), müssen an den Vorderkanten der Stufe beginnen (kantenumschließend) und 4-5 cm breit sein', so Warnke. 'Die in der Elbphilharmonie angebrachten Streifen sind ca. ½ cm breite und mit einem ca. 1-2 cm Abstand zur Kante verlaufende Linien. Die sind selbst für sehende Personen kaum sichtbar und stellen eine erhebliche Unfallgefahr dar', so Warnke. Täglich kommt es auf Treppen zu unzähligen Stürzen und laut statistischem Bundesamt enden jedes Jahr mehr als 1.000 davon tödlich", heißt es in einem Bericht des BSVH auf dessen Internetseite.

Link zum vollständigen Bericht über die Begehung

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