Lebenshilfe wehrt sich gegen Team Wallraff

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: kobinet/ht

Speyer (kobinet) Die in der RTL-Sendung Team Wallraff dargestellten Missstände und Misshandlungen behinderter Menschen in Lebenshilfe-Einrichtungen hat auch in der allgemeinen Medienberichterstattung Wellen geschlagen. Die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt, in deren Wohnheim mit versteckter Kamera gefilmt wurde, lässt sich nach Informationen der RHEINPFALZ anwaltlich vertreten und MitarbeiterInnen hätten rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung eingeleitet.

"Auf RHEINPFALZ-Anfrage berichtete der Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael Thorn: 'Wir haben sofort nach dem Erhalt des Schreibens die Beratungs- und Prüfbehörde eingeschaltet. Mittlerweile lassen wir uns von der Kanzlei Schertz Bergmann vertreten, wie die übrigen Einrichtungen auch. Die Mitarbeiter haben zudem Anzeige erstattet.' Schertz Bergmann ist vor allem jüngst dadurch bekannt geworden, dass die Kanzlei Jan Böhmermann im Rechtsstreit gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan vertritt", heißt es in einem Bericht der RHEINPFALZ vom 21. Februar kurz nach Ausstrahlung der Recherchen des Team Wallraff am Montagabend in RTL.

Link zum Artikel der RHEINPFALZ über die Reaktionen in Speyer über die Berichterstattung

Dort gibt es am Ende des Artikels auch die Möglichkeit der Abstimmung, ob es für das Verhalten der Pfleger keine Entschuldigung oder sicher eine gute Erklärung gibt. Bei 842 Stimmen sind derzeit 92 Prozent der Meinung, dass es dafür keine Entschuldigung gibt.

Link zum Bericht des Team Wallraff

Auch die Recherchen des Team Wallraff in einer Lebenshilfe-Werkstatt in Leverkusen haben eine Reihe von Aktivitäten und Reaktionen ausgelöst, wie der stern berichtet.

Link zum Bericht des stern

Lesermeinungen zu “Lebenshilfe wehrt sich gegen Team Wallraff” (40)

Von Tomtom

Nachtrag: Und wenn ich lese , das sich die Lebenshilfe " wehrt" , wird mir speiübel . Dieses sogenannte " Wehren" zeigt deutlich , auf welcher moralischen Stufe diese Leute und die sie unterstützen stehen. Die halten doch auch
Alle , die nicht mit ausgefahrenen,geschliffenen Ellenbogen raffen und scheffeln können , für "lebensunwertes Leben" oder wie es ein bundesdeutscher Nachwuchspolitiker formulierte " Gesellschaftsmüll" . Es müßten viel mehr Behinderte mit Aufzeichnungsgeräten losziehen ! Aber vorallem müßte es viel mehr echte Helfer geben , die Helfen nicht mit Herrschen gleichsetzen , die solchen selbstgerechten , scheinheiligen "Übergutmenschen" , wie in den paritätischen Hilfseinrichtungen , nicht nur auf die Finger schauen , sondern gegebenfalls auch mit rechtlichen Mittwln auf die Selbigen hauen !

Von Tomtom

Was dieses "Team Wallraff" getan hat , wäre die eigentliche Aufgabe der Behörden ! Jeder der ein " Persönliches Budget" bekommt , muß detailiert die in anspruch genommene Hilfe protokollieren , während sich bei den etablierten Einrichtungen auf pauschalisierte Standardfloskeln beschränkt wird , und sich die "FallmanagerInnen" mit Schönreden zufrieden geben . Würden die AmtsschimmelInnen regelmäßig und auch inkognito in den von ihnen bezahlten Anstalten auftauchen und bei offensichtlichen Verstößen Sanktionen verhängen täten , gäbe es keine oder weniger Mißstände .! Aber es herrscht ein Konsenz zwischen den Ämtern und den Einrichtungen und darum kann dort jeder machen , was er will. Wenn ich bei all meinen "Erlebnissen" in 20 Jahren Invalidität eine versteckte Kamera dabei gehabt hätte und auch während meiner Ausbildung in der Krankenpflege , würde daß , was Team Wallraff da filmte , wie " Kindergeburtstag" aussehen ! In dieser "Republik" wird Humanität u. soziales Engagement gespielt und hinter diesem Spiel eiskalt ein "stilles Euthanasieprogramm durchgezogen. Wer' s nicht glaubt , lese das Buch von H. Maisch " Patiententötung-dem Sterben nachgeholfen".

Von Esther Junghanns

Das Team Wallraff hat hervorragende Arbeit geleistet. So werden Missstände in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen aufgedeckt. Es ist nicht tragbar, dass Menschen mit Behinderungen bestraft werden, wenn sie beispielsweise etwas verschütten, unsauber essen oder einnässen. Die Mitarbeiter sind dazu da, den Bewohnern behilflich zu sein beiden Dingen die sie nicht alleine können. Es ist nicht zu glauben, dass Menschen mit Behinderungen Aktivitäten gestrichen werden, wenn etwas nicht so läuft wie Betreuer, das sogenannte Fachpersonal, sich das vorstellen (hier beziehe ich mich ausschließlich auf die Dinge, die im Fernsehbericht gezeigt wurden, als der Bewohner in den Snoozle Raum der Lebenshilfe Speyer wollte.) Es mag sein, dass Mitarbeiter aufgrund ihrer eigenen Lebenssituation ihren Frust mit in die Arbeit bringen und diesen an Bewohnern auslassen. Das darf nicht sein! Private Probleme müssen zuhause bleiben. Wenn Mitarbeiter keinen Bock mehr haben, behinderten oder alten Menschen behilflich zu sein, müssen sie die Arbeitsstelle wechseln. Der Frust eines Mitarbeiters darf unter keinen Umständen und niemals auf den Bewohnern oder Mitarbeitern abgelassen werden. Mein Tipp: Wenn Sie spüren, dass Sie Ihrem Job nicht mehr gerecht werden, suchen Sie sich eine neue Stelle.

