Blindenverband zum Heilmittelgesetz

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

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Bild: DBSV

Berlin (kobinet) Bei mehr als 6 Dioptrien wird die Brille zukünftig von der Kasse gezahlt. Das begrüßte der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) zum Gesetz zur Stärkung der Heil-und Hilfsmittelversorgung, das heute der Bundestag verabschiedet hat. Damit sei einer Forderung des Verbandes entsprochen und eine gravierende Lücke bei der Sehhilfenversorgung gesetzlich Krankenversicherter geschlossen worden. Bei Kurz- und Weitsichtigkeit werden zukünftig Sehhilfen mit mehr als 6 Dioptrien von der Kasse gezahlt, bei Hornhautverkrümmung reichen mehr als 4 Dioptrien.

Hintergrund: Seit dem Jahr 2003 gilt in Deutschland eine Regelung, nach der Versicherte ab dem 18. Lebensjahr nur dann Anspruch auf Sehhilfen haben, wenn die Sehschärfe mit Brille oder Kontaktlinsen maximal 30 % beträgt. Für diejenigen, die ohne Sehhilfe nahezu blind sind, mit bestmöglicher Korrektur aber eine Sehschärfe von mehr als 30 % erreichen, heißt das mit anderen Worten: Die Kasse zahlt nicht. „Es kann nicht sein, dass Menschen mit schweren Sehfehlern ohne geeignete Sehhilfe bleiben. Die Korrektur der derzeitigen Regelung war überfällig", sagt DBSV-Präsidentin Renate Reymann.

Gegen den bisherigen Missstand hatte der DBSV in Gesprächen mit der Politik, in Eingaben und mit einer Stellungnahme protestiert und im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens Änderungen angemahnt – mit Erfolg.

Lesermeinungen zu “Blindenverband zum Heilmittelgesetz” (3)

Von kirsti

@ Ernst
Ja: Muss mich korrigieren; natürlich haben Sie Recht, wenn ein Brillenglas erst ab 6 Dioptrien, bei Hornhautkrümmung ab 4 Dioptrien von den Krankenkassen finanziert wird, dann ist das skandalös! Unabhängig von allen anderen unzulänglichen Tatbeständen zur Hilfs- und Heilmittelversorgung, die in einem andern Beitrag erwähnt werden. – Wie soll man z.B. mit einem Rollstuhl in eine im 4. Stockwerk gelegene neurologische Praxis ohne Aufzug gelangen? Und andere Unmöglichkeiten mehr- wenn man als Behinderter Einblick nehmen könnte, wie lieblos in aller Regel z.B. die medizinische „Lehre“ über Behinderte erfolgt, würde wohl manch einer lieber keinen Arzt aufsuchen. Aber auch gilt natürlich: Ausnahmen bestätigen die Regel!
Und diese Ausnahmen muss man erst mal finden.

Von kirsti

@ Ernst
Kobinet hat dies Mal Recht. Aber auch der online Dienst sagt nichts anderes; darin hat sich nur ein Fehler eingeschlichen, wenn behauptet wird, jeder mit einer Dioptrien- Zahl +- 6 sei „hochgradig sehbehindert“. Nach der deutschen und österreichischen Definition ist „hochgradig sehbehindert“ alleine der, der MIT „bester Korrektur“ (= Brille, Kontaktlinse) nicht mehr als 0,05 = 5% auf dem besseren Auge sieht. Die WHO- Bestimmungen sprechen bei 0,05 = 5% allerdings schon Blindheit. Blindheit in Deutschland liegt erst vor, wenn man auf dem besseren Auge „mit bester Korrektur“ 0,02 oder 2% „sehen“ bzw. „nicht- sehen“ kann.

Von Ernst

http://www.rp-online.de/panorama/brillenglaeser-auf-rezept-nicht-gratis-aid-1.6616169

In dieser Meldung spricht man von einem Teilerfolg und einem fortsetzen der Verhandlungen. Im Kobinetbeitrag liest es sich als wäre schon alles zur Zufriedenheit geregelt.

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