Von Annika

Ich wollte noch ergänzen, dass wir trotz dieser Vorfälle den Platz dort noch vier Wochen bezahlen mussten (Kündigungsfrist), während ich beim Budget alles genau nachweisen muss und nur tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt wird! Da hat sich keiner geschämt, noch weiter Geld der Eingliederungshilfe zu nehmen, obwohl mein Sohn garnicht mehr dort war.

Von Annika

Hallo Frau Maubach, ich habe vor Jahren auch einen Gruppenwechsel im Kindergarten angestrebt nachdem mein Sohn dort demütigend betreut wurde. (Als ich mich z.B. beschwerte, dass er immer wegen Speichelfluss durchnässt war und keine Tücher oder Pullis gewechselt wurden, band man ihm eine Plastikschürze um!) Es ist mir auch nicht gelungen. Als ich schließlich von anderen Beobachtern erfuhr, dass er mittags schon vor Ende der Betreuungszeit in den Bus gesetzt wurde, meldete ich ihn ab, da ich auch kein besseres Angebot bekam.
Die betreffende Mitarbeiterin wurde meines Wissens dann in die Tagesförderstätte versetzt, wo sie wahrscheinlich heute noch arbeitet.
Mit wird ganz schlecht, wenn ich an die Zeit denke!

Von Gisela Maubach

Richtig - auch Angehörige müssen einbezogen werden, wenn der behinderte Mensch dies wünscht oder wenn er allein nicht in der Lage ist, sich mitzuteilen.
Eltern kennen in aller Regel die Bedürfnisse und Vorlieben ihrer Kinder, so dass sie als Vertreter nicht einfach ignoriert werden dürfen - insbesondere nicht, wenn sie zum gesetzlichen Betreuer bestellt wurden.

Nachdem mein Sohn trotz eines hohen Bewegungsdrangs ohne meine Zustimmung einer Gruppe für Ältere mit erhöhtem Ruhebedarf zugeordnet wurde, habe ich wiederholt versucht, dies rückgängig zu machen.
Am 2. Mai 2016 schrieb ich folgende E-Mail an den Leiter des Sozialdienstes der Rurtalwerkstätten:

"Sehr geehrter Herr . . . .,

Sie haben in Ihrem Schreiben vom 13.04.2016 an die Eltern und Betreuer erklärt, dass die Gruppe für „Mitarbeiter mit erhöhtem Ruhebedarf“ eingerichtet wird und dass die „Gegebenheiten der Gruppe 4 hierfür die besten Möglichkeiten bieten“. Vor allem für ältere Mitarbeiter würde damit ein „Umfeld“ geboten, das ihren „besonderen Bedürfnissen entspricht“.

Und dieses „Umfeld“ entspricht eben nicht S . . . 's Bedarf!

Daher stimme ich nicht zu, dass S . . . innerhalb der Gruppe für Mitarbeiter mit erhöhtem Ruhebedarf betreut wird – sondern in einem „Umfeld“, das seinem Bedarf entspricht.

Mit freundlichen Grüßen
Gisela Maubach"


Zu erwähnen ist, dass ich bei dieser E-Mail den Geschäftsführer der NRW-Lebenshilfe und auch die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Lebenshilfe in Cc genommen hatte, da ich gehofft hatte, von dort Unterstützung zu bekommen, nachdem mein erster Versuch erfolglos blieb.

Eigentlich hätte ich mir aber auch diese E-Mail sparen können, denn mein Sohn blieb trotz seines hohen Bewegungsbedarfs in dieser Ruhegruppe, so dass ich ihn im Juli aus der Werkstatt rausgenommen habe . . . um seinen eigenen Bedarf in Form des PB decken zu können.

Von Dr. Theben

@Rosa

meine Kritik an einigen der Beiträge halte ich fest. Ansonsten stimme ich Ihrer inhaltlichen Ausrichtung zum Thema hier voll zu. Es geht nicht darum, daß die Betreuer in den Einrichtungen empathisch sind. Es geht um die Legitimation solcher Einrichtungen selbst. Und da sind noch dicke Bretter zu bohren, um diese auf Dauer zu überwinden. Dies muss, finde ich, daß Ziel sein. Es geht um dezentrale, durchlässige und teilhabegewährleistende Lebensorte unabhängig von Art und Ausmaß der Behinderung und darum, daß die Nutzer und deren Angehörige, wo das erforderlich ist, in die Personalauswahl- und Qualifizierung mit einbezogen werden.

Grüße

DR. Theben

Von Rosa

Ich denke, dass nicht Signe unser Thema ist.

Vor allem sollten wir uns hüten uns in diesem Forum gegenseitig anzugreifen, oder gar Ferndiagnosen zu stellen. Das steht hier niemandem zu.

Wir sollten uns mit denen befassen, die uns das Leben schwer machen und das sind für mich Politiker, Kosten- und Einrichtungsträger. Und bei letzteren insbesondere andere Eltern/Politiker in den Vorständen in unserem sog. "Elternverein Lebenshilfe". Dort und in den Geschäftsleitungen sitzen die Verantwortlichen. Allein die direkten Mitarbeiter auszuwechseln, wie die FDP das richtig fordert, greift m.M. nach zu kurz.

Von Dr. Theben

@ Ernst

na ja: Wenn man @ Signe glaubt gibt es ja wohl einige davon....

Schönes WE

Dr. Theben

Von Ernst


@ von Dr. Theben

"Im übrigen gehöre ich ja auch zu den Edel-Behinderten, die sich nicht genügend kümmern...."

Sehr geehrter Herr Dr. Theben,

habe ich etwas verpasst, oder gibt es die tatsächlich in größerer Zahl?


Von Dr. Theben

@ Frau Maubach

wie immer stimme ich Ihnen voll zu.

@ Ernst

ich denke @ Signe ist selbstbestimmt genug selbst zu entscheiden, ob sie Beratungsbedarf hat und bei wem sie den dann geltend macht. Ich bleibe meiner meiner Kritik, zumal sie in anderen Beiträgen bewiesen hat, daß sie sehr wohl auch richtige Zusammenhänge recherchiert und dargestellt hat. Hier aber wurde oft über das Ziel hinausgeschossen. Im übrigen gehöre ich ja auch zu den Edel-Behinderten, die sich nicht genügend kümmern....

Grüße

Dr. Theben

Von Interessierte

Ich gehöre auch zu den Menschen, die sich mit diesem Dschungel von Paragraphen nur schwer klar kommen. Aber dass ein Kompromiss nicht die vollständige Umsetzung der UN-Konvention bedeutet , das ist doch sehr leicht zu verstehen.
Das neue Bundesteilhabegesetz ist ein Kompromiss, sagt Thorsten Garske, Quartiermanager des Sozialwerks St. Georg, jetzt bei einem Gespräch mit der Westfalenpost. „Es ist besser, aber nicht gut.“https://www.wp.de/staedte/siegerland/sozialwerk-st-georg-informiert-ueber-bundesteilhabegesetz-id209701353.html





Ich teile die Meinung von Frau Maulbach und möchte auch nicht gegen meine Überzeugung in ein Heim, wenn ich mich nicht dort nicht wohl fühle und nichts mehr zu melden habe. Ich weiss es ist schwierig allen gerecht zu werden. Aber auch Heime können so umgestaltet werden, dass nicht Friedhofsstimmung herrscht und so gut wie alle Menschen, die in einem solchen leben müssen, fremdbestimmt werden. Und wer kann schon von sich sagen, dass ihm irgendwann nichts mehr bleibt, als auf alles zu verzichten und sich ein kleines Zweibettzimmer zu teilen . "satt undsauber", wenn das nicht auch noch schief geht, macht mir Angst. Und die Betroffenen haben auch oft Angst.

Von Ernst

Sehr geehrter Herr Dr. Theben,

vielleicht wird hier nicht immer der gewünschte Ton getroffen, aber man sollte aus den Texten derer die Sie kritisieren, eine gewisse Verbitterung nicht übersehen. Aus meiner Sicht wäre es eine solidarische Sache, wenn Sie als Jurist vielleicht mit Signe mal Kontakt aufnehmen um die Hintergründe der für Sie verwirrenden Interpretationen zu ergründen:

Da hörte ich mal etwas von einer Beratung und wenn es an der Beratungsgebühr scheitern sollte, bin ich gern bereit den Betrag eines Beratungsscheines zu übernehmen.

Wenn wir soweit sind, dass wir uns mit unserem Leiden als Troll bezeichnen, dann sollten wir uns aber auch nicht aufregen wenn man uns nicht für wichtig genug nimmt.

Von Gisela Maubach

Lieber Dr. Theben,

auch ich bevorzuge Sachlichkeit.
Und gerade deshalb ist es notwendig, das Thema nicht allein denjenigen zu überlassen, die ein Interesse an der Beibehaltung dieses Systems haben, wodurch derartige Missstände überhaupt erst möglich gemacht werden.

Hier handelt es sich jeweils um einrichtungszentrierte Leistungen, die nichts - aber auch gar nichts - mit Inklusion oder Selbstbestimmungsrecht zu tun haben, obwohl deren Träger sich genau das auf ihre Fahnen schreiben.

Derartiges Zwangspoolen hat im BTHG nichts zu suchen!

Solange die Unterbringung in einer Einrichtung "vorrangig" ist, befinden sich die darin untergebrachten Menschen in Abhängigkeit derer, die sie dort betreuen . . . und auch derer, die dafür die Rahmenbedingungen wie Personalschlüssel etc festlegen.
Und diese Abhängigkeit macht Angst - und zwar Angst, dass im Fall von Kritik-Äußerungen mit negativen Konsequenzen zu rechnen ist.

Hier nochmal das Zitat aus einer E-Mail der damaligen Vorsitzenden des Eltern- und Betreuerbeirats der Rurtalwerkstätten aus Sommer 2014:

" . . . die Bitte, nicht offen anzusprechen wer uns über die Mängel informiert, gibt es aber bei fast allen Anfragen."

Warum wohl haben Eltern Angst, dass ihr Name genannt wird, wenn sie Kritik äußern?

Die Vorrangigkeit von Einrichtungen muss zwingend abgeschafft werden, um derartige Abhängigkeitsverhältnisse zu vermeiden.

Von Dr. Theben

Also ich finde die faktenarmen und verschwörerischen Beiträge von @Signe dem Thema hier nicht angemessen. Dieses Forum hier verträgt keine Trolle die nur meckern, merkwürdige Assoziazionen verbreiten (Was haben Katharina Witt und die Fa. Otto Bock mit den schlimmen Vorfällen um die es hier geht zu tun). Wir sollten die Interessen der hier betroffenen Opfer nicht durch solche unsachlichen und wenig konstruktiven Beiträge noch mal verbal mit Füssen treten.

Die LH NRW hat sich zu den Vorfällen geäußert. Ich gehe davon aus, weitere Verbände - auch ISL e.V. - haben dazu eine Meinung und entscheiden selbst, wann und wie sie diese kundtun.

DR. Martin Theben

Von Interessierte

@Signe

Die spd ist also in den Skandal und in die Misshandlungen der Schwerstbehinderten verwickelt.

In diesen Tagen frage ich mich, ob dieser Satz so deutlich geschrieben werden darf.

Aber es gut, dass er geschrieben wird.

Von Signe

@ Interessierte:
Der Inhalt des Leserbriefes zu der Veröffentlichung in der Rheinpflaz spricht ebenfalls Bände:
"...
seifenblase2014
24.02.2017, 10:42 Uhr 0

Schade, dass sich die FDP Leverkusen bei diesem Thema nicht zurückhält. Erst sollten die Vorkommnisse geklärt und die Schuldigen ermittelt werden, dann darf geurteilt werden. In der Pressemitteilung der FDP Leverkusen stand noch mehr zu dem Thema, dass zu dem angeblich "untadeligen Verhalten" dann noch nicht so passt: "Für Eva Lux als Landtagskandidatin der SPD kommt der Filmbeitrag von RTL zur Unzeit, da ja im Mai Landtagswahlen anstehen. Eva Lux kann jetzt ihr Krisenmanagement unter Beweis stellen.

Ihre Gesprächsverweigerung im Umgang mit RTL-Reportern lässt erste leise Zweifel aufkommen.". Schlimm, was die FDP Leverkusen da schreibt."

Die spd ist also in den Skandal und in die Misshandlungen der Schwerstbehinderten verwickelt.

Und nun meine drängende Frage: Wo bleibt der Aufschrei und der Protest vom Landesverband NRW der Behinderten in der spd in deren Arbeitskreis 'Selbst aktiv'?

Von Interessierte

"Beide setzen sich tagtäglich für das Wohl der Menschen mit Behinderung ein. Von daher ist es tragisch, dass die jetzt in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Vorkommnisse ausgerechnet in den Verantwortungsbereich dieser beiden Personen fallen."

Wie kann denn so etwas gesagt werden? Mir fehlen echt die Worte. Wer Verantwortung hat, sollte auch Verantwortung übernehmen. Mein Mitleid für dieses Führungspersonal, das ja nun scheinbar davon ausging"alles sei in Butter", hält sicht sehr in Grenzen.
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/leverkusen/konsequenzen-gefordert-nach-skandal-aid-1.6629981

Von Signe

Zu meinem letzten Leserbrief:
Ich streiche aus dem Satz das Wort _nicht_, da sich sonst meine Kritik ins Gegenteil verkehrt: "... die (sicherlich in den Ruhrtal-Werkstätten in Düren vollzogen wird, ..."

Von Signe

"... "Dass die Rurtalwerkstätten Industrieaufträge mit großer Stückzahl bearbeiten, bestreitet der Geschäftsführer nicht. Wolfgang Nettersheim sagt indes auch: "Mit dieser Arbeit lernen die Menschen Grundfertigkeiten wie Durchhaltevermögen. Außerdem gibt die Arbeit den Menschen eine Tagesstruktur, die sie vorher nicht hatten. Sie sind ja nicht ohne Grund bei uns." ..."
Es gibt doch sicherlich Sprachwissenschaftler/innen, die selber (schwer)behindert sind. Können die nicht mal das in dem Zitat Genannte (von der Sprache her) analysieren und diese Analyse hier bei kobinet präsentieren?
Meine Analyse ist die, dass der Leiter der Ruhrtal-Werkstätten in jedem seiner Worte die Behinderten demütigt und ihnen jegliche Eigenständigkeit abspricht. Er redet auch noch die Ausbeutung (Versklavung), die (sicherlich nicht) in den Ruhrtal-Werkstätten in Düren vollzogen wird, extrem schön. [...]

Von Signe

Popows Sportverein ist der TSV Leverkusen, also in NRW. Die Frage, die sich mir stellt, ist nun, weshalb der BEHINDERTENsportler Heinrich Popow kein Statement öfentlich abgibt und sich mit den Behinderten in den Ruhrtal-Werkstätten solidarisiert.
Weshalb es hier in den Leserbriefen überhaupt so stumm bleibt.
Wo sind die öffentlichen Statements der Botschafter/innen der Inklusion? Bisher habe ich von denen null öffentliches Statement vernommen? Bitte bei kobinet-nachrichten.org die öffentlichen Statements veröffentlichen.
Es ist die Stummheit, die Stille bei kobinet, die mich ebenfalls erschüttert.
Und die Gewichtung der Themen, die von Behinderten in Berlin vorgenommen wird: Öffentliche! Äußerung über die Abschaffung von Rollstuhltoiletten im öffentlichen Raum versus öffentlicher (wenigstens) Äußerung im öffentlichen Raum gegenüber der Öffentlichkeit (das wäre niedrigschwellig bei kobinet-nachrichten.org) über die von RTL jüngst öffentlich gemachten Menschenrechtsverletzungen (Gewalt, Erniedrigung und so weiter) in Heimen der Lebenshilfe und in den Ruhrtal-Werkstätten in Düren.

Von Gisela Maubach

In der Dürener Zeitung vom 23. Februar findet man unter der großen Überschrift "Ein TV-Beitrag, der Fragen offen lässt" folgendes Zitat:

Zitat-Anfang:

Dass die Rurtalwerkstätten Industrieaufträge mit großer Stückzahl bearbeiten, bestreitet der Geschäftsführer nicht. Wolfgang Nettersheim sagt indes auch: "Mit dieser Arbeit lernen die Menschen Grundfertigkeiten wie Durchhaltevermögen. Außerdem gibt die Arbeit den Menschen eine Tagesstruktur, die sie vorher nicht hatten. Sie sind ja nicht ohne Grund bei uns."

Zitat-Ende

Von Signe

Passt gut zu dem, was ich weiter oben in meinem Leserbrief schrieb, wie sich Behinderte nicht einen Deut für das Schicksal der Schwerstbehinderten im Wohnheim der LH Speyer-Schifferstadt interessieren, siehe http://www.tagesspiegel.de/medien/inklusion-paralympicssieger-tanzt-bei-lets-dance-mit/19435000.html

Hauptsache in die weite Ferne schweifen. Ach so, stimmt, Popow trägt 'ne Prothese und ... na, Otto Bock ist auch nicht weit, Witt und Scherz sicherlich auch nicht.

Von Signe

Herrn RA Scherz, den sich die LH als Rechtsanwalt genommen hat, das hat ein besonderes Geschmäckle:
Scherz ist mit der früheren Eiskunstläuferin (und ohne Beruf erlernt habenden) Katharina Witt liiert, siehe http://www.stern.de/lifestyle/leute/kati-witt-wird-50--eiskunstlaufstar-und-schoenstes-gesicht-des-sozialismus-6584834.html

K. Witt ihrerseits wusste nicht mit dem Geld wohin und gründete eine Stiftung, die sich behinderten Kindern und Jugendlichen finanziell widmet. Witt wiederum macht das Ganze zusammen mit Otto Bock, siehe http://www.katarina-witt-stiftung.de/katastrophenhilfe.html.

Ich kann mir vorstellen, dass es viele vorgeschobene Totschlagargumente für diverse 'Offizielle' unter den Behinderten (Sportler u.a.) gibt, die sich nicht gegen die Gewalt an Behinderten in Speyer-Schifferstadt und in den Rurtalwerkstätten Düren öffentlich positionieren. Eine Schande für diese jahrelang mit öffentlichen Geldern in vielerlei Hinsicht bespeisten Behinderten des Behindertensports.
Ein Skandal ebenfalls, dass (und derer gibt es nicht wenige) sich behinderte Rechtsanwält/innen und nichtbehinderte Rechtsanwält/innen (die sich ansonsten sehr gern mit in Sachen Behindertenmandatswahrenhmen gewonnenen Gerichtsprozessen öffentlich, auch auf kobinet-nachrichten.de, mit ihrem öffentlichen Wort verewigen) in dem vorliegenden Skandal zurückhalten und - nix sagen.
Sind diesen Herrschaften (w/m) die Behinderten in Speyer-Schifferstadt gleichgültig?

Von ockis

Ein Beitrag von:

Christiane Link
http://blog.zeit.de/stufenlos/ueber-die-autorin/

#TeamWallraff – Was sich ändern muss
http://www.behindertenparkplatz.de/author/christiane/

Von kirsti

Das Problem der Sonderstrukturen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem: Wenn jemand nicht „passt“, nicht so ist, wie es sich für die Allgemeinheit gehört, dann gibt es die Sonderlösungen. Es sind schöne Sonntagsreden von einer Kultur der „Vielfalt“ zu reden. Dieser Kultur bin ich hierzulande noch nicht begegnet. Entweder man passt sich an oder wird aussortiert. Da es eben aber auch Menschen gibt, die sich der allgemeinen Anschauung aus Gründen, die in ihrer Behinderung, ihrem Anderssein liegen, niemals anpassen können und werden, gibt es die einfache Lösung der Herauslösung aus dem System. Da bietet sich die „Lebenshilfe“ in allen Lebenslagen mit ihren Werkstätten und Wohnformen als Selbstverständlichkeit an. – Aber andersherum gedacht, warum muss man denn überhaupt „herauslösen“, kann man anstelle der Herauslösung oder Aussonderung nicht auch drinbleiben? Welche Möglichkeiten bieten sich da an? Welche Möglichkeiten werden Menschen, die nicht so sind, sondern eben anders, offengehalten, damit sie ein menschenwürdiges Leben „drinnen“, nicht „draußen“ führen können.- Ist am 23. Dezember mit der Unterschrift des damaligen Bundespräsidenten unter das Bundesteilhabegesetz, das seinen Namen nicht verdient, nicht endgültig oder bis zur Klärung vor dem Bundesverfassungsgericht, die für einige oder Viele vielleicht zu spät oder überhaupt nicht kommt, die Tür zu einem Leben „drinnen“ oder „mitten“ in der Gesellschaft nicht zugeschlagen worden? – „Antidiskriminierungs- und Vielfaltspolitik und Rahmenbedingungen für eine vielfältige Gesellschaft“, ebenso wie die stetige Beteuerung, dass „niemand vergessen oder zurück gelassen wird“ klingen wie Hohn in den Ohren derer, die es betrifft. Und die, die es betrifft, werden hoffentlich bald Viele sein, die die Mauern, Beschränktheit und Schranken in den Köpfen einreißen werden.- Möglichkeiten gibt es genug, nur leben muss man sie dürfen.

Von Annika

...fühle mich ein bisschen an Trump erinnert. Nichts einsehen und ordentlich dagegen halten. Scheint mir kein kluger Schachzug für das Ansehen der Lebenshilfe zu sein! So erreicht man kein Vertrauen beim "Kunden".

Von Dagmar B

Zitat :

Und wer behauptet, die gezeigten Körperverletzungen, Beleidigungen und Nötigungen der behinderten Betroffenen seien "notwendige pädagogische Erziehungsmaßnahmen" gehört ganz einfach weggesperrt und für die Zeit danach darf derjenige nie wieder im sozialen Bereich beschäftigt werden.

Zitat Ende

Diese Behauptungen , das Menschenrechtsverletzungen aus pädagogischen oder medizinischen Gründen nötig sind , werden ja leider auch im Abschlussbericht über die freiheitsentziehenden Maßnahmen in den bayrischen Heimen ( Black Box Heim) bestätigt , wenn gleich dort z.b. von frühesten chronischen Fixierungen berichtet wird.
Das heißt , ist das Kind erst in den Brunnen gefallen und Traumatisierungen haben sich gefestigt , ist es deutlich Mehraufwand , da wieder zurück zu rudern und angemessene Interventionen einzuleiten.
Also wird die Gewalt weiterhin als pädagogische Maßnahme toleriert.
Die Gewalt ist dem System immanent, weil auch keiner den erheblichen Aufwand , der notwendig wäre, um eine dem Wohl entsprechende Betreuung zu gewährleisten , bezahlen will !

Insoweit ist es gut , der Öffentlichkeit zu präsentieren, was alles so unter pädagogisch wertvoll verkauft wird und ob diese Gewalt tatsächlich unumgänglich ist.
Der Leiter der Lebenshilfe möge zurücktreten, wenn er die Aussage " Als Arschloch geboren , als Arschloch gestorben" der Bevölkerung als pädagogisch sinnstiftend verkaufen will !

Von kirsti

Am 20. Februar 2017 findet sich in den Kobinet- Nachrichten ein Zitat der Ministerin für Familie in Rheinland- Pfalz; in diesem Bundesland liegt die Einrichtung der Lebenshilfe Speyer:

„Vielfalt ist ein Menschenrecht und Diskriminierung ein Angriff aufs Grundgesetz", … „Für Kinder und Jugendliche ist Vielfalt kein Thema, sondern selbstverständlich. Dabei können sie sich auf den Schutz durch die Gesellschaft und unseren Staat verlassen. Denn unser Grundgesetz verspricht, dass alle Menschen im Rahmen des Rechts so sein können, wie sie sind. Diese Zusage wird derzeit angegriffen – rechtsextremes Gedankengut und menschenverachtende Standpunkte werden unverhohlen geäußert, der Wind ist rauer geworden. Dazu sagen wir: Nein, so nicht."…
„Uns muss nicht gefallen, wie jemand ist. Wir müssen aber jeden und jede so akzeptieren wie er oder sie ist. Wir treten für Zusammenhalt und Akzeptanz in unserer Gesellschaft ein, damit alle Menschen so leben können, wie sie es möchten. Antidiskriminierungs- und Vielfaltspolitik gestalten die Rahmenbedingungen für eine vielfältige Gesellschaft. Sie tragen dazu bei, dass niemand vergessen oder zurück gelassen wird … Wir streiten für die Menschenrechte. Sie sind unteilbar und nicht verhandelbar."

Ich bin der Meinung, dass sich auf dieses Versprechen AUCH die Betreuten der Einrichtung der Lebenshilfe dieses Bundeslandes verlassen müssen. Denn die Einrichtung der Lebenshilfe befindet sich nicht in einem exemten [=leeren] Raum, sondern ist konkret im Bundesland Rheinland-Pfalz angesiedelt. Somit betrifft dieser Skandal gerade vor den Worten der Familienministerin dieses Bundeslandes auch die „hohe“ Politik. Und ich frage mich: „Wie kann man im Unrecht nur so auftreten?“ [Forsea, 29.09.2016] Unfassbar, wie viele Seelen hier zertreten und verletzt werden!

Von Ellen

Ich hoffe bloß, die Betroffenen, bzw. deren Angehörigen nehmen sich auch einen guten Anwalt. Denn das was in diesem Bericht versteckt gefilmt wurde ist gegen jedes Gesetz. Vor Gericht allerdings gewinnt meist der mit dem besseren Anwalt.
Und wer behauptet, die gezeigten Körperverletzungen, Beleidigungen und Nötigungen der behinderten Betroffenen seien "notwendige pädagogische Erziehungsmaßnahmen" gehört ganz einfach weggesperrt und für die Zeit danach darf derjenige nie wieder im sozialen Bereich beschäftigt werden.
Das Erschreckendste ist, dass der Staat zuschaut und diese Einrichtungen auch noch rechtfertigt. Ich fasse es nicht.

Von Signe

"... "Die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt hatte sich gestern Nachmittag mit einer Erklärung an die Presse gewandt, in der sie vor Ausstrahlung der RTL-Sendung Stellung bezog. Sie wirft darin dem Infonetwork RTL vor, die Privatsphäre der Bewohner bewusst verletzt zu haben." ..."
An den von der LH Speyer-Schifferstadt getätigten Vorwürfen der Verletzung der Privatsphäre der Behinderten in den LH-Einrichtungen Speyer-Schifferstadt ist deutlich die Nicht-Einsichtigkeit der LH Sp.-Schifferstadt zu erkennen. Verbrechen (und die wurden von den LH-Mitarbeiter/innen in Speyer-Schifferstadt begangen) müssen in jedem Fall öffentlich gemacht werden, dass überhaupt erst einmal das Erstatten von Anzeigen möglich ist.
Bei den Behinderten in den Wohnheimen, die keine Angehörigen haben, sondern nur auf amtliche Betreuer/innen angewiesen sind, da bin ich gespannt, ob hier auch die amtlich bestellten Betreuer/innen haftbar gemacht (rechtlich belangt) werden. Hier haben (meiner Meinung nach) deutlich die amtsgerichtlich bestellten Betreuer/innen versagt!

Den Gesundheits- und Sozialdatenschutz der Schwerstbehinderten haben die Mitarbeiter/innen der Wohnheime in Speyer-Schifferstadt selber hochgradig verletzt und mit Füßen getreten, indem sie (ohne Bewerbungsverfahren!) die neue Mitarbeiterin (aka die Reporterin der Wallraff-Redaktion) als Praktikantin (entlohnt oder ohne Entlohnung?; ist ebenfalls interessant zu wissen) beschäftigt haben und gegenüber ihr über die Behinderten herzogen.

Lebenshilfe = lebensgefährlich. Ich bitte um die Abwicklung der Lebenshilfe, da selber der Lebens-Hilfe bedürftig und nicht in der Lage (oder nicht Willens? oder zu bequem?), den ihr auf Gedeih und Verderb anvertrauten Schwerstbehinderten in dem erforderlichen Maße zu helfen, sondern diese nur zu beklauen (Eingliederungshilfe und andere finanzielle Pamperungen der Mitarbeiter/innen der LH).

Von Sabine Fichmann

Aus dem Artikel der RHEINPFALZ:

"Die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt hatte sich gestern Nachmittag mit einer Erklärung an die Presse gewandt, in der sie vor Ausstrahlung der RTL-Sendung Stellung bezog. Sie wirft darin dem Infonetwork RTL vor, die Privatsphäre der Bewohner bewusst verletzt zu haben."
-Die Verletzung der Privatsphäre der Bewohner, die nötig war, um diese unsagbaren Missstände aufzudecken, ist der Lebenshilfe also wichtiger als die menschenverachtende, schikanöse Behandlung durch die Mitarbeiter?

"Die Mitarbeiter haben uns erklärt, warum sie aus medizinischen oder anderen Gründen so handeln“
-Wie sehen denn die "anderen Gründe" aus? Medizinische Gründe für Schlafentzug, Beleidigung, Misshandlung Schutzbefohlener etc.scheiden wohl aus...
"Die Sprecherin des Landesamts für Soziales, Jugend und Versorgung...: Uns waren die geschilderten Umstände nicht bekannt. Wir nehmen sie sehr ernst“
- Kontinuierliche, unangekündigten Kontrolle solcher Einrichtungen hätte dies ggf. verhindern können. Ist man daran nicht interessiert? Die Betroffenen werden sich nicht wehren können, also nichts zu befürchten für Mitarbeiter der Einrichtungen und Sozial- und Jugendamtsmitarbeiter?


Auch in anderen Einrichtungen, nicht nur der Lebenshilfe, kommt es zu Missständen...WfbM, Berufsbildungswerken etc.- könnte darüber selbst berichten, wie wohl viele andere Eltern auch...Es gibt überall "Mitarbeiter", die ihre Machtposition gegenüber Schutzbefohlenen missbrauchen...

Dieser Sumpf gehört ausgetrocknet.

Von Susanne v.E

Ich möchte (muss) mich dem Leserbrief von "Interessierte" voll und ganz anschließen:

"Ein Kampf den viele schon verloren haben und auch noch verlieren werden. Es ist einfach nur frustrierend, dass die Umsetzung von Menschlichkeit und Rechten für Menschen mit Behinderung ein reines Glücksspiel ist"

Zu jedem Antrag den wir stellen, formulieren wir einen Widerspruch (den wir "einlagern"), weil es sein kann, ob dem Antrag stattgegeben wird, oder eben nicht. Ein reines Glücksspiel.
Vor wenigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einer "Insiderin" es igng um die Zukunft unseres Sohnes. Ich sagte, dass ich es nicht mehr ertragen könnte, dass unserem Sohn aus Gründen der Willkür oder Unfähigkeit Leid zugefügt werden würde (so wie in der Vergangenheit mehrfach geschehen) Die "Insiderin" erwiderte: "Das wirst du ihm nicht ersparen können, wenn er außerhalb der Familie betreut werden wird"!!!
Nicht die Berichterstattung ist der Skandal. Der Skandal ist, dass viele von Ungerechtigkeit, Demütigungen, Menschenrechtsverletzungen wissen und nichts passiert!
Allenfalls werden Eltern diskreditiert, "Whistleblower" strafversetzt oder entlassen.

Von Interessierte

Der Staat muss es wollen, dass Menschen, für die ein Heim aus welchem Grund auch immer Alternativen möglich sind. Ich bin davon überzeugt, dass viele Menschen ohne Fachkräfte nicht auskommen . Das sollte aber bei der Lebensqualität, die vorrangig zu betrachten ist in finanzieller Hinsicht nicht zum Nachteil für Betroffene werden. Es sollte möglich sein freundliche und gut betreute Wohngemeischaften zu bilden, die selbst bestimmt werden. Dazu muss in erster Linie behindertengerechter Wohnraum zur Verfügung stehen. Es kann nicht alles mit Massenunterkünften gelöst werden, die nicht für ALLE taugen, nur weil kaum jemand Interesse an Änderungen hat. Wenn der Einzelfall betrachtet wird, lassen sich einige Probleme sicher auch mit Angelernten lösen, so dass in diesem Bereich "Mischverhältnisse" möglich sind. Ich stimme nicht in allen Punkten von Aktivisten überein. Aber Wohnen , heisst mit Sicherheit nicht, dass es einen Zwang geben kann, der darauf hinausläuft, dass Menschen als Lebensinhalt mit einem paar persönlichen Bildern und einem Fernseher versorgt werden, sofern sie überhaupt in der Lage sind, diesen zu nutzen. Das Thema wühlt sehr stark auf und eine Regierung, die mehr oder weniger keine zügigigen Verbesserungen anstrebt auch.

Von Interessierte

@Rosa
wenn niemand so tun würde, als wüssten Sie nicht, was für die Allgemeinheit ein offenes Geheimnis ist, könnten solche Misstände weniger ausufern. Interessant ist, dass es immer wieder einen kleine Ruf nach besseren Kontrollen gibt. Aber das Thema dann doch nicht wichtig genug ist:
http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadtreport_artikel,-Mehr-Kontrolle-fuer-ambulante-Pflegedienste-_arid,1555411.html

Ich finde es auch wichtig bessere Kontrollen zu haben. Noch wichtiger wäre es aber, dass wir Eltern es uns nicht mühselig erkämpfen müssen, dass unsere Kinder sich wirklich wohl fühlen. Ein Kampf den viele schon verloren haben und auch noch verlieren werden. Es ist einfach nur frustrierend, dass die Umsetzung von Menschlichkeit und Rechten für Menschen mit Behinderung ein reines Glücksspiel ist.

Von Rosa

War da nicht vor einigen Monaten noch etwas?
Schon vergessen?

Freiheitsentziehende Massnahmen und Time-out-Räume ebenfalls in Einrichtungen der Lebenshilfe. Selbstverständlich nur im wohlverstandenen Interesse der behinderten Menschen, so die LH Bayern !?
Was aber, wenn darüber Mitarbeiter entscheiden, wie in der LH Speyer?

Auch damals wusste das bayerische Sozialministerium davon nichts, wie auch jetzt das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Rheinland-Pfalz.

Nichtwissen, oder nicht wissen wollen?

Und wer zahlt die Kosten für die von der LH Speyer eingeschaltete Anwaltskanzlei (Böhmermann ./. Erdogan) ?
Hier bellt offensichtlich der "getroffene Hund".

Anstatt in sich zugehen, und zukünftig besser hinzuschauen gemäss dem alten Sprichwort von Marx:

Vertrauen ist gut, Kontrolle (wenn es um unsere behinderten Kinder geht) ist besser!

Von Interessierte

Ich würde mir nun wünschen, dass als Ergebnis nun mehr herauskommt, als Rechtfertigungen und der Versuch den schwarzen Peter von einem zum anderen zu schieben.
1. Wann fanden die ersten Aufnahmen genau statt?
2. Warum wurde niemand unmittelbar mit den Aufnahmen, die ein Beleg sind konfrontiert?
3. Wie hat die Geschäftsleitung, die zu einem frühen Zeitpunkt von den Eltern mit den Vorwürfen, über die sie anonym informiert wurden, festgestellt, dass sie nicht Ernst zu nehmen sind und die Eltern in Sicherheit gewogen?
5. Wieso reagieren Verantwortliche immer erst dann, wenn sich die Schlinge zuzieht?
6. Warum werden die Misstände, die es ohne Zweifel zu Hauf gibt, nichtr endlich "Chefsache", also ein wichtiges Thema für die Regierung?
7. Warum werden soviele Billiglöhner in der Pflege beschäftigt und Bedingungen, Arbeitszeiten nicht endlich atraktiver gestaltet? Warum wird das gesamte System nur sehr schleppend geändert ? Die Wahrheit ist doch, dass es auch nach dieser Sendung wieder bei Lippenbekenntnissen bleibt, sich für die Schwächsten kaum etwas ändert und es ein Horror für alle sein muss, denen nichts anderes bleibt, als Angehörige Einrichtungen anzuvertrauen, denen sie blind vertrauen müssen.

Von Signe

Die LH deckt Menschenrechtsverletzungen und offensichtlich rechtsradikale Mitarbeiter/innen (Wohneinrichtung für Behinderte) bei der LH.

Und wer schweigt hierzu: ISL, der Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz und von Nordrhein-Westfalen. Die Wallraff-Redaktion hatte aus LH-Mitgliederorganisationen in Rheinland-Pfalz und NRW berichtet.

Von Signe

Martin Niemöller sagte einst:
"Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."
Quelle der Zitierung: http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_martin_niemoeller_thema_gemeinschaft_zitat_9331.html

Der Lebens(nicht)hilfe müssten die Ohren glühen!!!!!!!!!!

Von Signe

Wie verlogen muss man (als Lebens-nicht-Hilfe) sein, um noch gegen die öffentlichen vorgetragenen Menschenrechtsverletzungen mit einem Rechtsanwalt gegen die Wallraff-Redaktion vorzugehen?!
Mit diesem Vorgehen und Vertuschen des Offensichtlichen ist die Lebenshilfe ganz klar mit der Gewalt der in ihren Einrichtungen lebenden Schwerstbehinderten EINVERSTANDEN.
So verlogen muss man erst einmal sein.

Da sagt ein Mitarbeiter über einen in dem Heim der LH lebenden, schwerstbehinderten Mann, er sei ein 'Depp' und bereits gestorben (obwohl lebend!), was (aus meiner Sicht) eindeutig für einen rechtsradikalen Hintergrund des Mitarbeiters schließen lässt - und die Lebenshilfe deckt diese rechtsradikalen Einlassungen dieses Mitarbeiters der LH. Un-fassbar!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wer kann, der fliehe aus der LH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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